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17.01.2022

Yara und Lantmännen unterzeichnen die erste kommerzielle Vereinbarung über grüne Düngemittel

Oslo und Stockholm, 10. Januar 2022: Yara und Lantmännen sind die ersten Unternehmen, die eine kommerzielle Vereinbarung zur Markteinführung sogenannter „grüner“ Dünger unterzeichnen. Diese mit erneuerbarer Energie hergestellten grünen Stickstoff-Düngemittel sind von entscheidender Bedeutung für die Dekarbonisierung der Lebensmittelkette und bieten den Verbrauchern eine nachhaltigere Lebensmittelauswahl.

Yara, ein weltweit führender Düngemittelhersteller, und Lantmännen, Nordeuropas führende landwirtschaftliche Genossenschaft, die in der gesamten Wertschöpfungskette tätig ist – vom Erzeuger bis zum Verbraucher – haben 2019 mit der Prüfung der Wirtschaftlichkeit von grünen Mineraldüngern begonnen. Ziel war es, die erste fossilfreie Lebensmittelkette der Welt zu realisieren. Die Zusammenarbeit hat zu einem Handelsvertrag für grüne Düngemittel geführt, die ab 2023 von Yara produziert und von Lantmännen in Schweden vermarktet werden sollen.

Für die Herstellung von Stickstoffdüngern wird Ammoniak benötigt, das derzeit noch unter Verwendung von fossilen Brennstoffen wie Erdgas produziert wird. Dagegen wird Ammoniak für grüne Düngemittel auf Basis von in Europa erzeugter erneuerbarer Energie hergestellt, wie zum Beispiel norwegische Wasserkraft. Das Ergebnis sind Stickstoff-Düngemittel mit einem um 80 bis 90 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck. Yara verfügt über ein Portfolio von Projekten zu grünem Ammoniak in Norwegen, den Niederlanden und Australien. Diese werden für die Herstellung von grünen Düngemitteln entscheidend sein. Gleichzeitig arbeitet Yara aktiv an der Ausweitung seines Geschäfts mit sauberem Ammoniak.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel
„Unsere Partnerschaft mit Lantmännen hat das Ziel, grüne Düngemittel auf den Markt zu bringen, was entscheidend für die Dekarbonisierung der Lebensmittelwertschöpfungskette ist. Wir müssen das Lebensmittelsystem umgestalten, um das Pariser Abkommen zu erfüllen. Das erfordert eine Zusammenarbeit über die gesamte Lebensmittelkette hinweg, anstatt in voneinander abgegrenzten Bereichen zu arbeiten. Die Partnerschaft zwischen Yara und Lantmännen ist ein konkretes Beispiel dafür, wie dies erreicht werden kann", sagt Svein Tore Holsether, Präsident und CEO von Yara.

Für Lantmännen ist der Einsatz von grünen Düngemitteln ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Landwirtschaft. „Lantmännen treibt die Entwicklung voran zu einer Landwirtschaft der Zukunft. Mit den grünen Düngemitteln von Yara ermöglichen wir es den schwedischen Landwirten, weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen. Dies schaffen wir, indem wir unseren Kunden Nachhaltigkeit gemäß den globalen Klimazielen anbieten und den Verbrauchern nachhaltige Lebensmittel liefern. Mit dieser Partnerschaft können wir die steigende Marktnachfrage nach nachhaltigen Produkten bedienen”, sagt Per Olof Nyman, Group President & CEO bei Lantmännen.

Die Düngemittel werden in Lantmännens Anbauprogramm „Climate & Nature“ integriert. Das Programm macht es für Landwirte rentabel, nachhaltigere Anbaumethoden einzuführen. Grüne Düngemittel von Yara sind ein wichtiger zusätzlicher Baustein bei der Weiterentwicklung des Programms. Durch die Kombination der grünen Düngemittel mit regenerativen Kraftstoffen, fossilfreiem Transport und Präzisionslandwirtschaft wird Lantmännen in der Lage sein, eine fossilfreie Wertschöpfungskette aufzubauen – vom Erzeuger bis zum Verbraucher.

Yara und Lantmännen arbeiten auch in anderen Projekten zusammen, um den CO2-Fußabdruck der Landwirtschaft durch Lösungen für die Pflanzenernährung, innovative Anbaumethoden und digitale Werkzeuge zu verringern und so den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigeren Lebensmittelwertschöpfungskette zu ermöglichen.

FAKTENBOX: VERRINGERUNG DES CO2-FUSSABDRUCKS DER LANDWIRTSCHAFT
  • Die in der Europäischen Union und Norwegen hergestellten nitratbasierten Mineraldünger von Yara weisen bereits heute einen um 50 bis 60 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck auf als die meisten Nicht-EU-Stickstoffdüngemittel. Dies ist dem Einsatz eines katalytischen Verfahrens zu verdanken, welches die Treibhausgasemissionen während der Produktion reduziert. Dieses Verfahren ist eines der sogenannten besten verfügbaren Techniken (BAT). Es wurde zuerst von Yara entwickelt und später mit anderen Herstellern geteilt.
  • Im Jahr 2023 wird Yara grüne Düngemittel auf Nitratbasis anbieten. Deren CO2-Fußabdruck wird dank der Nutzung erneuerbarer Energien um weitere 80 bis 90 Prozent reduziert werden.
  • Der Assurance- und Risikomanagementanbieter DNV wird als unabhängiger Dritter die Methode des Produkt-CO2-Fußabdrucks (PCF) validieren. Dies ist eine der etabliertesten Methoden zur Bestimmung der Klimaauswirkungen eines Produkts.
  • Yara arbeitet auch daran, die verbleibenden Auswirkungen auf das Klima zu verringern, indem es zum Beispiel recycelte Nährstoffe verwendet und die Energieeffizienz seiner Produktionsanlagen weiter verbessert.
FAKTENBOX: LANTMÄNNENS „CLIMATE & NATURE“-PROGRAMM
  • „Climate & Nature“ ist das Programm von Lantmännen für das Konzept „Farming of the Future“, das spezifische Schritte zur Verringerung der Klimaauswirkungen des Grünland- und Pflanzenanbaus und zur Förderung der biologischen Vielfalt umfasst. Diese Maßnahmen werden von Vertragslandwirten auf ihren eigenen Betrieben durchgeführt.
  • Mit dem Programm hat Lantmännen die Klimabilanz des Weizenanbaus seit 2015 um bis zu 30 Prozent reduziert. Mit den in das Programm aufgenommenen grünen Düngemitteln wird die Klimabelastung sogar um weitere 20 Prozentpunkte reduziert.
  • Das Programm „Climate & Nature“ ist dynamisch und es werden kontinuierlich Kriterien für nachhaltigere Anbaumethoden hinzugefügt, um die Nachhaltigkeitsleistung weiter zu verbessern.
  • Das nachhaltig angebaute Getreide wird für verschiedene Produkte von Lantmännen verwendet – sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Lantmännen Cerealia bietet Produkte wie Mehl von Kungsörnen und Hafer von Axa an, die das Label „Climate & Nature“ tragen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Vibeke Larøi, Kommunikationsmanagerin für Yara Europa
Mobil: +47 942 85 337
E-Mail:

Über Lantmännen
Lantmännen ist eine landwirtschaftliche Genossenschaft und Nordeuropas Marktführer in den Bereichen Landwirtschaft, Maschinen, Bioenergie und Lebensmittel. Unsere Genossenschaft ist im Besitz von 19.000 schwedischen Landwirten und beschäftigt 10.000 Mitarbeiter. Wir sind in mehr als 20 Ländern tätig und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 45 Milliarden Schwedischen Kronen (SEK). Mit dem Schwerpunkt auf Getreide veredeln wir die Ressourcen des Ackerbaus, damit die Landwirtschaft floriert. Einige unserer bekanntesten Lebensmittelmarken sind AXA, Bonjour, Kungsörnen, GoGreen, Gooh, FINN CRISP, Schulstad und Vaasan. Unser Unternehmen stützt sich auf das Wissen und die Werte, die wir über Generationen von Landwirten erworben haben. Mit Forschung, Entwicklung und Geschäftstätigkeiten in der gesamten Wertschöpfungskette übernehmen wir gemeinsam Verantwortung – vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Für weitere Informationen: www.lantmannen.com


Über Yara
Yara leistet einen Beitrag zum Wissensfortschritt, um die Welt verantwortungsvoll zu ernähren und den Planeten zu schützen. Entsprechend unserer Vision von einer Welt ohne Hunger und eines respektierten Planeten, verfolgen wir die Strategie, nachhaltig Werte zu schaffen. Dazu gehört die Förderung einer klimafreundlichen Pflanzenernährung und von emissionsfreien Energiekonzepten. Yaras Bestrebungen zielen auf eine zukünftig klimafreundliche Nahrungsmittelproduktion ab, die einen Wert für unsere Kunden, Aktionäre und die gesamte Gesellschaft schafft und die eine nachhaltigere Lebensmittel-Wertschöpfungskette ermöglicht.

Um diese Ziele zu erreichen, haben wir eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung digitaler Produkte für die Präzisionslandwirtschaft übernommen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Partnern in der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette zusammen, um die Lebensmittelproduktion effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Indem wir unseren Fokus auf eine saubere Ammoniakproduktion legen, möchten wir die Wasserstoffwirtschaft etablieren und so den grünen Wandel vorantreiben – in der Schifffahrt, in der Düngerherstellung und in anderen energieintensiven Produktionen.

Yara wurde 1905 gegründet, um die drohende Hungersnot in Europa abzuwenden. Seitdem hat sich Yara als einziges global agierendes Unternehmen in der Pflanzenernährung eine besondere Position erarbeitet. Mithilfe eines integrierten Geschäftsmodells mit rund 17.000 Mitarbeitern und Niederlassungen in mehr als 60 Ländern, erreichen wir nachweislich hohe Renditen. Im Jahr 2020 erzielte Yara einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro. Für mehr Informationen: www.yara.com


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