Beruf & Bildung
13.04.2022

3 FRAGEN AN DEN VORSTAND JUNGER BLU

Die 2013 gegründete Fachgruppe Junger BLU (Bundesverband Lohnunternehmen e.V.) spricht Betriebsnachfolger/-innen, Mitarbeiter/- innen und Personen aus dem direkten Umfeld der BLU-Mitgliedsbetriebe im Alter von 16 bis 35 Jahren an. Saskia Thun (29) steht aktuell dem Präsidium vor; Josefine Kienitz (24) ist die designierte Nachfolgerin. Im Gespräch mit dem LVD Krone Extrablatt erläutern die gelernte Steuerfachangestellte Saskia und die studierte Agrarwissenschaftlerin Josefine ihre Ideen, Herausforderungen und Zukunftspläne.

Warum engagieren Sie sich im Jungen BLU?

Saskia: Ich bin von Anfang an dabei, weil ich es super finde, mich mit Gleichalterigen oder jüngeren Menschen auszutauschen, die als Betriebsnachfolger vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie mein Bruder Philipp und ich an unserem Standort in Schleswig-Holstein. Geplant hatte ich die Vorstandsarbeit nicht, aber da unser Vater noch im Betrieb arbeitet, hatte ich dafür Zeit und habe dieses Ehrenamt gerne übernommen. Denn von jedem Treffen nehme ich Impulse und Ideen mit, und das finde ich klasse.

Josefine: 2017 war ich zum ersten Mal auf einem Seminar des Jungen BLU; das hat mir fachlich und auch menschlich sehr gut gefallen. Es ist eine tolle Möglichkeit, andere Unternehmen aus ganz Deutschland kennen zu lernen, Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten festzustellen, neue Anregungen zu bekommen, von den Erfahrungen  anderer zu lernen oder eigene Erfahrungen zu teilen. Als Saskia mich auf eine ehrenamtliche Tätigkeit angesprochen hat, habe ich nicht lange überlegt und begleite sie jetzt seit gut einem Jahr.

Welche Herausforderungen/Chancen sehen Sie für die Branche der LU?

Josefine: Die Welt wird zunehmend digitaler, auch die Landwirtschaft und Lohnunternehmen müssen da mit der Zeit gehen. Gleichzeitig erleben wir Wetterveränderungen und damit verbunden gesellschaftliche Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit, Umweltsowie Klimaschutz, das alles müssen wir im Pflanzenbau berücksichtigen und dabei sicherlich zum Teil auch umdenken. Ich sehe gute Chancen, wenn sich Lohnunternehmer noch stärker zum Berater der Landwirte entwickeln. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass wir als Lohnunternehmer unsere Kompetenzen immer weiter ausbauen müssen.

Saskia: Das sehe ich genauso. Wir Lohnunternehmer sind Rundum- Dienstleister und die Landwirte können uns jederzeit ansprechen und sich von uns beraten lassen. Eine weitere Herausforderung ist der Fachkräftemangel; es wird für unsere Branche – mit ungeregelten Arbeitszeiten – immer schwieriger, interessierte Menschen zu finden. Aber das muss uns gelingen, junge Menschen, die aus der Landwirtschaft kommen, für die vielseitige Arbeit im Lohnunternehmen zu begeistern. Allerdings müssen wir auch noch lernen, unsere Leistungen entsprechend abzurechnen, denn letztendlich muss ein Betrieb auch wirtschaftlich laufen.

Thema Generationswechsel: Wo sehen Sie sich und Ihr Familien-Unternehmen in zehn  Jahren?

Saskia: Dann leiten mein Bruder und ich als Geschäftsführer den Betrieb; Philipp mit Schwerpunkt Werkstatt, mein Part wird die Verwaltung, Organisation, Buchhaltung usw.. Die Betriebsgröße sehe ich unverändert bei rd. 40 Mitarbeitenden; und wir werden auch zukünftig eine Mischung aus landwirtschaftlichen und Erdbau- Dienstleistungen anbieten. Aber wir schauen auch jetzt schon, wo wir unser Portfolio noch ausbauen können.

Josefine: Unser Betrieb in Bad Wünnenberg bei Paderborn ist mit aktuell sieben Angestellten deutlich kleiner; der Generationswechsel ist im vergangenen Jahr erfolgt. In zehn Jahren habe ich das Unternehmen hoffentlich um zwei oder drei Betriebszweige erweitert. Gerne möchte ich auch jungen Menschen die Möglichkeit geben, bei mir eine Ausbildung zu absolvieren und ins Berufsleben zu starten.

Quelle: Dieser Artikel erschien erstmalig im XtraBlatt (03/2022) der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG.

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