Beruf & Bildung
23.06.2021

Bessere Preise mit variablem Reifendruck? – Teil 1

Reifendruck

Die richtigen Reifen w hlen und den Reifendruck passend zum Acker oder der Straße einstellen.
Gute Traktoren sind besser, wenn fachkundige Fahrer damit arbeiten und die richtigen Reifen montiert sind. Lohnunternehmer wählen zunehmend Reifendruckanlagen, um aus der Kabine den Reifendruck für Acker und Straße einzustellen.

„Variabler Reifendruck wird von den Landwirten nicht bezahlt“ sagen Dienstleister bei der Preisgestaltung. Aber, wer tiefe Spuren prägt, oder zulässt, gehört zu den zukünftigen Verpächtern und bietet, als Lohnunternehmer, sichtbar schlechtere Arbeit. Wer Gülle düngt und Auslastung will, wird mit variablem Reifendruck arbeiten, denn z.B. 50 Betriebsstunden mehr Umsatz lohnen das Nachdenken. Bei der sinnvollen Frühjahrsdüngung sind flache Spuren eine wichtige Anforderung der fachkundigen Landwirte.

Der informierte Fahrer verlässt sich beim Ziehen, Lenken, Bremsen, Tragen und Federn auf die Reifen. Die Motorleistung wird bei Zugarbeiten mit den Reifen in Zugleistung umgewandelt. über 13.000 Landwirte und Lohnunternehmer in Deutschland stellen den Reifendruck in der Kabine ein, passend zur Arbeit, zum Acker, der Wiese, oder der Straße. Oftmals zählt bei den Pionieren die frühe und längere Befahrbarkeit, insbesondere bei der Düngung mit Gülle.

Sie machen gute Erfahrungen mit flachen Spuren, weniger Schlupf, mehr Zugkraft, mehr Flächenleistung bei mehr Bodenschutz. Denn weniger Schlupf bringt mehr Flächenleistung und flachere Spuren schützen den Boden. Kaufgründe für Reifendruckanlagen: ca. 10 % weniger Dieselverbrauch, gesparte Traktorstunden, Lohnkosten, Maschinenkosten, weniger Sand im Gras und besserer Ertrag durch weniger Schadverdichtungen. Nach Messungen der Fachhochschule Soest von Professor Weyer und Professor Laser sind ca. 40 % des Grünlandes schadverdichtet.

Gerd Wolken hat eine 1 bar Häckselkette im Einsatz
Als gutes Beispiel hat der Unternehmer Gerd Wolken aus Wittmund eine 1 bar Häckselkette auf die Räder gestellt und bietet mehr Bodenschonung und bessere Futterernte an. Gerd Wolken verlangt für mehr Grasnarbenschonung höhere Preise, erzielt Kostendeckung und profiliert sich als Qualitätsdienstleister.

Aktuell sind neue „IF“ und „VF“ Reifenangebote im Markt. IF und VF-Reifen haben flexiblere Flanken und können mit niedrigerem Reifendruck die gleiche Last im Vergleich zu üblichen Radialreifen tragen. Auch IF und VF- Reifen funktionieren mit variablem Reifendruck besser.

Der Traktor und die Maschine haben nur die Kontaktflächen der Reifen mit dem Boden, um Gewicht abzustützen und die Motorleistung zu übertragen. Je größer die Kontaktflächen sind, umso flacher wird die Spur, es können mehr Stollenpaare in den Boden eingreifen. Je mehr Stollenpaare sich mit dem Boden verzahnen, umso besser wird die Motorkraft in Zugleistung umgesetzt. Schlupf hat nur Nachteile: für den Boden, beim Reifenverschleiß, beim Dieselverbrauch und bei der Flächenleistung.

Bei ausgetrocknetem Boden dringen die Stollen nicht ein, sondern rollen leicht auf der tragf higen Oberfläche. Je mehr Stollen das Drehmoment abstützen, auch bei trockenem Boden, je weniger dieselzehrender Schlupf ist fällig. Außerdem werden der Boden und die Bodenlebewesen durch die geringere Last pro cm  besser geschützt, sichtbar durch flachere Spuren und gleichmäßigen Ertrag. Weniger und flache Spuren machen weniger Schaden in der Bodenstruktur mit ca. 50 % Porenvolumen, eine wesentliche Basis für guten Ertrag.

Bei der Reifenwahl werden Sie große, breite, radiale Reifen bevorzugen und Sie treffen auf sehr unterschiedliche Reifenpreise. Reifen werden weltweit hergestellt, im Preiswettbewerb vermarktet und Angebote aus Indien, wie der Markenreifen BKT, oder aus Israel mit Alliance, sind preiswerter im Vergleich zu den bekannten Premiummarken. Häufig kann mit der Preisdifferenz der variable Reifendruck mit einer Reifendruckanlage nachgerüstet werden.

Mehr Qualität in der Dienstleistung wird durch Reifendruckanlagen machbar
Aus der Kabine einstellbarer Reifendruck verbessert Ihre Traktorarbeit und kann die gute fachliche Praxis mit dem respektvollen Umgang mit fruchtbarem Boden verbessern. Fruchtbarer Boden ist Lebensgrundlage für alle Bewohner, also die Allgemeinheit.

Durch variablen Reifendruck gewinnt der Traktor ca. 15 % mehr Zugleistung bei 10 % weniger Dieselverbrauch. Wenn Sie die 10 % Dieseleinsparung mal 3 nehmen haben Sie den betrieblichen Nutzen der Reifendruckanlage; anders ausgedrückt in 3 Jahren bezahlt sich der variable Reifendruck.

Beim Neukauf eines gut genutzten Traktors ist die Entscheidung für den teureren Markenreifen sinnvoll, denn bei Bodenbearbeitung, Saat, Düngung und Transport auf dem Feld und der Wiese ist Bodenschonung ein wichtiger Kaufgrund. Beim Ersatzkauf werden häufig preiswertere Reifen gekauft. Wichtig sind der kompetente Händler und der erfahrene Monteur. Das Einstiegskriterium für die Reifenwahl ist die Felgengröße, die in Zoll angegeben wird.

Für Traktoren sind die Felgengrößen wichtig, also Durchmesser: 24 Zoll, 28 Zoll, 30 Zoll, 34 Zoll, 38 Zoll, 42 Zoll und 46 Zoll.
Felge und Reifen müssen zusammenpassen; prüfen Sie in der Reifenbetriebsanleitung der Hersteller die empfohlene Felge, die Tragfähigkeit des Reifens bei den angestrebten Reifendrücken, die Geschwindigkeitsfreigabe und die Voreilung der Allradachse im Vergleich zur Hinterachse. Die Vorlaufprüfung beim qualifizierten Reifenhändler in der Theorie und durch Messen an den Reifen sollte 1 – 3 Prozent betragen, damit die Reifen synchron ziehen.

Sie finden im Internet bei www.Terranimo. world, sowie bei den wichtigen Reifenmarken, die Freigaben der Hersteller für Last, Geschwindigkeit und Reifendruck als Empfehlungen. Großhändler, wie Grasdorf, oder Bohnenkamp, organisieren Reifen aus aller Welt und beliefern regionale Reifenhändler.

Reifen auf Traktoren und Erntemaschinen sind teure Hochleistungsprodukte mit Verschleißkosten je Traktorbetriebsstunde, zum Beispiel beim Michelin IF 710 / 85 R 38 AxioBib von 2 – 4 Euro. Nach etwa 2 500 bis 6 000 Traktorstunden sind Reifen abgenutzt, der dieselzehrende, teure Schlupf bei Zugarbeiten auf dem Feld oder der Wiese zwingt zum Neukauf. In der Bodenbearbeitung sollten Sie bei 60 % Stollenverschleiß den neuen Reifen montieren. Je mehr Straßenfahrten Reifen verkraften müssen, umso schneller verschleißen sie. Bei Straßenfahrten gilt die Verschleißgrenze mit 1,6 mm Stollenhöhe.

Fachmännisch erneuerte Reifen vom Reifen-Center- Hofdmann aus Wittmund sparen Geld, Rohstoffe und Energie und sind eine Anfrage wert. www.runderneuerungstechnik@ hofdmann.de oder Hofdmann Runderneuerungstechnik GmbH, Aselerstra e 11, 26409 Wittmund.

Prof. Dr. Ludwig Volk

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Waagerecht ziehender Traktor mit Frontballast und 1,6 bar Reifendruck in den BKT-Reifen beim Pflügen mit ca. 16 % Schlupf, angezeigt im Terminal. Die BKT-Reifen werden insbesondere in der Ersatzbeschaffung montiert, die Erfahrungen sind gut. Mit variablem Reifendruck würde in allen Reifen mit 1 bar und unter 10 % Schlupf gepflügt und auf der Straße mit 1,8 bar sicher gefahren. Wählt der Praktiker 1 bar Reifendruck aus, verbessert sich die Vorfahrt von 5 km/h auf 6 km/h. Anstelle der jetzigen Flächenleistung von 0,9 Hektar/Stunde erreicht er knapp 1 Hektar in der Stunde. Je Pflugstunde werden durch mehr Traktion und mehr Hektarleistung ca. 6 € gespart. Quelle: VOLK Waagerecht ziehender Traktor mit Frontballast und 1,6 bar Reifendruck in den BKT-Reifen beim Pflügen mit ca. 16 % Schlupf, angezeigt im Terminal. Die BKT-Reifen werden insbesondere in der Ersatzbeschaffung montiert, die Erfahrungen sind gut. Mit variablem Reifendruck würde in allen Reifen mit 1 bar und unter 10 % Schlupf gepflügt und auf der Straße mit 1,8 bar sicher gefahren. Wählt der Praktiker 1 bar Reifendruck aus, verbessert sich die Vorfahrt von 5 km/h auf 6 km/h. Anstelle der jetzigen Flächenleistung von 0,9 Hektar/Stunde erreicht er knapp 1 Hektar in der Stunde. Je Pflugstunde werden durch mehr Traktion und mehr Hektarleistung ca. 6 € gespart. Quelle: VOLK