Beruf & Bildung
23.01.2020

Erfolgreich um Nachwuchskräfte werben

Berichtsheft führen – aber richtig!

Das Schreiben hilft dem Azubi den Ausbildungsbetrieb und die zu erledigenden Arbeiten besser kennenzulernen beziehungsweise genauer hinzuschauen und Abläufe zu hinterfragen. Zudem muss der Azubi zeitliche Abläufe, sein Umfeld und mögliche
Konsequenzen von verschiedenen Arbeitsschritten aufmerksam beobachten und interpretieren.

Das Berichtsheft kann in schriftlicher oder elektronischer Form als „Online-Berichtsheft“ geführt werden. Im Ausbildungsvertrag wird unter „F, sonstige Vereinbarungen“ die Form
festgelegt. Wenn die Berichte mit Word oder ähnlichen Textverarbeitungsprogrammen
geschrieben und dann ausgedruckt werden, zählt dies nicht als elektronisch geführtes Berichtsheft. Für die Kontrolle ist das Berichtsheft in jedem Fall in ausgedruckter Ausführung mit Originalunterschrift vorzulegen!

Der Ausbildungsbetrieb hat dem Azubi das Berichtsheft kostenlos zur Verfügung zu stellen. Zudem ist dem Azubi für die Erstellung der Berichte ausreichend Gelegenheit während der Arbeitszeit einzuräumen. Zu verwenden ist das vom Verband der Landwirtschaftskammern herausgegebene Berichtsheft für den Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice. Es ist zu beziehen beim Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup GmbH (www.lv-berichtshefte.de) oder über den örtlichen Buchhandel.

Inhalte des Berichtsheftes:

Informationsteil

Diese ersten Seiten enthalten Daten über den Auszubildenden, die Ausbildungsvergütung
sowie eine Kurzübersicht der Ausbildungsbetriebe. Die Blätter sind zu Beginn des jeweiligen Ausbildungsjahres auszufüllen.

Tages- bzw. Wochenberichte

Die Tages- bzw. Wochenberichte sollen einen lückenlosen Arbeitsablauf über die gesamte Ausbildungszeit beinhalten. Alle wesentlichen Arbeiten und Vorkommnisse des Ausbildungsbetriebes sind zu erfassen. Im 1. und 2. Ausbildungsjahr (Fachstufe I) können
die Aufzeichnungen als Tagesberichte geführt werden. Spätestens ab Beginn des 3. Ausbildungsjahrs (Fachstufe II) sollten Wochenberichte in Aufsatzform angefertigt werden. Auch für Zeiten des Berufsschulunterrichts, von Deula-Lehrgängen und überbetrieblichen
Lehrgangsmaßnahmen sind Berichte zu führen.

Tages- bzw. Wochenberichte müssen folgende Angaben enthalten:

Eigene Tätigkeiten im Betrieb mit näheren Angaben, z.B. zu eingesetzten Arbeitsgeräten und Maschinen, Leistungsdaten, Arbeitsaufwand, Saatgut (Kulturart, Sorten, Aufwandmengen), Düngemittel (organisch/mineralisch, Bezeichnung, Nährstoffgehalte, Aufwandmengen), Pflanzenschutzmittel (Bezeichnung, Dosierung, Aufwandmengen), Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, wesentliche Ergebnisse von Kundengesprächen, besondere Kundenwünsche. Außergewöhnliche Vorkommnisse sowie neue Erkenntnisse sind ebenso festzuhalten.

In den Berichten müssen die Inhalte, die gemäß Ausbildungsrahmenplan nach der  Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice zu vermitteln sind, dokumentiert werden.

Wetterangaben: Temperatur, Windrichtung, Bewölkung und Niederschlag. In jedem Betrieb gibt es täglich wiederkehrenden Tätigkeiten. In spezialisierten Betrieben wiederholen sich Vorgänge im Jahresverlauf. In diesen Fällen empfiehlt es sich, einzelne wiederkehrende Arbeiten genauer zu beschreiben.

Unfallverhütung

Durch die Bearbeitung der Aufgaben zur Unfallverhütung sollen Auszubildende auf mögliche Unfallgefahren im Ausbildungsbetrieb hingewiesen sowie für die zugehörigen  Sicherheitsvorschriften sensibilisiert werden.

Erfahrungsberichte und Leittexte

In jedem Ausbildungsjahr sollten zur inhaltlichen Unterstützung der Ausbildung und zur fachlich-methodischen Vorbereitung auf die Prüfungen mindestens 3 Erfahrungsberichte sowie ein Leittext angefertigt werden.

Die Erfahrungsberichte müssen betriebsbezogen sein und die gesammelten Erfahrungen in der Ausbildung und im Ausbildungsbetrieb wiedergeben. Insbesondere sollen eigene Gedanken und Erfahrungen eingebracht werden. Besonders wichtig ist die Begründung der beschriebenen Maßnahmen. Dadurch kann der Azubi unter Beweis stellen, dass er die Produktionstechnik beherrscht und die Zusammenhänge verstanden hat.

Leittextvorlagen stehen zu mehreren fachlichen Themenbereichen zur Verfügung und können über „www.leittexte.de“ kostenlos als pdf-Datei abgerufen werden. Es können auch Leittexte aus dem Bereich Pflanzenproduktion für den Beruf Landwirt/in bearbeitet werden.

Infos zum Ausbildungsbetrieb

Dieser Teil ist eine Beschreibung der Ausbildungsstätte. Er dient dazu, die betrieblichen Zusammenhänge zu erfassen und die Kenntnisse in bestimmten Bereichen anzuwenden, zu übertragen und zu vertiefen. Notwendige Informationen sollten aber auch auf anderen Wegen, wie z.B. aus betrieblichen Aufzeichnungen, erarbeitet werden.

Der Azubi soll bei der Bearbeitung dieses Kapitels auch lernen, Daten aus verschiedenen Informationsquellen selbstständig zu ermitteln. In der Regel ist bei der Erarbeitung dieses Teils eine enge Zusammenarbeit mit dem Ausbilder oder anderen Personen im Betrieb
erforderlich.

Kontrolle des Berichtsheftes
  • In der Informationsveranstaltung „Einführung in das Berichtsheft“ zu Beginn der  Ausbildung.
  • Durch den Ausbilder/die Ausbilderin (Abzeichnung in regelmäßigen Abständen).
  • Bei der Zwischenprüfung.
  • Bei der Zulassung zur Abschlussprüfung.
  • Während der Abschlussprüfung (es ist bis zum Abschluss der Prüfung weiterzuführen und bei der Prüfung vorzulegen).
Der Ausbilder und der Azubi tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass das Berichtsheft am Ende des Ausbildungsjahres vollständig bearbeitet wurde. Damit ist bei gesplitteter Ausbildung auf mehrere Betriebe auch eine ordnungsgemäße Übergabe der Ausbildung an den Folgebetrieb möglich.


mit Material der Landwitschaftkammer Niedersachsen

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