Beruf & Bildung
27.01.2021

Start in die Güllesaison 2021

Die Düngeverordnung regelt die Ausbringung von Düngemitteln in Menge und Termin. Generell definiert und differenziert sind die Sperrfristen auf Acker- und Grünland, in „normalen“ und „roten“ (nitratbelasteten) Gebieten für stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel in organischer oder mineralischer Form.

Für Lohnunternehmen sind insbesondere die Sperrfristen für Wirtschaftsdünger von Bedeutung:

Gülle
Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert generell bis einschließlich 31. Januar. Im Herbst sind Ausnahmen in Zwischenfrüchten und Winterraps sowie Wintergerste möglich, wenn diese Düngebedarf haben. Eine Verschiebung der Sperrfrist auf Ackerland ist nicht möglich.

Die Sperrfrist für Grünland (auch Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau) beginnt am 1. November und dauert ebenfalls bis einschließlich 31. Januar. In nitratbelasteten Gebieten kann der Beginn der Sperrfrist durch die Landesregierung vorverlegt werden.

Festmist
Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost dürfen zwischen dem 1. Dezember und 15. Januar weder auf Acker- noch auf Grünland aufgebracht werden. In nitratbelasteten Gebieten ist die Sperrfrist vom 1. November bis 31. Januar erweitert.

Verschieben der Sperrfrist
Verschiedene Bundesländer erlauben ein Verschieben der Sperrfrist um zwei oder um vier Wochen nach vorn. Das bedeutet, dass ein vorgezogener Beginn im Frühjahr mit einem vorgezogenen Ende im Herbst einhergeht.  

Aufnahmefähigkeit des Bodens
Auch außerhalb der Sperrfristen ist zu beachten: Auf überschwemmten, wassergesättigten, schneebedeckten oder gefrorenen Böden ist das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln verboten.

Diesbezüglich haben sich gegenüber früheren Regelungen weitere Verschärfungen ergeben:
  • Eine Fläche kann auch dann „schneebedeckt“ sein, wenn der Schnee nicht flächig oder nur in geringer Höhe liegt (Schaubilder unter www.lfl.bayern.de)
  • Auf gefrorenem Boden ist eine Düngung nicht erlaubt. Ein Boden gilt als gefroren, wenn dieser zum Zeitpunkt der Düngung an der Oberfläche oder in beliebiger Tiefe Frost aufweist.
Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Landwirtschaftskammern und -ämter.
Bitte handeln Sie im eigenen Interesse nach den Vorgaben der aktuellen Düngegesetzgebung, denn es kommt immer wieder zu Anzeigen von Anwohnern und Erholungssuchenden, die sich mittlerweile in der Rechtslage gut auskennen. 

Dr. Martin Wesenberg

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Dr. Martin Wesenberg
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