Beruf & Bildung
21.07.2020

Arbeit an Sonn- und Feiertagen

Konflikte vermeiden

Bald geht die Erntesaison wieder los und damit verbunden auch die Arbeit auf dem Feld. Für viele Lohunternehmer stellen die  Sommermonate eine Arbeitsspitze im Jahr dar. Für Anwohner ist diese Phase ein sensibles Thema. Insbesondere am Wochenende und an Feiertagen kommt es schnell zu Unmut, wenn auf den Feldern gearbeitet wird und es damit vermehrt zu Lärm- und Staubbelästigung kommt. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Regelungen zur Arbeit an Sonn- und Feiertagen
Verständlicherweise gibt es Arbeiten, die erledigt werden müssen. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen darüber, wann die Arbeit an Sonn- und Feiertagen erledigt werden darf.

Grundsätzlich gilt laut Gesetzestext, dass unaufschiebbare Arbeiten zur Befriedigung landwirtschaftlicher Bedürfnisse, zur Abwendung eines Schadens erlaubt sind. Ansonsten sind Feldarbeiten an diesen Tagen untersagt, es sei denn das entsprechende Bundesland hat gesonderte Feiertagsgesetze.

Gleiches gilt für die Nachtruhe, die zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr einzuhalten ist. Zum Teil gibt es aber auch hier für einzelne Bundesländer bzw. in bestimmten Situationen Abweichungen und Lockerungen. Diese sollten jedoch nicht ausgereizt werden. Nur was wirklich wichtig ist und dringend erledigt werden muss, kann im Ausnahmefall an Ruhetagen gemacht werden. Um dies jedoch zu vermeiden, ist eine Wochenplanung unabdingbar. Auch wenn eine Planung während der Erntezeit schnell überworfen werden kann, weil unvorhergesehene Ereignisse eintreten, sollte der Großteil der anstehenden Arbeiten unter der Woche erledigt werden.

Gegenseitiges Miteinander
Neben der vielen Arbeit im Sommer sollten aber die Anwohner nicht vergessen werden. Schließlich sind auch sie von der Erntesaison betroffen. Sie sind es, die den Verkehr auf den Straßen, den Lärm der Landmaschinen und den Staub der Feldarbeiten täglich bemerken werden. Wer sitzt im Sommer nicht gerne draußen im Garten und möchte sich nach der Arbeit entspannen. Das fällt durchaus schwer, wenn die Zeiten arbeitsintensiv sind.

Häufig kommt es durch Unwissenheit der Bevölkerung zu Konflikten. Suchen Sie aktiv das Gespräch zu Anwohnern, Fahrradfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern und erklären Sie, warum bestimmte Arbeitsschritte erledigt werden müssen.

Insbesondere bei ortsnahen Arbeiten sollten Anwohner u.a. über Wurfsendungen oder WhatsApp Gruppen zeitnah vor der Arbeitserledigung informiert werden. Auch der direkte Kontakt bei „Feldrandgespräche“ kann zur Aufklärung dienen.



Genauso hilfreich ist es auch auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen und bei ungünstigen Wetterlagen, wie zum Beispiel viel Wind, auf gewisse Arbeiten zu verzichten und zunächst an anderer Stelle weiter zu machen. Klar ist, dass gegenseitige Rücksichtnahme auch zur Erntezeit eine hohe Priorität haben muss.



Auch im Verkehr Rücksicht nehmen
Dies gilt nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf der Straße. Sich im Verkehr und bei Ortsdurchfahrten vernünftig und zuvorkommend zu verhalten ist ein Muss. Dafür sollten vor der Ernte alle Mitarbeiter noch einmal darauf hingewiesen werden, sich auch in stressigen Phasen vernünftig und zuvorkommend gegenüber anderen zu verhalten.

Denn nur, wenn sich die Mitarbeiter der Lohnunternehmen an die Regeln halten, kann auch glaubwürdig mit der Gesellschaft kommuniziert werden. Erst dann kann auch das Umfeld darüber aufgeklärt werden, dass die Fahrer der Maschinen geschulte Fachkräfte
sind. Dies geht besonders gut über die Sozialen Medien und im persönlichen Gespräch.

Dabei können Plakate genutzt werden oder auch Flyer, die im Ort verteilt werden, um darauf aufmerksam zu machen. Gerne stehen wir als Verband ihnen dabei zur Seite und lassen Ihnen das entsprechende Material dafür zukommen.



Profis mit Rücksicht
An dieser Stelle soll auch auf die Kampagne „Profis mit Rücksicht“ hingewiesen sein, die für mehr Image und Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen soll. Insbesondere um das Image der Landwirtschaft und somit auch der Lohnunternehmer stetig weiter zu  verbessern, sollten wir als Verband und auch Sie als Lohnunternehmer den Kontakt zur Bevölkerung suchen und über unsere Arbeit aufklären. Durch Vermittlung von Wissen und Kommunikation nach außen kann auch ein Verständnis für die Arbeit hergestellt und
somit Konflikte vermieden werden.

Nicht alle Befindlichkeiten können direkt während der arbeitsreichen Zeit geklärt werden. Laden Sie die Nachbarn und Anwohner nach der Ernte zu einem gemeinsamen Erntefest auf dem Hof ein und suchen dabei das klärende und informative Gespräch. Denn Kommunikation ist, wie so häufig, der Schlüssel zum Erfolg.



Jasmin Nühs

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Bildquelle: Jennifer Nickel Bildquelle: Jennifer Nickel

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Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Jasmin Nühs
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