Beruf & Bildung
23.09.2021

Ergebnisse vorgestellt

Wie schlägt sich die mobile Wetterstation von Sencrop in der Praxis?

Nach dem Aufruf in der Aprilausgabeder LU aktuell haben sich fünf Lohnunternehmer gemeldet, um die Wetterstationen von Sencrop in der Praxis zu testen. Jeder dieser Testbetriebe hat jeweils einen Regen- und Windsensor zur Verfügung gestellt bekommen.
Diese Sensoren haben im Testzeitraum von zwei Monaten Daten gesammelt und sie automatisch im gemeinsamen Netzwerk gespeichert. Der Vorteil an dem Netzwerk ist, dass jeder der Teilnehmer auch die Wetterdaten der anderen Testbetriebe in seiner Nähe sehen kann.

Alle Testbetriebe befinden sich in NRW. Wir hatten schon von Johannes Göbel berichtet, als der junge Agrarservicemeister seine Wetterstation aufstellte. Nun ist der Testzeitraum vorbei und wir waren bei Thomas Kemming, Geschäftsführer der Kemming Agrardienstleistungs-GmbH, um eine Einschätzung zum Sencrop Produkt zu bekommen.

Wie kamen Sie dazu, dass Sie bei dem Praxistest zur mobilen Wetterstation von Sencrop
teilnehmen wollten?

Thomas Kemming: Ohne Frage ist es sehr wichtig aussagekräftige und aktuelle Wetterdaten abrufen zu können, auf die ich mich verlassen kann und die im besten Fall in der Nähe  unserer Einsatzorte gemessen wurden. Daher nutze ich bereits seit mehr als einem Jahr die Wetterdaten von „Netatmo“. Netatmo bietet ähnlich wie Sencrop einen Zugang zu einem bestehenden Wetterdatennetz, das man als Mitglied nutzen kann. Aus Neugier zu ähnlichen Produkten habe ich gerne bei dem Test der Wetterstationen von Sencrop teilgenommen.

Können Sencrop und Netatmo das Gleiche?
Thomas Kemming: Eine abschließende Beurteilung möchte ich nicht machen, aber grundsätzlich sind die Wetterstationen sehr ähnlich. Sencrop erlaubt es, die aufgenommenen Wetterdaten nach Excel zu exportieren. Außer dem Export von Daten bietet Sencrop noch diverse Managementund Diagnosetools zum Auswerten und Vergleichen der gesammelten Daten an. Leider ist die Verknüpfung zu dem von mir gewünschten Managementtool Xarvio in Deutschland noch nicht verfügbar.
Netatmo nutzt im Gegensatz zu Sencrop WLAN, die Wetterstationen von Sencrop können  Daten direkt vom Feld aufnehmen und an die App senden. Ich kann mir vorstellen, dass das ein Vorteil bieten kann, für mich hat das jedoch in dem Praxistest keine besondere  Bedeutung gehabt.
Einen großen Vorteil sehe ich bei Netatmo, dass es hier bereits ein viel größeres und sehr verstricktes Netz an bestehenden Wetterstationen gibt. Die Daten kann ich als Nutzer von jederzeit auf meinem PC und dem Handy abrufen. Sencrop ist in meiner Region nicht so weit verbreitet und liefert dadurch weniger klein strukturiertere Daten zum aktuellen Wetter. Mit den einmaligen Anschaffungskosten von ca. 250 € vor 1,5 Jahren sind wir Teil eines sehr aussagekräftigen Netzwerkes mit Daten aus mehreren Tausend Netatmo-Stationen weltweit. Für unsere Zwecke reichen die Daten definitiv, die wir von Netatmo bekommen.

Wie bzw. wann helfen die gesammelten Daten bei der täglichen Arbeit?
Thomas Kemming: Eine genaue Auskunft über die Niederschläge brauche ich selten bis gar nicht. Das bedeutet, ob es in einer Region 12 oder 15 Liter geregnet hat, ist in den häufigsten Fällen irrelevant. Was wichtig ist, ist vor der Anfahrt zu wissen, ob es möglich ist Felder zu befahren oder nicht. Somit kann die Einsatzplanung optimiert und Fahrtwege gespart werden.

Zudem sind aktuelle und auch vergangene Wetterdaten sehr hilfreich bei dem optimalen Einsatz der Pflanzenschutzspritze. Insofern sehe ich schon, dass die Sencrop Stationen auf dem jeweiligen Standort durchaus eine Berechtigung haben. Jedoch bräuchte es dann ein deutlich dichteres Netz an Stationen. So komme ich mit meinem bisherigen Vorgehen gut zurecht.

Sonja Kreuzer


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