Martkzugang

Formelle Barrieren für Lohnunternehmen bestehen im Sinne einer „guten landwirtschaftlichen Praxis“ durch Sachkundenachweise im Pflanzenbau (Pflanzenschutz) oder Qualitätssicherungs- und Zertifizierungssystem (z.B. GlobalGAP für die Landwirtschaft). Diese Systeme haben bei forstwirtschaftlichen Dienstleistungen eine weitere Verbreitung (PEFC, FSC) und werden demzufolge regelmäßig auch von den privaten und öffentlichen Forstbesitzern von den Auftragnehmern gefordert. 
 
Darüber stellt besonders der Marktzugang zum gewerblichen Gütertransport über das Güterkraftverkehrsgesetz eine erhebliche betriebliche und finanzielle Hürde dar. Die Fahrerlaubnis der Klasse CE, MAUT-Verpflichtungen sowie Qualitätsmanagementsystem für die Agrarlogistik (GMP) sind hierbei ebenfalls zu beachten. 
 
Grundsätzlich ist dringend anzuraten, dass Betriebsgründer eine einschlägige Ausbildung haben oder über mehrjährige Erfahrung im Bereich Dienstleistungen verfügen: Lohnunternehmen ist nur etwas für Profis und finanzielle Rücklagen sind schnell aufgebraucht. Chancen und Perspektiven sind immer vorhanden, müssen aber akribisch herausgearbeitet werden. 
 
Typische Fehler bei der Unternehmensgründung  
  • Zu euphorische Umsatzentwicklung 
  • Fehlerhafte Kalkulation der Betriebskosten und entsprechend zu geringe Arbeitspreise 
  • Keine sachgerechte Berücksichtigung des Wertverlustes der Maschinen (Abschreibung) 
  • Keine angemessene Bewertung der eigenen Arbeitskraft und der genutzten Betriebsgebäude 
  • Finanzierung mit einem oder mehreren tilgungsfreien Jahren: Was in den ersten Jahren „gespart“ wird, muss in den folgenden Jahren „drauf gelegt“ bzw. zusätzlich erwirtschaftet werden. 
  • Zu geringe Arbeitspreise = zu geringer Umsatz = mittelfristig kein Gewinn!