Beruf & Bildung
27.08.2020

Neue Richtlinien für die Ausweisung Roter Gebiete

Seit Oktober 2019 fordert die Landwirtschaft in landesweiten Demonstrationen einen sachlichen und wissenschaftlich
unterlegten Umgang insbesondere mit in Aussicht gestellten Bewirtschaftungseinschränkungen.

Es ist zu befürchten, dass die Ausweisung „Roter Gebieten“ die Landwirtschaft verändern und den Strukturwandel
beschleunigen wird.

Bisher gab es im Bundesgebiet kein einheitliches Messsystem, nach dem nitratbelastete, heißt rote Gebiete identifiziert
wurden.

Durch eine neue Verwaltungsvorschrift des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird es zu einem bundeseinheitlichen
Vorgehen mit klaren Kriterien kommen. Betroffene Landwirte hatten gegen den Zustand des Messsystems für die Grundwasserqualität geklagt. Zukünftig wird es auf einer Fläche von 5.000 ha mindestens eine Messstelle geben.

Für die Festlegung der zu betrachtenden Messstellen wird ein Ausweisungsmessnetz festgelegt, dass sich aus unterschiedlichen Messnetzen von EU-Wasserrahmenrichtlinie, EU-Nitratund EUA-Messnetz zusammensetzt. Künftig werden auch die Standortfaktoren, etwa Bodenart oder Grundwasserbildung und die Nährstoffflüsse aus der landwirtschaftlichen Nutzung mit in die Berechnung einbezogen – ein wichtiges Kriterium in der Binnendifferenzierung.

Die Neuregelungen legen auch für Phosphateinträge fest, ob diese eindeutig landwirtschaftlichen Quellen zugeordnet werden können. Entsprechend sollen auch dann belastete rote Gebiet ausgewiesen werden.

Signifikante Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft liegen vor, wenn der Anteil der P-Einträge aus der Düngung am gesamten P-Eintrag größer als 20 Prozent ist. Zusätzlich werden eigene Schwellenwerte für den tolerierbaren Abtrag von Boden eingeführt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner betont in einer Stellungnahme, dass die bundeseinheitlichen Kriterien für mehr Fairness unter den Landwirten sorgen. Fehlverhalten in der Düngung soll erkannt werden und in eine  „Verursachergerechtigkeit“ überführt werden. Unter der Voraussetzung das Kabinett und Bundesrat zustimmen, können die neue Verwaltungsvorschriften noch Ende September 2020 in Kraft treten.

Dr. Martin Wesenberg

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