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07.10.2020

Mechanische Unkrautbekämpfung – neu gedacht

Gerade bei intensiv betriebenem Ackerbau stellen sich vermehrt Resistenzen gegenüber Problem-Unkräutern ein. Diese lassen sich oft nicht mehr durch entsprechende Herbizide eindämmen. Zudem wächst der gesellschaftliche Druck auf den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel.

Vor diesem Hintergrund entwickelte die Zürn Harvesting GmbH mit Sitz in Schöntal-Westernhausen gemeinsam mit dem französischen Landwirt und Techniker Romain Bouillé ein komplett neues mechanisches Verfahren der Beikrautregulation.

Im Unkrautsammler TOP CUT collect kombiniert Zürn intelligent das Abschneiden der Beikräuter über dem Bestand der Hauptkultur mit dem Sammeln und Abtransport dieses Schnittgutes. Dadurch wird der Bodenvorrat an Beikrautsamen deutlich reduziert und so die Feldhygiene merklich verbessert.

Ob diese Maschine interessant für Lohnunternehmen sein könnte fragte sich auch VdAW Lohnunternehmer Heinz Ebert.

Gemeinsam mit Zürn und der VdAW Geschäftsstelle wurde deshalb eine Vorführung in einem Zuckerrübenbestand organisiert. Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit hatte hier die Herbizidmaßnahme versagt und der Meldenbesatz war dementsprechend hoch.

Am Mittwoch, den 26.August trafen sich Lohnunternehmer vom VdAW und interessierte Landwirte, um den Praxistest der Maschine zu verfolgen.

Ein engagiertes Zürn Team stellte zunächst die Maschine vor, erläuterte die Arbeitsweise und überzeugte schließlich mit einer sauberen Arbeit im Feld. Der Unkrautsammler mit eigener Achse wird vom Traktor wie eine angehängte Pflanzenschutzspritze gezogen.

Das Maschinenkonzept besteht aus zwei Auslegern mit einem Doppelmesser-Schneidesystem an, das ein Querförderband anschließt. Eine helixförmige Spezialhaspel fördert dabei die Samenstände besonders schonend und sicher vom Messerbalken auf das
Transportband. So fallen keine Samen an dieser Stelle aus. Über ein weiteres Förderband wird dann der Sammelbunker beschickt.

Schätzungsweise konnten an diesem Tag 60 % der Melde durch die neue Verfahrenstechnik abgefahren werden. Dies wird ausreichend sein, um der Zuckerrübe einen entsprechenden
Wachstumsvorteil zu verschaffen und wird zudem die spätere Ernte erleichtern, da es zu weniger verstopften Rodeaggregaten durch den geringeren Unkrautbesatz kommen wird.

Wir bedanken uns beim Zürn-Team für seine Flexibilität, sein Engagement und für einen interessanten Vormittag.

Birgit Schulz

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