Beruf & Bildung
15.09.2021

Hochschule Osnabrück belegt Vorteile von SHREDLAGE® in der Bullenmast

Fütterungsversuch in der Bullenmast

Harsewinkel/Osnabrück, 14. September 2021. In einem Fütterungsversuch konnte die HS Osnabrück klare Vorteile der Fütterung von SHREDLAGE® in der Bullenmast belegen. Die Ergebnisse liegen jetzt für die Veröffentlichung vor.

Seit Einführung des SHREDLAGE® Verfahrens im Jahr 2015 in Europa (2010 in Nordamerika) hat die intensive Aufbereitung des MCC SHREDLAGE® Korncrackers kombiniert mit Schnittlängen von 26 bis 30 mm viele Milchviehhalter überzeugt. Die Technologie führt zu Maissilagen mit einem hohen Anteil an groben Partikeln der Restpflanze bei vollständiger, intensiver Zerkleinerung der Maiskörner. In der Wiederkäuerfütterung verspricht der Einsatz von SHREDLAGE® gegenüber herkömmlicher Kurzschnitt-Maissilage eine verbesserte Strukturwirkung und Verdaulichkeit. Ob das Verfahren auch in der Bullenmast diese und weitere positive Effekte hinsichtlich Mastleistung, Tiergesundheit und Schlachtkörperwert zeigt, wurde erstmalig in Deutschland auf einem Praxisbetrieb in Münster-Amelsbüren untersucht.

Fütterungsversuch über 243 Tage
Im Rahmen eines 243-tägigen Fütterungsversuchs der HS Osnabrück (Prof. Dr. Heiner Westendarp, Prof. Dr. Hubert Korte, Laura Bunk, Kilian Fenske) wurde überprüft, wie sich die Fütterung von SHREDLAGE® im Vergleich zu konventioneller Maissilage auf die Futteraufnahme, Tageszunahme, Kotqualität (Verdaulichkeit), den Pansen pH-Wert und den Schlachtkörperwert von Mastbullen auswirkt. Zusätzlich wurden Messungen zur Verdichtbarkeit und Nacherwärmung an den Anschnittflächen beider Maissilagen durchgeführt.
Der Mais wurde Anfang September 2019 mit zwei Häckselketten geerntet. Für die konventionelle Maissilage kam ein gedrosselter CLAAS JAGUAR 970 mit dem MULTI CROP CRACKER (MCC) Classic L bei 30 % Drehzahldifferenz und 8 mm theoretischer Häcksellänge zum Einsatz. Die SHREDLAGE® erntete ein CLAAS JAGUAR 950 mit dem MCC SHREDLAGE® Korncracker bei 50% Drehzahldifferenz und 26 mm eingestellter Schnittlänge. Das Häckselgut wurde in einem konventionellen Fahrsilo eingelagert, wobei eine Seite des Silos mit Kurzschnitt-Maissilage und die andere Seite mit SHREDLAGE® gefüllt wurde. Zwei CLAAS XERION übernahmen das Verteilen und Verdichten. Die Kurzschnitt-Maissilage wurde mit einem Gesamtgewicht von 18 t und die SHREDLAGE® den größeren Schnittlängen und den Empfehlungen von CLAAS entsprechend mit einem höheren Fahrzeuggewicht von 22 t gewalzt.

Mehr Tiergesundheit und monetäre Vorteile
Nach einer Silierdauer von 11 Wochen begann die Verfütterung der Silagen an 72 Fleckviehbullen. Deren Lebendgewicht belief sich zu Versuchsbeginn auf durchschnittlich 382 kg. Nach Aufteilung in zwei Gruppen erhielt die Versuchsgruppe eine TMR (Total Mixed Ration) mit SHREDLAGE® ohne Stroh und die Kontrollgruppe eine TMR mit Kurzschnitt-Maissilage und Stroh. Die Rationen unterschieden sich nur in der Häcksellänge der Maissilagen, der Strohergänzung und dem isoenergetischen Ausgleich durch Triticale, Roggen und Körnermais. Die Energie- und Nährstoffgehalte lagen zwischen den Versuchs- und Kontrollrationen immer auf einem vergleichbaren Niveau.
Die Futteraufnahme wurde täglich als Gruppenmittelwert erfasst und dokumentiert. Zusätzlich wurden alle Tiere am 64. und wiederholt am 176. Versuchstag gewogen. Per Pansen-Boli wurde bei je sechs Tieren pro Gruppe über 150 Versuchstage der pH-Wert im Pansen gemessen und aufgezeichnet. Zusätzlich erfolgte an zehn Terminen eine Kotspülung, um Rückschlüsse auf die Verdaulichkeit der Rationen zu ziehen.
Bei der Schlachtung wurden schließlich das Schlachtkörpergewicht sowie die Handels- und Fettklasse ermittelt und verglichen. Der daraus resultierende Schlachtkörpererlös wurde den Futterkosten der Versuchs- und Kontrollgruppe gegenübergestellt. Berücksichtigt wurden dabei um 1,0 €/t FM (Frischmasse) höhere Grundfutterkosten für die SHREDLAGE® Variante, die neben der Ausrüstung des CLAAS JAGUAR auch das höhere Walzgewicht und die größeren Transportkapazitäten einbeziehen.

Die Auswertung aller Daten führte zusammengefasst zu folgenden Ergebnissen:
  • Mit 224 kg TM /m3 bzw. 216 kg TM/m3 wurde in den Varianten Kurzschnitt und SHREDLAGE® nahezu die gleiche Verdichtung im Silo ohne signifikante Unterschiede erzielt. Auch in der kritischen oberen Schicht war die Verdichtung mit 183 bzw. 181,9 kg TM/m3 auf gleichem Niveau. Dies belegt einmal mehr, dass sich SHREDLAGE® unter Berücksichtigung eines höheren Walzgewichts genauso gut verdichten lässt wie Kurzschnitt-Silage.
  • Die Tiere der Kurzschnitt-Gruppe nahmen im Mittel täglich 10,5 kg TM und die der SHREDLAGE®-Gruppe um 10,2 kg TM TMR auf.
  • Die Lebendgewichte waren am 64. Versuchstag mit knapp 480 kg in beiden Gruppen vergleichbar. Am 176. Versuchstag erreichten die Tiere der SHREDLAGE®-Gruppe mit 648,6 kg im Vergleich zu denen der Kurzschnitt-Gruppe ein um 7,4 kg niedrigeres Gewicht. Der Unterschied ließ sich nicht statistisch absichern. Die tägliche Zunahme  innerhalb der ersten 176 Tage entsprach bei den Kurzschnitt-Tieren 1,55 kg und bei den SHREDLAGE®-Tieren 
1,51 kg und unterschied sich nicht signifikant.
  • Trotz etwas niedrigerer Tageszunahmen in den ersten 176 Tagen der SHREDLAGE®-Tiere hatten diese mit 402,9 kg gegenüber den Kurzschnitt-Tieren ein um etwa 6 kg höheres Schlachtkörpergewicht. Der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Bei der Schlachtkörperbewertung nach Handelsklasse erhielten die Tiere der SHREDLAGE®-Gruppe im Mittel ein R+, die der Kurzschnitt-Gruppe dagegen ein R bis R+. Als Fettklasse bekamen die SHREDLAGE®-Tiere mit 2+ eine bessere Bewertung, während die der Kurzschnitt-Tiere stärker zu einer 3- tendierte. Die Handelsklasse der SHREDLAGE®-Gruppe erwies sich damit als tendenziell besser und die Fettklasse als signifikant günstiger.
  • Bei den Kotspülungen fanden sich im Ober- und Mittelsieb bei der SHREDLAGE®-Variante weniger Rückstände als bei der Variante Kurzschnitt. Daraus kann auf eine bessere Verdaulichkeit der Ration geschlossen werden – trotz größerer Schnittlängen.
  • Im pH-Tagesverlauf zeichnete sich bei den SHREDLAGE®-Tieren im Vergleich zu den Kurzschnitt-Tieren ein höheres Niveau ab, was die Faserverdaulichkeit begünstigte. Die höheren pH-Werte der mit SHREDLAGE® gefütterten Tiere zeigen Potential, die Azidoseinzidenz zu senken und damit die Tiergesundheit zu verbessern.
  • In der SHREDLAGE®-Ration konnte auf Futterstroh verzichtet und infolgedessen zusätzlich Kraftfutter eingespart werden.
  • Die monetäre Auswertung von Silierkosten, Futterkosten und Schlachtkörper ergab einen Mehrwert von rund 39 Euro pro Tier zugunsten der SHREDLAGE®-Variante.

Die detaillierten Daten und ausführlichen tabellarischen wie grafischen Auswertungen können durch die HS Osnabrück zur Verfügung gestellt werden: E-Mai:

Hochauflösendes Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung können Sie hier herunterladen:
https://dam.claas.com/pinaccess/showpin.do?pinCode=80kcimB5dPKz

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