Infos für Ausbilder

Infos für Ausbilder

Mit der Entscheidung, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen, stellen Sie sich einer verantwortungsvollen Herausforderung unserer Zeit. Der Mitarbeiter ist häufig der entscheidende Unterschied im Wettbewerb. Einerseits steht er in der Verantwortung für eine fachgerechte Ausführung, andererseits repräsentiert er das Lohnunternehmen beim Kunden. Demzufolge ist die Qualifikation von Facharbeitern eine Investition in die Zukunft der Lohnunternehmen. Als Ausbilder ist man gefordert, neben der Weitergabe seines Fachwissens auch die Motivation im Beruf zu fördern und das Interesse am Arbeitsplatz Lohnunternehmen zu wecken bzw. zu erhalten. Der Bundesverband steht Ihnen mit individueller Beratung rund um das Thema zur Seite.

So wird ein Lohnunternehmen zum Ausbildungsbetrieb

Nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 27 ff) dürfen Auszubildende nur eingestellt werden, wenn die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung geeignet ist und die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Ausbildenden
steht. Ein Betrieb darf Auszubildende nur unter der Bedingung einstellen, dass eine persönlich und fachlich geeignete Person als Ausbilder zur Verfügung steht. Dabei ist es
unerheblich, ob diese Vorgabe der Betriebsleiter oder ein Mitarbeiter erfüllt.
Lohnunternehmen oder landwirtschaftliche Betriebe, die Interesse an der Ausbildertätigkeit haben und ihren Betrieb als Ausbildungsstätte anerkennen lassen wollen, haben zunächst einen entsprechenden Antrag zu stellen.
Dies geschieht bei den zuständigen Stellen. Hier sind auch nähere Hinweise zu den Voraussetzungen für die Anerkennung sowie zum Antragsverfahren zu finden.
Der Antrag ist rechtzeitig vor Beginn der geplanten Ausbildung zu stellen, wir empfehlen die Formulare mindesten 6 Monate vor geplantem Ausbildungsbeginn einzureichen. Vor der Anerkennung erfolgt eine Besichtigung des Betriebes durch die zuständige Stelle (ggf. mit weiteren Sachverständigen; „Anerkennungskommission“) sowie eine Überprüfung durch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), ob die unfallschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden können.

Leitfaden
Der Leitfaden fasst wesentliche Informationen zu den Zielsetzungen, Inhalten und Formalitäten der Ausbildung zusammen. Spezielle Fragen beantworten die zuständigen Stellen auf Landesebene und die Geschäftsstelle des BLU

Anforderungen an die Ausbilderin/den Ausbilder

Die fachliche Eignung wird durch folgende Abschlüsse erfüllt:

  1. Agrarservicemeister / Landwirtschaftsmeister
  2. Staatlich geprüfter Landwirtschaftsleiter (SgL) bzw. Betriebswirt (SgB)
  3. Diplom-Agrar-Ingenieur (Universität oder Fachhochschule)
  4. Bachelor- oder Master-Abschluss in einem Studiengang des Agrarbereichs
  5. Fachagrarwirt Landtechnik

Bei den Abschlüssen zwei bis fünf ist ein zusätzlicher Nachweis über berufs- und arbeitspädagogische Fähigkeiten erforderlich. Die persönliche Eignung ist durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses (erhältlich über die Gemeindeverwaltung) nachzuweisen.

Voraussetzungen für die Betriebsanerkennung

Der Betrieb muss als

  • landwirtschaftliches Dienstleistungsunternehmen (Lohnunternehmen),
  • als landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetrieb,
  • als selbstständige landwirtschaftliche Betriebseinheit oder
  • als Einrichtung der öffentlichen Hand bewirtschaftet werden.

  • Der Betrieb muss nach Art und Umfang der Produktion und der Dienstleistungen sowie nach dem Bewirtschaftungszustand die Voraussetzungen für die Vermittlung der geforderten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten bieten.
  • Die Bewirtschaftung muss nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erfolgen (Buchführung erforderlich).
  • Ausbildungsstätten, die nicht über die für die Ausbildung erforderliche Flächenausstattung und Zusammensetzung der Kulturen (mind. 3 Kulturen) sowie über Dienstleistungsangebote verfügen, dürfen nur ausbilden, wenn die fehlenden Ausbildungsinhalte von Vertragspartnern vermittelt werden.
  • Eine kontinuierliche Anleitung des Auszubildenden muss gewährleistet sein.
  • Gebäude, bauliche Anlagen und technische Ausstattungen müssen den gestellten Anforderungen für die Ausbildung entsprechen und in einem ordnungsgemäßen Zustand sein.
  • Die technischen Einrichtungen zur Wartung, Pflege und einfachen Instandsetzung von Maschinen und Geräten müssen vorhanden und in ordnungsgemäßem Zustand sein.
  • Die Anforderungen an Jugendschutz, Jugendarbeitsschutz und Unfallverhütung usw. müssen erfüllt werden.
  • Es müssen geeignete Sozialräume zur Verfügung stehen.
  • Die wichtigsten gesetzliche Bestimmungen zur Ausbildung sowie Fachbücher müssen im Betrieb vorliegen.
  • Es darf kein Konkurs- oder Vergleichsverfahren eröffnet sein.

Checkliste zum neuen Ausbildungsstart!

Zum 01. August starten unsere zukünftigen Fachkräfte Agrarservice in ihre Ausbildung. Wir haben eine Checkliste zusammengestellt, worauf Sie und Ihre Azubis zum Ausbildungsstart achten sollten. Folgende Punkte sollte Sie vorab mit Ihren Azubis klären:

Eigenes Girokonto vorhanden?

Der ein oder andere Schulabgänger hat unter Umständen noch gar kein eigenes Girokonto. Weisen Sie Ihre/n Auszubildende/n bitte rechtzeitig daraufhin, dass er/sie ein Girokonto benötigt. Zusätzlich sind Auszubildende in der Regel von Kontoführungsgebühren befreit, dafür müssen Ihre Azubis eine Kopie des Ausbildungsvertrages bei der Bank einreichen

Freie Krankenkassenwahl

Die Krankenversicherung des/r Auszubildende/n war in der Regel bisher über die Familienversicherung abgedeckt. Mit dem Ausbildungsbeginn greift diese allerdings nicht mehr, sodass sich Azubis jetzt eine eigene Versicherung suchen müssen. Für Sie als Arbeitgeber ist hier wichtig, dass die Anmeldung bei der Krankenkasse spätestens 14 Tage nach dem Beginn der Lehre erfolgt sein muss.

Für den/die Auszubildende/n das erste Arbeitsverhältnis?

Dann hat er/sie bisher noch keine Sozialversicherungsnummer. Sobald Sie ihn/sie bei der Krankenkasse anmelden, bekommt er/sie die Nummer automatisch zugeschickt. Zusätzlich zu der Sozialversicherungsnummer benötigen Sie die Steueridentifikationsnummer. Diese wird Jedem in der Regel im Kindesalter zugeschickt. Sollte auch diese ihrem/rer Jugendlichen nicht zur Hand sein, kann er/sie am besten in der Steuererklärung seiner/ihrer Eltern nachschauen. Dort müsste die Steueridentifikationsnummer unter der Anlage Kind zu finden sein.

Vor Beginn der Ausbildung müssen sich die unter 18-jährigen einem Gesundheitscheck unterziehen. Dieses ärztliche Untersuchungszeugnis sollte vom Hausarzt in der Regel kostenlos ausgestellt werden.

Führung des Berichtsheftes

Zu guter Letzt wird noch das Berichtsheft benötigt. Das Berichtsheft ist ein Ausbildungsmittel, das heißt Sie sind als Arbeitgeber dazu verpflichtet, es Ihrem/rer Auszubildenden kostenlos zur Verfügung zu stellen. Sie können es beim Landwirtschaftsverlag Münster-Hilltrup GmbH bestellen. Um böse Überraschungen vor dem Abgabetermin zu vermeiden, lassen Sie sich das Berichtsheft bitte mindestens einmal monatlich von ihrem/rer Auszubildenden vorlegen

Checklist Ausbilder/in

    •    Ausbildungsvertrag unterschreiben & an die zuständige Stelle abgeschickt
    •    Anmeldung Krankenkasse          
    •    Anmeldung beim Finanzamt      
    •    Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft  
    •    Berichtsheft bestellt              
    •    Anmeldung zur Berufsschule   
    •    Ausbildungsplan erstellen & besprechen
    •    Personalfragebogen