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02.07.2021

Investitionsprogramms Landwirtschaft - Ist gut gemeint auch gut gemacht?

Investitionsprogramms Landwirtschaft - Ist gut gemeint auch gut gemacht?
HANNOVER. Bundesministerin Julia Klöckner hat die Lieferfrist für Landmaschinen im Rahmen des Investitionsprogramms Landwirtschaft verlängert und die Positivliste ausgeweitet. „Wir begrüßen die Ziele des Ministeriums für mehr Klima- und Umweltschutz sowie die Sicherung von Ernte und Wirtschaftlichkeit durch das Investitionsprogramm“ so der Präsident des Bundesverband Lohnunternehmen e.V. Klaus Pentzlin.
„Allerdings muss bezweifelt, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichend wirksam sind“. Der Präsident stellt fest, dass die Investitionszuschüsse nachfragebedingt zu steigenden Preisen für Neumaschinen im Handel führen und Gebrauchte beträchtlich an Wert verlieren. „Dann bleibt von der 40-prozentigen Förderung netto nicht mehr viel übrig. Zudem ist beispielsweise der Ersatz einer drei Jahre alten Pflanzenschutzspritze technisch und wirtschaftlich selten sinnvoll“, so Pentzlin weiter. „Es kommt am Ende doch nicht darauf an ein Werkzeug zu besitzen, sondern darauf, dass das gewünschte Ergebnis erreicht wird - und genau das sollte honoriert werden“.
Der Landwirt als Auftraggeber sollte eine Förderung für die durchgeführte Maßnahmen erhalten und kann dementsprechend die höheren Arbeitspreise seines Lohnunternehmers bezahlen, der auf eigene Verantwortung in umweltschonende Technik investiert. Das Geschäftsmodell der Lohnunternehmer ist für seine Kunden die maschinennahe Arbeitserledigung auszuführen.
Dadurch spart der Landwirt einerseits Zeit, schont die Liquidität und nutzt das Know-how seines Dienstleisters, profitiert aber anderseits von niedrigeren Maschinenkosten, da die Technik breiter eingesetzt wird. „Wir spüren seit dem Start des Programmes, dass wieder viele Landwirte im Lichte eines 40-prozentigen Investitionszuschusses zur Selbstmechanisierung neigen. Ein Investitionszuschuss von 10 Prozent steht zwar auch unseren Mitgliedern zu – Spaß an landwirtschaftlichen Dienstleistungen sieht aber anders aus“, so Dr. Hartmut Matthes, Geschäftsführer im Bundesverband Lohnunternehmen e.V.
Pressemitteilung Bundesverband Lohnunternehmen e.V. als Reaktion auf folgende Pressemitteilung des BMEL
 
Klöckner erleichtert Investitionen in moderne Landmaschinentechnik
Verlängerung der Lieferfristen und größere Auswahlmöglichkeit
Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat die Lieferfrist für Landmaschinen im Rahmen des Investitionsprogramms Landwirtschaft verlängert und die Auswahl ausgeweitet. So soll ein größtmöglicher Mittelabfluss gewährleistet werden.
Mit dem Start des eine Milliarde Euro starken Programms im vergangenen Jahr hatte die Bundesministerin einen Modernisierungsschub der Landwirtschaft angestoßen. Mit der Förderung modernster Technik, unter anderem für das passgenaue Ausbringen von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln, werden Klima- und Umweltschutz auf der einen und Erntesicherung und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite zusammengebracht.
Auch aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist aktuell aber die Produktionskapazität und damit die Lieferfähigkeit der Hersteller von Maschinen und Geräten beeinträchtigt. Die Lieferung innerhalb der in der Bewilligung vorgegebenen Frist ist dadurch nicht immer gewährleistet.
Hierauf reagiert Bundesministerin Julia Klöckner und hat beschlossen, dass die Zuwendungsempfänger bei nachweislichen Lieferschwierigkeiten eine Verlängerung der Lieferfrist über den 1. Dezember 2021 hinaus bis in das Jahr 2022 beantragen können. Anträge hierfür können ab dem 1. August 2021 bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gestellt werden.
  • Als Nachweis der Lieferschwierigkeit ist dem Übertragungsantrag eine Bestätigung des Anbieters (Händler bzw. Hersteller) beizufügen, dass der bewilligte Fördergegenstand nicht fristgerecht lieferbar ist.
  • Weitere Informationen zum Verfahren der Beantragung werden auf der Homepage der Landwirtschaftlichen Rentenbank bekannt gegeben.
Darüber hinaus gilt ab sofort eine weitere Erleichterung für die Landwirte: Bisher konnte ein Zuwendungsempfänger im Falle von nachgewiesenen Lieferengpässen nur dann auf einen anderen Fördergegenstand der gleichen Produktkategorie wechseln, wenn der neue Fördergegenstand zum Zeitpunkt der ursprünglichen Antragstellung bereits auf der Positivliste verzeichnet war.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat diese Regelung gelockert, damit möglichst viele Betriebe von der Förderung im Sinne des Klimaschutzes profitieren: Ab sofort kann auch eine Maschine der gleichen Kategorie gefördert werden, die erst nach der ursprünglichen Antragstellung auf die Positivliste aufgenommen wurde. Auch hier müssen entsprechende Nachweise für die Lieferschwierigkeiten zusammen mit dem Änderungsantrag eingereicht werden.
Pressemitteilung BMEL Nummer 97 vom 7. Juni 2021

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