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17.06.2019

Satelliten in der Landwirtschaft

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft bietet enorme Chancen und stellt sie gleichzeitig vor große Herausforderungen, ein Bestandteil ist die Nutzung von Satellitenbildern. Mit ihrer Hilfe könnte zukünftig die Bewertung eines Pflanzenbestandes aus der Vogelperspektive erfolgen. Landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmen können die  Produktionsverfahren optimieren und effizienter gestalten. Die Kosten für Produkte, Betriebsmittel und auch für Dienstleistungen können verringert werden.

Detaillierte Informationen einer Ackerfläche zu den Bodeneigenschaften, Wasservorkommen, Qualitätseigenschaften und Wetterdaten können einen schonenderen Einsatz von Ressourcen und einer gesteigerten Produktqualität ermöglichen. Das Zusammenführen verschiedener Daten ermöglicht ein zeitlich genau abgestimmtes Bodenbearbeitungs- oder Ernteverfahren. Auch Ertragsschätzungen können mithilfe von Satellitenbildern vorgenommen werden und ein darauf abgestimmter Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln erfolgen. In diesem Bereich ist eine Vielzahl von Angeboten entstanden. Im Folgenden möchten wir einige Ansätze vorstellen.

Mittels einer Smart Farming Challenge hat die BayWa nach Innovationen gesucht, die sich mit dem Einsatz von Satellitendaten in der Landwirtschaft befassen. Die drei ausgewählten Finalisten beschäftigen sich damit, wie mit Satellitendaten Düngerüberschüsse sowie zu viel Wasserverbrauch vermieden und Pflanzenkrankheiten frühzeitig erkannt werden können. Die großen Herausforderungen mit der steigenden Bevölkerung, Klimawandel, Anforderungen an Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind enorme Herausforderungen denen mit steigender Effizienz zu begegnen ist.

Zu den Finalisten, die die BayWa ausgewählt hat, zählt eine italienische For- Satelliten in der Landwirtschaft schungsgruppe des National Research Council, die den Wasserverbrauch über Satelliten großflächig überwacht und ökologisch bewertet. Hierbei handelt es sich um einen interessanten Ansatz für den effizienten Einsatz der knappen Ressource „Wasser“. Über Satellitendaten kann auch der Stickstoffeinsatz optimiert werden. Die Firma Vultus aus Schweden arbeitet mit Applikationskarten. Über dieses System wird nur so viel gedüngt, wie die Pflanze für ein optimales Wachstum benötigt. Die letzte Gruppe kam vom Institut für Elektronik und Informatik in Lettland und hat ein Verfahren entwickelt mit dem einzelne Fruchtarten per Satellit klassifiziert werden und auch Pflanzenkrankheiten erkannt werden können. Das Team aus Lettland hat bereits Erfahrungen im Forstbereich sammeln können und möchte jetzt auch in die Landwirtschaft einsteigen. Den Sieger der BayWa Smart  Farming Challenge erwartet neben einem Preisgeld ein umfangreiches Mentorenprogramm der BayWa und ihrer Beteiligungsgesellschaften,um die Innovation in den Markt zu bringen.

In der Vielzahl von Angeboten stehen auch unentgeltlich Daten zur Verfügung. Das BMEL und der Geschäftsbereich arbeiten an einer Weiterverbreitung dieser Informationen. Hierzu wurden u. a. entsprechende Internetangebote entwickelt, ein Fachzentrum für Geoinformation und Fernerkundung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie ein Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung beim Julius Kühn-Institut eingerichtet. Das Fachzentrum ist für den Geschäftsbereich des BMEL die zentrale Koordinations- und Dienstleistungsstelle rund um Geoinformationen und Fernerkundung. Neben seiner unterstützenden und beratenden Tätigkeit für das BMEL ist das Fachzentrum auch für die Umsetzung der europäischen INSPIRE-Richtlinie im Geschäftsbereich zuständig, die die Etablierung einer EU-weiten Geodateninfrastruktur gewährleistet. In dem Forschungszentrum werden alle wissenschaftlichen Fragen rund um die Fernerkundung im Zusammenhang mit der Landwirtschaft bearbeitet.

Inzwischen ist eine Vielzahl von Fernerkundungsdaten verfügbar. Gleichzeitig steigt die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten. Für die zukünftige Nutzung der Satellitenbilder wird aktuell daran gearbeitet, die relevanten Daten aus dem großen Datenpool einfach verfügbar zu machen.



mit Material der BayWa, des BMEL

www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/_Texte/Geodaten.html

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