Beruf & Bildung
15.01.2021

Den Agrarservicemeister meisterten sie meisterhaft!

Ich freue mich, Ihnen in diesem Artikel unsere erfolgreichsten ASM Absolventen von den Standorten Kleve, Nienburg und Triesdorf vorstellen zu dürfen. Leider war keine
feierliche Ehrung auf einer DeLuTa-Bühne möglich. Die Geld- und Sachpräsente wurden
daher in kleinem Kreis überreicht. Ein besonderer Dank geht an die Sponsoren Amazone, Krone und Holmer, die diese Ehrung möglich machten.


Ich konnte die Agrarservicemeister interviewen und berichte nun über die drei frisch gebackenen Meister:

Vom Musiker zum Agrarservicemeister: Liam Tosar (25 Jahre)
Mit 8 Jahren ist Liam Tosar in die Kapelle eingetreten, man kann sagen, dass das bereits sehr wegweisend für sein weiteres Leben war. Er traf auf den ebenfalls musikalischen Lohnunternehmer Dirk Hasse. Nach diesem Treffen war klar, ab jetzt werden die Schulferien genutzt, um in dem Lohnunternehmen Hasse mitzuhelfen, wo es nur geht.


Liam Tosar (links) erhält seine Meisterurkunde und den Gutschein für ein ADAC Fahrsicherheitstraining von Dr. Martin Wesenberg.

Ein paar Jahre später nach dem Abi hat Liam die Qual der Wahl zwischen seinen zwei leidenschaftlichen Hobbies Musik und Landwirtschaft. Er entschied sich für die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice beim Lohnunternehmen Hasse. Von Anfang an konnte er Verantwortung im Betrieb übernehmen, so war er bereits während der Ausbildung fester Bestandteil bei der Implementierung von AGRARMONITOR in die Betriebsabläufe.

Nach der Ausbildung war wieder eine schwere Entscheidung zu treffen: Duales Studium oder doch lieber der Agrarservicemeister? Dirk Hasse hat ihn bei der Entscheidungsfrage gut Beraten und hat ihm alle Wege offengelassen. Es folgte ein Praktikum bei Krone und
dann die Ausbildung zum Agrarservicemeister.

Liam verbringt seine Zeit bei Hasse nun sehr gerne im Büro mit Strategischem,
Kalkulatorischem und dem Rechnungswesen. Er arbeitet dort jedoch nur noch in Teilzeit, da er sich bereits auf seinen nächsten Lebensabschnitt vorbereitet. Unerwartet wird er den Betrieb DBM Metallbau von seinem Stiefvater übernehmen. Liam ist davon überzeugt, dass das Gelernte während der Ausbildung und des Meisterkurses ihn dabei sehr unterstützen werden. Für das Alltagsgeschäft des Metallbauers wird er sich einen Meister in diesem Bereich suchen. Liam selbst möchte lieber das Führen des Unternehmens aus dem Büro heraus übernehmen.

Sein besonderer Dank geht an Dirk Hasse, der ihn ständig unterstützt, beraten und den benötigten Freiraum gelassen hat, um persönliche Entscheidungen zu treffen.

„Triesdorf ist wie eine große Familie“ Lukas Kugler (24 Jahre)
Lukas Kugler aus Polsingen, erzählt mit einer bayrischen Leichtigkeit und Sympathie: „Schon früh war klar, dass die Arbeit auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb das Richtige ist. Nur die Kühe müssen nicht sein!“ Für Lukas war es eindeutig: erst FAS, dann ASM. Er stellte sich damals schon vor, dass für ihn eine mögliche Familienplanung mit einem Meisterbrief leichter fallen könnte. Außerdem versprach er sich mit dem Meisterbrief
mehr Zukunftsoptionen im Arbeitsleben. Der passende Betrieb, auf dem er immer noch leidenschaftlich gerne arbeitet, ist das Lohnunternehmen Mrasek in Treuchtlingen.

Lukas Kugler hat mit großer Unterstützung seines Chefs und mit Leidenschaft und viel Einsatz die Prüfung abgelegt.

Da der elterliche Betrieb nur 30 Minuten weit von Triesdorf entfernt ist, ist er während des Blockunterrichts gependelt. Seine Familie hat sich über jede freie Minute von ihm gefreut, bei dem sie ihn einspannen konnte. Trotzdem hat er die Nachmittags- und Abendveranstaltungen mit den anderen Meisteranwärtern genießen können. Die Klasse
hat sehr gut zusammengearbeitet, man habe sich jederzeit gegenseitig unterstützt und Freundschaften aufgebaut. Vor allem technische Themen konnten super rübergebracht werden, da viele Maschinen und Felder zur Verfügung stehen. Es wurde mit und an der Vielzahl von Maschinen erklärt und diskutiert.

Alle Lehrkräfte standen zur Verfügung und waren bereit mit den Anwärtern zu diskutieren und Lösungen zu finden. So waren die Austauschmöglichkeiten einfach enorm groß!

Im Betrieb kümmert sich Lukas nach der abgeschlossenen Meisterausbildung, mit einem Kollegen, besonders um die Gülleausbringung und die sieben Häcksler. Er hat im ASM Kurs gelernt, wie man Azubis anleitet, und schätzt das im Kurs erworbene Hintergrundwissen sehr.

Der schönste Tag des Kurses war der letzte Prüfungstag. Es wurden die Lehrer eingeladen und gemeinsam gegrillt. Von allen ist der Druck abgefallen und man war froh, dass es geschafft ist. Der Tag wird ihm noch lange in Erinnerung bleiben. Die ersten Klassentreffen waren bereits geplant aber konnten wegen Corona nicht stattfinden. Nach
der Pandemie wird es sicher ein Wiedersehen geben.

Bankkaufmann und Agrarservicemeister, Christoph Claus (27 Jahre) aus Issum
Aufgewachsen ist Christoph Claus auf dem elterlichen Lohnunternehmen in Issum. Nach dem Abi entschied er sich für eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Doch schon während der Ausbildung jobbte er nebenbei auf dem elterlichen Lohnunternehmen nur allzu gerne. Die Bankbranche verließ er dann direkt nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung wieder für eine weitere Lehre zur Fachkraft Agrarservice. Heute sagt er zu diesem Wechsel: „Trotz guter Verdienstmöglichkeiten und besserer Freizeitgestaltung als Bankkaufmann, möchte ich lieber in der Lohnunternehmerbranche arbeiten.“ Er weiß was er mit seinem Jobwechsel aufgegeben hat, aber sieht vorrangig die Vorteile. In seinem Ausbildungsbetrieb, Lohnunternehmen Strompen, fand er bereits während der Ausbildung die erhoffte Abwechslung, die der Beruf mit sich bringt.

Die Ausbildung auf einem anderen Betrieb und nicht auf dem Familienbetrieb zu machen, hat ihm geholfen die Perspektiven zu wechseln. Er konnte persönlich und fachlich viele neue Eindrücke sammeln und sie mit nach Hause nehmen. „Der Arbeitstag ist einfach anders, wenn der eigene Vater nicht der Chef ist“, so Christoph Claus. „Auch nicht so gerne gesehene Aufgaben wurden dort dann ohne „murren“ angenommen.“ Wiederholt betonte er, wie gut es war, das Nest verlassen zu haben.

Ein anschließendes Studium in Agrartechnik oder Agrobusiness hatte er sich angeschaut, aber nichts konnte ihn so überzeugen wie der Agrarservicemeister. Das langfristige Ziel war bereits damals, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, dafür stand an erster Stelle der praktische Bezug. Die LU Branche ist sehr speziell und ein so spezielles Studium gäbe es nicht.

Diese Meinung verfestigte sich bei ihm, nachdem er jetzt den Meisterkurs in Kleve erleben konnte. Besonders gefallen hat ihm an der Weiterbildung, dass die Anwärter teilweise aus weit entfernten Regionen kamen, so zum Beispiel die zwei Kollegen aus Flensburg bzw. von der Schweizer Grenze. Die regionalen Unterschiede und doch viele Gemeinsamkeiten zu finden und zu besprechen war ein Highlight.

In naher Zukunft will er den Betrieb seiner Eltern, mit den Schwerpunkten der landwirtschaftlichen Komplettbewirtschaftung, Transport- und Baggerarbeiten,
übernehmen. Nach der Ausbildung stand der praktische Bezug der Arbeit im Vordergrund,
um die Kunden und Geschäftspartner besser kennenzulernen. Nun wird er sich nach und nach mehr auf das Büro konzentrieren. Die Bankgespräche hat er selbstverständlich schon länger übernommen. Er wird den Platz mit seinem Vater im Büro tauschen, der sich schon freut wieder mit dem Schlepper zum Kunden fahren zu können. Christoph schätzt es sehr, dass seine Eltern auch nach der Betriebsübergabe noch weiter im Betrieb arbeiten werden.

Er hat durch die FAS Ausbildung und den ASM Kurs viele verschiedene Betriebe kennengelernt und konnte Vor- und Nachteile unterschiedlichster Systeme herausziehen und mit nach Hause nehmen.

Top Meisterkurs
Alle drei frisch gebackene Agrarservicemeister von den Standorten Kleve, Nienburg und Triesdorf empfehlen die Kurse weiter. Das ist das schönste Feedback, die diese Weiterbildung bekommen kann. Es gab keine dummen Fragen, der ständige und offene Austausch zwischen Anwärtern, Dozenten und Betriebsleitern ist an allen drei Standorten außerordentlich gelobt worden.

Wir freuen uns sehr, dass wieder ein Jahrgang nach einer so intensiven Zeit in das Arbeitsleben entlassen worden ist und wünschen allen Absolventen einen freudigen Blick in die Zukunft.

Vielen Dank an die Sponsoren Amazone, Holmer und Krone die die Geldund Sachpräsente ermöglicht haben!

Sonja Kreuzer

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v.l.n.r. Erwin Schlüter, Christoph Claus, Norbert Hackstein, Adam Luig v.l.n.r. Erwin Schlüter, Christoph Claus, Norbert Hackstein, Adam Luig

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