Initiative des BLU-Präsidenten zur aktuellen Situation auf dem Energiemarkt
Sehr geehrte Frau Ministerin Reiche, sehr geehrter Herr Minister Rainer,
der Dieselpreis ist seit Beginn der Eskalation im Nahen Osten um etwa 40 % gestiegen. Diese Entwicklung belastet vor allem energieintensive Unternehmen, zu denen auch unsere Verbandsmitglieder zählen. Lohnunternehmen sind Dienstleistungsbetriebe im ländlichen Raum, die in der Land- und Forstwirtschaft, in kommunalen Bereichen sowie in der Bau- und Transportwirtschaft wichtige Aufgaben erfüllen.
Die Preisexplosion trifft unsere Branche hart, denn die Kraftstoffkosten betragen zwischen 20 – 25% der Gesamtkosten eines Lohnunternehmens. Die Weitergabe des höheren Aufwands an die Kunden ist zurzeit schwierig, da die wirtschaftliche Gesamtlage bei unseren Auftraggebern ebenfalls durch hohe Betriebskosten und einen intensiven Wettbewerb angespannt ist.
Im europäischen Vergleich ist der Preisanstieg für Kraftstoffe in Deutschland besonders ausgeprägt. Der zusätzliche Betriebsaufwand gefährdet die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Gegenüber den östlichen Nachbarländen beträgt die Differenz mehr als 0,70 Euro netto pro Liter.
In Deutschland unterliegen Kraftstoffe einer sehr hohen staatlichen Abgabenlast für Energiesteuer und CO₂‑Abgabe. Im Transportsektor kommt die Lkw‑Maut hinzu. Die hohen staatlichen Abgaben bieten Möglichkeiten zur Reduzierung der Kraftstoffpreise.
Darüber hinaus ist eindeutig zu erkennen, dass die marktwirtschaftlichen Mechanismen, wie Angebot und Nachfrage oder Wettbewerb, nicht in der gewünschten Form greifen. Die Mineralölwirtschaft muss stärker reglementiert und in die Verantwortung genommen werden. Übergewinnsteuer, strengere kartellrechtliche Maßnahmen und „klare Regeln an der Tanksäule“ können sich positiv auswirken.
Die mittelständische Wirtschaft wartet auf Maßnahmen, die die Preise für Benzin und Diesel auf einem Niveau halten, das die Existenz der Betriebe nicht gefährdet. Bitte setzen Sie sich entsprechend für die Wirtschaft im ländlichen Raum ein.
Wunstorf, den 27. März 2026
Rainer Strompen
Präsident