Beruf & Bildung
09.09.2020

SOS: Sauberkeit + Ordnung = Sicherheit

Ordnung und Sauberkeit am Hof

Ordnung ist ein leidiges Thema aber wussten Sie schon: In einen Koffer passen mehr Geldscheine, wenn sie ordentlich gebündelt sind. Also nehmen Sie sich der Sache an. Es lohnt sich!

Den Hof und die Werkstatt zu Erntezeiten oder anderen arbeitsintensiven Phasen sauber zu halten fällt häufig schwer. Vor allem, wenn genug anderes zu tun ist und es schnell gehen muss. Oft genug landen Werkzeuge, Maschinen und Zubehör (die „nur eben“ abgestellt wurden) an einem Platz, an den sich Wochen später keiner mehr erinnert. Schnell werden Mitarbeiter beschuldigt obwohl man selbst schuld am Verschwinden von Dingen ist.

Aus dem vermeintlichen Zeitsparen durch schnelles Ablegen von Dingen kommt es oft zum Gegenteil. Langes Suchen frisst die gesparte Zeit vom „schnellen Wegstellen“. Letztendlich geht dadurch eher Zeit verloren, als dass sie gewonnen wird. Insbesondere auf Betrieben mit mehreren Mitarbeitern kann Unordnung schnell zum Chaos führen.

Der eine legt ein Werkzeug ab, der nächste findet es nicht um seine Maschine zu reparieren. Der Arbeitsfluss wird gestört. Insbesondere in stressigen Zeiten ist dann auch der Geduldsfaden nicht sonderlich lang. Durch langes Suchen kommt es schneller zum Konflikt und die Laune am Arbeitsplatz sinkt. Dies gilt es zu vermeiden. Schlussendlich sind Sie Dienstleister für Kunden und sollten weder schlecht gelaunt mit dem Kunden sprechen noch lange nach etwas Suchen müssen. Beides stellt Ihre Kompetenz in Frage.

Auch die Sauberkeit auf dem Hof sollte nicht zu wünschen übriglassen. Ihr Hof und Ihre Maschinen sind Ihr Aushängeschild. Sie repräsentieren Ihren Betrieb nach außen. Unordnung und ungepflegte Maschinen machen dabei keinen guten Eindruck. Um dies zu vermeiden kommen hier einige Tipps, die es Ihnen leichter machen sollen, auch in turbulenten Phasen einen geordneten Betrieb zu haben, der sich sehen lassen kann.

1. Als Fremder auf dem eigenen Hof
Der erste Eindruck des Betriebes zählt. Was sieht jemand, der auf den Hof gefahren  kommt? Ordnung oder Chaos? Eine erkennbare Struktur signalisiert sofort auch Professionalität. Überzeugen Sie Ihre Kunden vom ersten Augenblick von sich!

Schnell wird man betriebsblind, wenn man seiner täglichen Arbeit auf dem eigenen Hof nachgeht. Sich in die Lage eines Außenstehenden zu versetzen kann helfen, Mängel zu erkennen.

Ist der Betrieb für Neuankömmlinge gut zu finden? Ist ersichtlich, wo Ansprechpartner oder das Büro sind? Hier helfen Beschilderungen und bei Abwesenheit auch eine Telefonnummer, unter der ein Zuständiger erreicht werden kann.

2. Vorher planen!

Schon vor den arbeitsreichen Phasen muss allen Beteiligten klar sein, wie die Regeln des Betriebes sind. Was geht und was geht gar nicht? Die Regeln dafür müssen schon in ruhigen Zeiten festgelegt werden.

Zu arbeitsreichen Zeiten kann es helfen, wöchentlich Verantwortliche festzulegen, die dafür zuständig sind am Ende des Tages für Ordnung zu sorgen. Damit können Sie den Blick Ihrer Mitarbeiter schärfen. Wenn jeder einmal die Verantwortung für die Ordnung trägt,  wissen alle wie es ist anderen Kollegen hinterherzulaufen und zu Ordnung zu zwingen. Es schafft auch Bewusstsein für das eigene Handeln. Dafür müssen aber klare Regeln von vornherein festgelegt sein.

3. Sicherheit geht vor
Um allen Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz zu garantieren, ist Ordnung zwingend erforderlich. Auch an Sicherheitsmaterialien sollte keinesfalls gespart werden. Und wenn die Sicherheitsmaterialien vorhanden sind, sollte sich auch dringend die Zeit dafür genommen werden diese auch anzuziehen. Nur, weil es schnell gehen muss, heißt das nicht auf  Sicherheit zu verzichten.

Ebenso sollte allen Mitarbeitenden bekannt sein, wo sich der Erste-Hilfe-Kasten befindet. Im Notfall kann dies Leben retten. Ebenso die regelmäßigen Schulungen zum Verhalten im Notfall.

4. Jetzt, nicht später! Keine Berge entstehen lassen
„Auch Kleinvieh macht Mist.“ Ein sehr wahrer Spruch. Sammeln sich viele Kleinigkeiten häuft sich somit auch ein großer Berg an Zeit an, der abgearbeitet werden muss. Je größer der angehäufte Berg an Arbeit dann ist, desto schwieriger wird es ihn anzupacken und  abzuarbeiten. Darum: auch Kleinigkeiten lieber sofort erledigen.

5. Alles hat seinen Platz

Alle Geräte, Maschinen und Werkzeuge sollten sofort nach Ende der Nutzung an ihren angestammten Platz zurückgelegt werden. Nur da lassen sie sich für alle Mitarbeiter auch sofort wiederfinden. Langes Suchen und Unmut darüber wird somit verhindert.

Hier können genaue Beschriftungen an Haken und Kisten helfen. Auch eine Liste, in der alle Werkzeuggegenstände mit ihrer genauen Platzierung alphabetisch aufgelistet sind, kann helfen. Das Schreiben der Liste ist dabei eine gute Aufgabe für ruhige Zeiten. Vorteil dabei
ist außerdem, dass das Konzept und die Sortierung der Werkstatt überdacht wird.

6. Raum für Ordnung schaffen
Wer Ordnung halten will, muss auch den Platz dafür schaffen. Ausreichend Platz um alles zu sortieren ist wichtig. Eine große Werkzeugkiste ist dabei nicht hilfreich, denn sie verhindert das Suchen von Werkzeug nicht. Genügend Schränke, Ablage- und Aufhängemöglichkeiten
müssen geschafft werden, um alles unterzubringen.

7. Was weg kann, kommt weg!
Wenn auffällt, dass Dinge nie genutzt werden, ist es wichtig sich davon zu trennen. Das schafft Platz für die wichtigen Dinge. Auch ist es meist hinderlich zu viele Dinge doppelt zu
haben. Das mindert den Wert eines Gegenstandes.

Man achtet nicht mehr ganz so sehr darauf, wenn ein Gegenstand sofort ersetzbar ist. Ist  aber allen bewusst, dass etwas nur begrenzt zur Verfügung steht, wird dies auch mit mehr Sorgfalt behandelt.

8. Auch mal „Nein“ sagen
Um den Hof auch als Lebensort zu betrachten, ist es wichtig auch mal „Nein“ zu sagen. Nein zu weiteren Aufträgen und noch mehr Verpflichtungen, von denen man nicht weiß, ob man sie pflichtgerecht erfüllen kann.

Nur wer sich Zeit gibt kann auch für Ordnung sorgen und sich vergegenwärtigen, dass der Betrieb mit Ordnung besser läuft und die Arbeit besser von der Hand geht. Es gibt weniger Stress im Betriebsalltag und somit steigt die Arbeitsqualität und Mitarbeiterzufriedenheit.

9. Hoffest
Wenn alles nicht hilf, um sich zu Ordnung und Sauberkeit zu zwingen, hilft ein Hoffest nach der Ernte ganz sicher. Hier ist der Ansporn oft sehr hoch, um den Betrieb bestmöglich zu präsentieren.

Spätestens dann werden die Gerümpelecken aufgeräumt, die Werkstatt sortiert und die Maschinen auf Hochglanz poliert. Somit kann ein öffentliches Fest im Jahr nicht schaden, um den Arbeitsordnung wieder auf Vordermann zu bringen.

Probieren Sie sich aus und denken Sie immer an den Geldkoffer!

Jasmin Nühs

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Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Jasmin Nühs
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