Beruf & Bildung
31.08.2017

Die Zeit der Anerkennung und des Wachstums

Generalversammlung der Ceettar in Hämeenlinna (Finnland)

Rund dreißig Vertreter aus zehn Ländern trafen sich bei der Generalversammlung der Ceettar (Europäischer Zentralverband der land- und forstwirtschaftlichen Lohnunternehmer
und ländlichen Dienstleistungsunternehmen) am 29. Juni in Finnland. Eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Fortschritte seit der letzten Generalversammlung in Bremen (Dezember 2016) zu betrachten.

Stärkere Präsenz, stärkere Aktivität, stärkere Anerkennung. So könnte mandie aktuelle  Situation der Ceettar nach der ersten Hälfte des Jahres 2017 beschreiben. „Von der  Gemeinsamen Agrarpolitik bis zur Biomasse, die behandelten Themen sind äußerst  weitreichend“, erklärt Direktor Eric Drésin. Er erinnerte daran, dass die Ceettar in fünf Jahren von 11 auf 20 Mitgliedsorganisationen in 16 europäischen Ländern gewachsen ist. „Unser Engagement zielt darauf ab, die Präsenz der Lohnunternehmer in Europa zu verbessern
und gleichzeitig den nationalen Mitgliedsorganisationen eine bessere Unterstützung zu bieten. So ist es im strategischen Plan 2016-2020 definiert worden“, fügt Klaus Pentzlin, Präsident
der Ceettar hinzu.

Europäische Experten

Die neue interne Arbeitsorganisation, die Ende 2016 mit der Einrichtung von drei Ausschüssen in den Bereichen Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Forstwirtschaft definiert wurde, kann jetzt voll greifen. Als erstes Thema wurde die Nachhaltigkeit von Biomasse im Wald behandelt. Seit Juni 2016 hat eine Gruppe bestehend aus fünf nationalen
Ceettar-Experten sich an rund zehn Expertensitzungen der Europäischen Kommission beteiligt, sodass die Rolle der Ceettar in den europäischen Debatten verstärkt werden konnte.

Aus den Mitgliedsverbänden

Michiel Pouwels, Geschäftsführer der Cumela Nederland beginnt die Tischrunde mit einigen aktuellen Themen der niederländischen Organisation: Beispielsweise werden verstärkt
Mitgliederbesuche durchgeführt, um eine höhere Qualität in der Beratung zu erreichen. Außerdem läuft aktuell eine Kampagne, die die Leistungen von Lohnunternehmern im Bereich Boden und Bodenschutz ausweist.

Johan Van Bosch, Geschäftsführer der belgischen Lohnunternehmer und Cettar- Vizepräsident für den Bereich Finanzen, erläutert die Situation in Belgien. Aktuell beschäftigt die Lohnunternehmer vor allem das Thema „unlauterer Wettbewerb“. « Es gibt viel Arbeit,
aber die Margen sind unzureichend », bestätigt auch Patrice Durand, Geschäftsführer
von FNEDT, der daran erinnert, dass die Außenstände der landwirtschaftlichen Betriebe bei den Lohnunternehmern steigen.

Simo Jaakkola, stellvertretender Geschäftsführer der finnischen Vereinigung Koneyrittäjät und Ceettar-Vizepräsident für den Bereich Forstwirtschaft berichtet, dass trotz des Rekordjahres für Holz 2016 rückläufige Arbeitspreise aufgrund von Maschinenüberkapazität
eine immer geringere Rentabilität verursachen. Dieser Trend sei auch in Schweden zu beobachten, berichtet Elin Sunesdotter von der schwedischen Organisation der Lohnunternehmer.

In Irland steigt aktuell die Nachfrage nach Dienstleistungen merklich an, dies liegt vor allem an einer 30 %igen Steigerung der Anzahl Milchrinder, berichtet Richard White, FCI-Präsident.
Der irische Verband möchte außerdem im Jahr 2017 seine Mitgliederzahlen festigen und künftig Unternehmen, die im Forstbereich tätig sind, aufnehmen.

Als Vertreter des polnischen Verbandes PZPUR weist Edmund Lorencowicz auf den starken Rückgang der Mitgliederzahlen (von 40 auf 14) hin, dieser wird wohl durch den scharfen Wettbewerb von Landwirten und landwirtschaftlichen Lohnunternehmen selbst verursacht.

Silvano Ramadori, vom italienischen Verbandes Unima informiert darüber, dass die beiden Verbände Unima und Confai Mitte Mai eine neue Organisation gründet haben: Confederazione
Agromeccanici e Agricoltori Italiani (CAI). Sie vertritt 18.000 landwirtschaftliche Lohnunternehmen und mehrere Tausend landwirtschaftliche Betriebe mit einem Gesamtumsatz von 3,7 Milliarden Euro

Dänemark beendet die Tischrunde. Bent-Juul Jorgensen, Geschäftsführer des dänischen Verbandes DM&E und Ceettar-Vizepräsident für den Bereich Big Data berichtet von einer eher günstigen Situation für land- und forstwirtschaftliche Lohnunternehmen. « Unser
Markt wächst trotz der schwierigen Situation der Landwirte, vor allem wegen der immer größer und professioneller werdenden Milchviehbetriebe », erklärt Jorgensen.

Eric Drésin,
CEETTAR-Geschäftsführer

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