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14.12.2021

Lieferengpass bei AdBlue

Der Betrieb von Fahrzeugen und Arbeitsmaschinen in Logistik, Bauwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie allen Bereichen des PKW-Verkehrs ist durch extreme Engpässe in der AdBlue-Versorgung gefährdet. Moderne Dieselmotoren benötigen zur Abgasreinigung neben dem Kraftstoff diese Lösung aus destilliertem Wasser und Harnstoff. Die Motorensteuerung ist darauf konzipiert, dass ohne den Zusatz von AdBlue ein deutlicher Leistungsverlust entsteht bzw. sich die Motoren gar nicht starten lassen.

AdBlue ist ein Nebenprodukt aus der Ammoniaksynthese. Wegen der stark gestiegenen Gaspreise und dem notwendigen Kauf von CO2-Zertifikaten ist eine rentable Produktion von Ammoniak für viele Düngerhersteller wirtschaftlich schwierig. Der AdBlue-Verbrauch eines Ackerschleppers liegt bei etwa 3 – 6 % des Dieselverbrauchs. Verbraucht ein 200-PS-Schlepper 20 Liter Diesel pro Betriebsstunde, sind entsprechend 0,6 – 1,0 Liter AdBlue nachzufüllen.

Der stark schwankende Preis für Diesel und AdBlue lösen deutliche Kostensteigerungen für den Schlepperbetrieb aus. Folgendes Beispiel zu einem Jahresvergleich kann diesen Effekt veranschaulichen:

Zeitpunkt Diesel AdBlue Summe
  12-2020   20 l/Sh x 0,85 €/l = 17 €/Sh   1 l/Sh x 0,30 €/l = 0,50 €/Sh   17,50 €/Sh
  12-2021   20 l/Sh x 1,25 €/l = 25 €/Sh   1 l/Sh x 1,50 €/l = 1,50 €/Sh   26,50 €/Sh
  Differenz   + 8 €/Sh   + 1,00 €/Sh   + 9,00 €/Sh

Die Kraftstoffkosten sind in dem Beispiel innerhalb eines Jahres um über 50 % gestiegen. Obwohl AdBlue trotz erheblicher Verteuerung der geringere Teil bleibt, ist die Wirkung auf die Gesamtkosten mittlerweile deutlich zu spüren. Die Weitergabe der Kosten an den Kunden ist alternativlos! Fachleute berichten, dass momentan am freien Markt kaum Ware zur Verfügung steht und es nur noch darum geht, AdBlue zu organisieren und die Maschinen einsatzbereit zu halten. Bereits jetzt stellt der Bundesverband für Güterverkehr und Logistik (BGL) für die kommende Monate eine generell unsichere Warenversorgung in Aussicht. Lohnunternehmen sollten zumindest Kontakt zu den Handelspartnern für AdBlue bzw. Diesel aufnehmen, um zukünftigen Bedarf und weitere Vorgehensweise rechtzeitig abzustimmen.

Dr. Martin Wesenberg

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