Beruf & Bildung
22.03.2021

BLU-Fachtagung

Erstmals online

Mitte März fand die erste Online-Fachtagung des Bundesverband Lohnunternehmen statt. Über „Zoom“ informierten sich rund 160 Teilnehmer über die Themen Digitalisierung, Strukturwandel und Förderungsmöglichkeiten.

Vier spannende Vorträge standen auf dem Programm, durch das BLU Geschäftsführer Dr. Hartmut Matthes souverän führte.
Den Anfang machten betriko-Geschäftsführer Torben Calenberg sowie Martin Schönberg, 365 FarmNet, die eine neue digitale Schnittstelle dieser beiden Managementlösungen vorstellten. Dadurch können sich Lohnunternehmer, die mit der betriko-Software Agrarmonitor arbeiten, Auftragsdaten online von Landwirten zusenden lassen, die 365 FarmNet nutzen.

Wandel in der Landwirtschaft
Im zweiten Part der Fachtagung stellte Sven Häuser, DLG-Fachzentrum Landwirtschaft, Daten zum aktuellen Strukturwandel bei den viehhaltenden Betrieben vor. Anhand dessen erläuterte er, welche Risiken und Chancen sich daraus zukünftig für die Lohnunternehmer ergeben. Die Tierhaltung in Deutschland stehe derzeit von vielen Seiten unter Druck: Corona, Klimawandel und Emissionen aus der Landwirtschaft, ASP sowie Vogelgrippe, Fleischalternativen, die Düngeverordnung, das Image der Landwirtschaft – das waren Punkte, die Sven Häuser unter diesem Punkt zusammenfasste. Gemeinsam mit den Lohnunternehmern sei es möglich, weniger Verluste zu erzeugen, präziser und somit insgesamt effizienter zu arbeiten.
Ein ähnliches Bild zeichnete Dr. Carl-Christian Meyer, Gesellschafter der Ackerbaubetriebsberatung BB Göttingen GmbH. Die Ackerbaubetriebe hätten Probleme, die Arbeitserledigungskosten zu senken. Der Einsatz von Lohnunternehmern zur Senkung der Maschinenkosten sei aber immer noch für viele Ackerbauern keine echte Alternative. Ein Dienstleister müsse deshalb heute mehr als eine technische Tätigkeit anbieten. Vielmehr müsse der Lohnunternehmer mit geschultem Personal eine perfekte Arbeit abliefern.

Verteilung der Bauernmilliarde
Die Förderung des Kaufs umweltschonender Dünge- und Pflanzenschutztechnik durch die sogenannte „Bauernmilliarde“ war das abschließende Thema der Fachtagung. Dr. Klaus Hollenberg von der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt, die die Verteilung der Fördergelder prüft und abwickelt, gab Einblicke in die aktuelle Beschlusslage. Nachdem der erste Antragstermin gelaufen ist und zum Teil für Chaos gesorgt hat, da z.B. Server überlastet waren, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, in dessen Auftrag die Rentenbank handelt, ein neues Antragsverfahren ausgearbeitet. Alle Antragsteller sollen sich nun ohne Zeitdruck registrieren und ihre Formulare bearbeiten können.
BLU-Präsident Klaus Pentzlin erklärte dazu, dass der Verband glücklich sei, dass die Lohnunternehmer bei der Vergabe der Bauernmilliarde Berücksichtigung finden. Wenngleich er sich als Präsident der Dienstleister immer dafür ausgesprochen habe, von Techniksubventionen abzusehen. Diese würden innovative Betriebe, zu denen er viele Lohnunternehmer zählt, die neue Technik und Verfahren marktfähig machen, bestrafen.

Veranstaltung verpasst?
Wer die Fachtagung verpasst hat, kann diese gerne auf dem YouTube-Kanal des BLU nachschauen.



Die Vorträge können Sie zusätzlich als PDF im internen Migliederbereich im Downlaod-Center herunterladen.

Björn Anders Lützen
Redaktion LOHNUNTERNEHMEN


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