Beruf & Bildung
14.08.2020

Die 7 häufigsten Motivationskiller

So demotivieren Sie Ihre Mitarbeiter

Egal ob Fullliner oder Spezialist – in jedem Lohnunternehmen gibt es Phasen mit Arbeitsspitzen. Im Moment ist die Getreideernte in vollem Gange, die die Mitarbeiter im Betrieb oft an ihre körperlichen und mentalen Grenzen bringt. Ein gutes Arbeitsklima und eine gesunde Portion Eigenmotivation sind nur zwei von vielen verschiedenen
Faktoren für eine erfolgreiche Erntesaison. Doch allzu oft nehmen Vorgesetzte ihren Mitarbeitern die Freude an der Arbeit und ersticken ihre Motivation im Keim, wodurch die Leistungsfähigkeit leidet. Im Artikel werden die sieben häufigsten Fehler aufgezeigt und wie man sie vermeidet.


1. Viel Druck
Kurzfristig kann man als Chef die Motivation seiner Mitarbeiter steigern, indem man sie unter Druck setzt. Mittel- bis langfristig ist Druck dagegen gesundheitsgefährdend und killt jede Motivation. Wer wegen Stress schlecht schläft und sich deshalb morgens nur mühsam aus dem Bett quält, wird sich anschließend kaum für die Arbeit motivieren können. Auch wer um seinen Arbeitsplatz fürchtet, weil sich z.B. oft die Auftragslage ändert, wird nicht die beste Arbeit abliefern. Denn wenn man um seine Existenz fürchtet, hat man den Kopf nicht für den Job frei.

2. Permanente Unterforderung
Nicht nur permanenter Druck, sondern auch Langeweile kann Mitarbeiter demotivieren. Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt, sorgt für Unzufriedenheit. Mitarbeiter, die sich langweiligen, empfinden Druck, den sie sich selbst auferlegen. Außerdem stellen sich Resignation und Lethargie ein, wenn Anerkennung und Wertschätzung ausbleiben. Im schlimmsten Fall sind das Bornout- Syndrom und Depressionen die Folge. Abhilfe ist gar nicht so schwer: Routinearbeiten etwa können im Team regelmäßig neu verteilt werden – und man sollte Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen.

3. Wenig Geld
Geld ist nicht alles – aber ohne Geld ist bekanntlich alles nichts. "Leistung muss sich lohnen", wusste schon der einstige Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Umkehrschluss heißt das: Wer seine Mitarbeiter schlecht bezahlt, demotiviert sie und sorgt dafür, dass ihre Leistung schlechter wird. Wer viel und Gutes leistet, sollte das auch vergütet bekommen. Denn das Gehalt ist auch immer ein Zeichen von Wertschätzung. Dabei muss es auch innerhalb der Belegschaft fair zugehen. Denn ein schlecht austariertes Gehaltsgefüge sorgt dafür, dass sich Neid und Missgunst in der Belegschaft ausbreiten – und das sind ebenfalls Motivationskiller.

4. Schlechter Umgangston
Zynismus, Nörgelei, ständiges Schlechtreden – das tötet auf Dauer jede Motivation der betroffenen Mitarbeiter. Denn wozu sollte man sich noch den Allerwertesten aufreißen, wenn sowieso alles schlecht ist? Auch ständiges Rumbrüllen ist nicht nur unprofessionell – denn niemand lässt sich gerne anschreien. Es ist auch demotivierend, denn niemand möchte seine Zeit und Energie für jemanden geben, der bei jeder Gelegenheit einen Wutanfall bekommt. Auch wenn es hektisch wird: Ein sachlicher, professioneller Ton ist das A und O.

5. Mangelhafte Kommunikation
Eine Führungsriege, die sich abschottet, unter sich bleibt und den Mitarbeitern nicht zuhört: Kaum etwas ist demotivierender. Das gilt vor allem dann, wenn der Eindruck entsteht, dieMitarbeiter würden vor Entscheidungen, die sie betreffen, nicht einmal angehört. Außerdem ist der persönliche Kontakt besser als unternehmensinterne Mails oder wenn der Auftragszettel einfach nur auf den Fahrersitz vom Traktor gelegt wird. Selbst wenn das persönliche Gespräch nur wenige Momente dauert. Anderenfalls ist schnell ist die Rede von "denen da oben", die "in ihrem Elfenbeinturm" sitzen – und das ist Ausdruck des Gefühls, den Vorgesetzten eigentlich ziemlich egal zu sein. Ein offenes Ohr für die Mitarbeiter und ihre Anliegen zu haben, kostet wenig Zeit, wirkt aber sehr motivierend. Und sympathisch macht es nebenbei auch.

6. Verschwendete Zeit
Ein Teammeeting, obwohl das Problem auch von 2 Leuten gelöst werden könnte. Endlose Diskussionen über die neue Urlaubsregelung ohne greifbares Ergebnis. Zeitfresser im Job sinddemotivierend, denn sie sorgen dafür, dass man mit seinen eigentlichen Aufgaben nicht fertig wird. Zumal der Arbeitsalltag meist sowieso schon eng getaktet ist. Wer mit dem Gefühl nach Hause geht, seine Zeit nur verschwendet zu haben, ist unzufrieden mit sich und seinem Arbeitsplatz. Denn eine sinnvolle Tätigkeit und das Gefühl, im Beruf etwas zu leisten, sind zwei der wichtigsten Faktoren für Glück und Motivation am Arbeitsplatz.

7. Kaum Lob
Nicht geschimpft ist genug gelobt – immer noch halten viele Führungskräfte dieses Prinzip für ein gutes Instrument der Mitarbeiterführung. Herausragende Arbeit wird ignoriert, erst bei einem Fehler wird reagiert. Wer als Chef so agiert, braucht sich über demotivierte Mitarbeiter nicht zu wundern. Denn wer gute Arbeit leistet, ist auch stolz darauf – und möchte dafür auch gelobt werden. Ein einfaches "Danke" kann schon Wunder wirken. Dabei sollte auch die persönliche Sympathie kein Maßstab sein. Denn wenn der Vorgesetzte Mitarbeiter, mit denen er nicht so gut kann, öffentlich vorführt und andere, die er mag, mit Lob überschüttet, ist das Gift für die Moral des Teams.

Jennifer Nickel

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