Beruf & Bildung
14.05.2020

6 Tipps, wie Sie Ihre Stellenanzeige aufpolieren

Mitarbeiter finden

Betriebe suchen am häufigsten per Online-Stellenanzeige nach neuen Mitarbeitern. 80 Prozent aller Firmen schalten nach Angaben der Jobbörse Stepstone Annoncen im Netz, für 77 Prozent ist das die effektivste Art der Personalsuche – weit vor allen anderen. Doch fündig werden sie längst nicht immer. Und Stellenanzeigen unterscheiden sich – in Form und Inhalt. Wer hier die richtigen Hebel ansetzt, kann sich Vorteile im Rennen um die besten Mitarbeiter verschaffen.

1. Jobtitel beachten
Online-Jobbörsen funktionieren wie Suchmaschinen. Betriebe sollten zunächst darauf achten, in ihren Anzeigen passende Jobbezeichnungen zu verwenden, um auch gefunden zu werden. Das könnte schon dann schwierig werden, wenn sie eine „Fachkraft Agrarservice“ suchen, die meisten User aber „FAS“ in die Suchmaske
eintippen. Und wer in seiner Anzeige „Mechatroniker“ anspricht, aber eigentlich „Landmaschinenmechaniker“ braucht, riskiert, dass sich die falschen Kräfte melden.

2. Emotionen transportieren
Ein Betrieb, der seit Jahren Aha-Effekte erzielt, ist die Fleischerei Hack aus Freising. „Du willst mit coolen Säuen abhängen?“, fragte eine Anzeige, auf der ein junges Model zwischen aufgehängten Schweinehälften posiert. Nun, die Kampagne hat nicht jedem
gefallen, speziell vor dem Hintergrund der heiß geführten Sexismus-Debatte. Sie schaffen aber Aufmerksamkeit und es gehört eine große Portion Mut dazu, Grenzbereiche auszuloten. Positiv wirkt sich auch aus, wenn man echte Menschen
und Mitarbeiter abbildet. Das verleiht Glaubwürdigkeit - und macht sympathisch.

3. Gehalt nennen
Das liebe Geld - haben will es jeder, darüber reden keiner. Nach einer Umfrage des Recruiting-Anbieters Softgarden vermissen 280 von 2.000 befragten Jobsuchenden vor allem eine Gehaltsangabe in Stellenanzeigen. Man muss sich von der Konkurrenz
unterscheiden, denn es gibt zu viele Lohnunternehmer in der Branche. Um die guten Mitarbeiter zu bekommen, müsse man faire Gehälter anbieten - und diese offen kommunizieren. Klar ist aber auch: Wer für seine Branche nur unterdurchschnittlich zahlt, lässt den Gehaltshinweis lieber weg.

4. Drittes Geschlecht ansprechen
Das Bundesverfassungsgericht hat gesprochen: Zum Jahresbeginn 2019 musste das Personenstandsgesetz geändert und ein drittes Geschlecht eingeführt werden. Neben männlich und weiblich gibt es nun auch „divers“. Das hat Folgen für die Mitarbeitersuche. Denn Stellenausschreibungen müssen grundsätzlich  geschlechtsneutral formuliert sein. Bislang reichte der Zusatz (m/w) hinter der Jobbezeichnung formell aus, um niemanden zu diskriminieren. Jetzt nicht mehr.  Arbeitgeber sollten daher ab sofort Ihre Stellenanzeigen mit dem Zusatz (m/w/d) versehen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein – und um ganz nebenbei auch die Menschen anzusprechen, die weder männlich noch weiblich sind.

5. Namen googeln
Eine ansprechende Stellenanzeige mündet nicht zwangsläufig darin, dass sich der Interessent sofort bewirbt. Vorher will er oder sie oft mehr über das Unternehmen erfahren – und googelt dessen Namen. Darum ist es nicht ganz unwichtig, die Seite 1 der Google-Trefferliste im Blick zu behalten. Manche Einträge über den eigenen Betrieb lassen sich selbst bearbeiten. Zum Beispiel kann und sollte man die Öffnungszeiten im Google Maps-Eintrag oder die Kontaktdaten im Facebook-Profil regelmäßig  aktualisieren.

6. Benefits herausarbeiten
Eine attraktive Vergütung, nette Mitarbeiter und spannende Aufgaben – welcher Betrieb hat die nicht? Floskeln, die austauschbar und nichtssagend sind. Zu allgemeine oder optionale Angaben in diesen Bereichen verursachen unnötige Kosten. Zum Beispiel weil sich die falschen Kandidaten bewerben oder weil desinformierte Kandidaten
den Bewerbungsprozess in einem späten Stadium abbrechen. Besser, man spricht Klartext. Zum Beispiel, dass Mitarbeiter ein Firmensmartphone oder einen Firmenwagen, Urlaubs-, Weihnachtsgeld oder einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten.



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