Beruf & Bildung
12.06.2020

Instagram für Lohnunternehmen

Social-Media im Betrieb

Instagram ist nur etwas für den privaten Gebrauch?
Weit gefehlt – auch immer mehr Lohnunternehmen setzen auf den Social-Media-Kanal. Welche Gründe dafürsprechen und wie man einen Instagram-Kanal erfolgreich führt, erfahrt ihr im Artikel.


Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Instagram – Tendenz steigend. Wer aber denkt, Instagram eignet sich nur, um private Fotos aus dem Urlaub zu teilen, der irrt. Auch immer mehr Lohnunternehmer und Landwirte nutzen die Plattform für betriebliche Zwecke. Blogger aus der „grünen Branche“ zeigen, dass selbst vermeintlich „schmutzige Berufe“ erfolgreich und spannend präsentiert werden können.

Warum sollten Lohnunternehmen auf Instagram aktiv sein?
Bei dieser Frage sind sich die Blog-ger-Experten einig: Ein Instagram- Account ist der beste Weg, um Interesse bei potenziellem Nachwuchs zu wecken und einen spannenden Blick in den Arbeitsalltag zu geben. Das Unternehmen kann dem Follower zeigen, dass eine Fachkraft Agrar- service nicht nur Gülle fährt, sondern auch den Boden und die Pflanzen genauestens kennen muss, um eine optimale Bewirtschaftung der Flächen zu  gewährleisten. Das Anwerben von Auszubildenden oder auch Fachkräften gelingt vor allem durch einen authentischen Einblick in die Arbeit.

Ein Instagram-Kanal bietet aber nicht nur die Möglichkeit junge Leute anzusprechen, sondern auch Kunden zu gewinnen. Durch das Posten von Arbeitseinsätzen kann der Landwirt einen Eindruck vom Maschinenpark erhalten. Ganz nach dem Prinzip: „What You See Is What You Get“.

Wer sollte den Kanal betreuen?
Sollte die Betreuung des Instagram-Accounts Chefsache sein oder kann die Aufgabe auch in die Hände von Mitarbeitern oder Azubis gelegt werden? Diese Frage muss jeder Betrieb individuell entscheiden. Wenn es eine Person im Betrieb gibt, die auch privat viel auf Social-Media-Kanälen unterwegs ist, bietet es sich an, dass diese mit der Aufgabe betraut wird. Aber auch wenn jemand wenig oder noch gar keine Erfahrung mit Instagram hat, ist das kein Problem, da die Plattform sehr einfach zu bedienen ist. Die Betreuung des Accounts kann gut und gerne in die Hände eines Azubis gelegt werden. Denn über die Kontrolle des Passwortes, kann man die Arbeit des zuständigen Azubis ggf. überwachen und kontrollieren.

Wie baut man sich eine Community auf?
Hier müssen Betriebe Geduld aufbringen. Zuallererst sollte man sich klar machen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll – Kunden, Jugendliche, vielleicht auch beide. Die Inhalte des Instagram-Profils sollten sich daran orientieren. Außerdem sollte man sofort anfangen, sich zu vernetzen. Das heißt, anderen Kanälen folgen, Beiträge liken und kommentieren. Nicht darauf warten, dass die Leute auf einen zukommen, man muss selber aktiv sein und mit anderen Kanälen in Kontakt treten. Nur dann baut sich recht schnell eine Community auf. Dabei muss das Ziel eines Unternehmens nicht das Erreichen von mehr als 10.000 Follower sein. Auch 500 bis 1.000 Follower sind schon ein großer Erfolg.

Wie wichtig sind Hashtags?
Sehr wichtig – denn mit Hashtags können sich Betriebe eine Community aufbauen. Für Lohnunternehmen empfehlen sich etwa branchenspezifische Hashtags wie #lohner, #feldheld oder #landtechnik. Durch die Schlagwörter werden die eigenen Beiträge mit den entsprechenden Themen verlinkt und erreichen mehr Reichweite, was im Idealfall zu mehr Followern führt. Zu Beginn sollte man sich auf anderen Accounts umschauen, um zu sehen, welche Begriffe Gleichgesinnte verwenden. Außerdem ist es ratsam, Hashtags zu verwenden, die von vielen Menschen verwendet werden. Dadurch werden mehr Leute auf den eigenen Beitrag aufmerksam gemacht. Bei der Wahl der Hashtags sollten ebenfalls die Region, die Tätigkeit und der Firmennamen verwendet werden. Außerdem sollte der Anlass eines Posts durch einen entsprechenden Hashtag gekennzeichnet werden. Zum Beispiel bei einem Beitrag zur Getreideernte den Hashtag #ernte nutzen.

Wann und wie oft sollte man posten?
Das A und O hierbei ist Regelmäßigkeit. Man muss man sich vorher Gedanken machen, wie viel Zeit man investieren kann. Es ist nicht entscheidend, ob jeden Tag oder nur ein bis zwei Mal die Woche gepostet wird. Wichtig ist, dass die Follower eine Regelmäßigkeit beim Erscheinen von Beiträgen erkennen können. Auch der Zeitpunkt eines Posts kann für dessen Erfolg entscheidend sein. So haben viele Influencer festgestellt, dass es unter der Woche vor allem zwischen 18 bis 19 Uhr und Samstagvormittag viel Resonanz auf die Beiträge gibt.

Woher kommen die Inhalte?
Der Arbeitsalltag im Lohnunternehmen ist vielseitig. So wird an einem Tag das Getreide geerntet und am Nächsten schon die Bodenbearbeitung durchgeführt. Es gibt also immer genug verschiedene Motive und Gelegenheiten für ein Foto. Vorab müssen auch die Kunden gefragt werden, ob es in Ordnung ist, wenn zum Beispiel ein Foto auf dem Betriebsgelände der Landwirte entsteht. Die Devise hier lautet also: immer nachfragen und die offene Kommunikation mit den Kunden suchen. Dann gibt es im Nachhinein auch keine Probleme.

Wie viel Zeit nimmt Instagram in Anspruch?
Das passende Motiv finden, das Bild bearbeiten, einen kurzen Text dazu verfassen und die richtigen Hashtags auswählen – das hört sich erst mal nach Arbeit an. Damit die Arbeit unter der Woche nicht leidet, hilft es, sich einen Plan zu machen und zu überlegen, was gepostet werden soll. Der Aufwand auf dem Feld oder an den Maschinen ist dann recht gering. Handy zücken, Story hochladen, Effekt rein, Text rein, das sind vielleicht 15 Minuten am Tag.



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Quelle: bixabay.de Quelle: bixabay.de