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26.08.2022

Özdemir: Licht und Schatten bei der Ernte 2022

Klimaschutz und -anpassung vorantreiben für Ernährungssouveränität

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Die Folgen der Klimakrise stellen die deutsche Landwirtschaft zunehmend vor ungeahnte Schwierigkeiten. Das zeigt ganz aktuell der amtliche Erntebericht 2022, den der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, am Freitag vorgestellt hat. Regional heftige Regenfälle im Jahr 2021 und in diesem Jahr große Hitze sowie extreme Trockenheit und gelegentlich plötzliche Unwetter – all das hat die Bäuerinnen und Bauern von Region zu Region sehr unterschiedlich beschäftigt. Hinzu kommen die zunehmende Bodentrockenheit und sinkende Grundwasserstände in vielen Regionen aufgrund von insgesamt mangelnden Niederschlägen in den letzten Jahren.
Wichtigste Zahlen, Daten, Fakten aus dem Erntebericht 2022:
 
Getreide: Die Getreideernte insgesamt (ohne Körnermais) wird sich voraussichtlich auf rund 39,7 Millionen Tonnen belaufen und fällt damit in diesem Jahr um 4,8 Prozent höher als im Vorjahr aus. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt ergibt sich eine Zunahme um 1,5 Prozent. Regional sieht das Bild jedoch sehr unterschiedlich aus. Die höchsten Zuwächse im mehrjährigen Vergleich weisen Schleswig-Holstein (+10,9 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+8,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (+6,5 Prozent) und Niedersachsen (+6,2 Prozent) auf. Den mit Abstand stärksten Rückgang hat Bayern (-6,7 Prozent) zu verbuchen.
 
Winterweizen: Die wichtigste und zudem die ertragreichste Getreidekultur ist in Deutschland nach wie vor der Winterweizen. Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,8 Prozent auf 2,89 Millionen Hektar erhöht. Damit entfallen 47 Prozent der gesamten Getreidefläche auf Winterweizen. Im Durchschnitt liegt der Hektarertrag bei 76,2 Dezitonnen. Die Erntemenge an Winterweizen erreicht damit etwas mehr als 22 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das eine Zunahme um 4,6 Prozent. Hinter dem mehrjährigen Durchschnitt bleibt das Ergebnis jedoch um 0,8 Prozent zurück.
 
Körnermais: Nach derzeitigem Stand, der sich auf Schätzungen aus sieben Bundesländern stützt, zeichnet sich ein durchschnittlicher Hektarertrag von rund 75 Dezitonnen ab. Damit würde sogar der Ertrag aus dem Dürrejahr 2018 (81,4 Dezitonnen je Hektar) noch unterschritten. Unter diesen Annahmen wäre eine Körnermaisernte von rund 3,5 Millionen Tonnen zu erwarten; dies wären 21,5 Prozent weniger als im Vorjahr und 12,7 Prozent weniger als im sechsjährigen Durchschnitt. Das schlechte Ergebnis beim Körnermais drückt die Gesamtbilanz der deutschen Getreideernte deutlich nach unten.
 
Raps: Die Winterrapsernte 2022 fällt mit voraussichtlich fast 4,3 Millionen Tonnen insbesondere vor dem Hintergrund der diesjährigen Hitze und Trockenheit sehr erfreulich aus. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Mengenzuwachs um 22,3 Prozent. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2021 sind es 14,8 Prozent mehr.
 
Eiweißpflanzen: Die Felderbsen sind die dominierende Körnerleguminose in Deutschland. Die noch vorläufigen Anbauzahlen für das Jahr 2022 belaufen sich auf rund 106.600 Hektar. Es folgen die Ackerbohnen mit rund 71.200 Hektar und die Süßlupinen mit rund 31.700 Hektar. Insgesamt, das heißt für die Summe aller vier vorstehend aufgeführten Kulturen, wächst die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um gut 19 Prozent auf rund 260.900 Hektar. Mit rund 50 Prozent fällt der Flächenzuwachs für die Sojabohnen am höchsten aus. Belastbare Schätzungen zu den aktuellen Ernteerträgen bei den Hülsenfrüchten sind derzeit noch nicht verfügbar.
 
Den vollständigen Erntebericht finden Sie hier.

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