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11.08.2020

Tipps zur Gefahrenverhütung/Vorgehensweise für den Ernstfall

Brandgefahr in der Erntezeit

Mit der Getreideernte steigt auch die Brandgefahr in der Landwirtschaft. Hohe Außentemperaturen, trockenes und dadurch leicht entzündliches Erntegut gepaart mit Erntetechnik an der Auslastungsgrenze birgt ein großes Potenzial für Maschinenbrände. Wie kann man diesem Risiko vorbeugen um Mensch, Maschine und Umwelt zu schützen? Was tun im Ernstfall? Welche Technik zur Brandbekämpfung gibt es? Zu diesen Fragen geben wir Ihnen Tipps damit Sie in der „Heißen Zeit“ einen kühlen Kopf bewahren können.

Risikovorbeugung
Brandschutz beginnt ganz klar schon vor der Erntesaison, jedoch ist dieses wichtige Thema auch während der oft stressigen Erntezeit nicht zu vernachlässigen! Folgend ein paar Tipps zur Gefahrenverhütung:

Gute Wartung schützt vor Bränden
Brandschutz beginnt bereits vor der Saison. Wer defekte oder stark verschlissene Lager erkennt und tauscht, reduziert gefährliche Brandquellen. Sind alle Schmierleitungen frei und nicht zugesetzt? Kommt genügend Fett und Öl an die Schmierstellen? Kommt über die Pinselschmierstellen nicht zu viel Öl an, so dass es auf andere Bauteile tropft?

Überhitzte Lager können schnell Startpunkt für einen Maschinenbrand sein. Tipp: Zum Aufspüren von Lagerschäden bieten sich Infrarot-Laserthermometer an. Die günstigsten Modelle kosten nicht einmal mehr 20 Euro.

Durch den Laserpointer lassen sich die Messstellen vom Boden aus gut anpeilen und heiß gelaufene Lager erkennen. Besonders heiß gelaufene Lager sind immer wieder Auslöser für Brände. Sind diese dann noch mit einer Fett- und Staubschicht überzogen, findet das Feuer schnell Nahrung.

Überprüfen Sie auch die Keilriemenspannung und die Isolierung von stromführenden Kabeln. Auch ein Funke einer elektrischen Anlage kann reichen, um z.B. einen  Mähdrescher in Brand zu setzen.

Staub erhöht die Gefahr für Maschinenbrände
Saubere Maschinen sind kein Schutz vor Bränden, aber sie reduzieren das Risiko um ein Vielfaches. Wo kein Staub liegt, kann sich auch nichts entzünden. An einigen Mähdreschern und Strohpressen kann der Fahrer, verteilt über die Maschine, eine Druckluftpistole an die Druckluftleitungen anschließen und damit den Motorraum und die
Antriebe säubern. Tägliches reinigen von Kühl- und Filteraggregaten sollte Pflicht sein. Tipp: Laubbläser eignen sich dann, wenn die Maschinen nicht zurück auf den Hof  kommen, sondern während der Saison ständig unterwegs sind.

Öl und Diesel immer abputzen
Wo Öl und Diesel an der Maschine kleben, sammelt sich sehr schnell Staub und Stroh an. Diese Schichtist besonders gefährlich, weil sie ein idealer Ausgangspunkt für Brände im
heißen Motorraum ist. Daher ist beim Ölwechsel, beim Nachfüllen von Öl und beim Tanken immer auf Restmengen, die nebenher laufen zu achten. Diese an der Maschine haftendenden Stoffe sorgfältig abputzen!

Feuerlöscher auf jeder Maschine
Ein Feuerlöscher am Mähdrescher muss immer mit. Ein 6-kg-Feuerlöscher sollte immer an Bord sein und den aktuellen Prüfstempel tragen. Besser sind 12-kg-Löscher. Geeignet
sind Pulver- aber auch Schaum- oder Wasserlöscher. Während die ABCPulverlöscher
durch Erstickung, alsodurch den Entzug von Sauerstoff, dasFeuer bekämpfen, ist das Prinzip bei den Wasser- oder Schaumlöscherndie Kühlung. Feuerlöscher müssen alle zwei Jahre zur Überprüfung.

Tipp: Kaufen Sie lieber einen Aufladelöscher, bei dem der Behälter erst durch die Aktivierung unter Druck gesetzt wird. Sie sind in der Anschaffungzwar teurer, aber die Wartung undInstandhaltung ist günstiger. Über einen längeren Zeitraum sparen Sie Geld. Zudem sorgt der beständige Rütteleffekt auf den Fahrzeugen bei Pulver-Dauerdruckfeuerlöscher für eine Verdichtung des Löschmittels.

Marco Südmeyer

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Bildquelle: Soeester-Anzeiger Bildquelle: Soeester-Anzeiger

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