Beruf & Bildung
10.05.2019

Ein Besuch bei unseren schweizerischen Freunden im April 2019

Was lange währt, wird endlich klasse: Seit etlichen Jahren stand schon die Einladung unserer Schweizer Kollegen, sie doch mal zu besuchen. Endlich hat es geklappt und vom 07. – 11. April fuhr eine Gruppe von 26 Teilnehmer/innen mit dem Bus Richtung Schweiz.
Doch was wäre eine Verbandsfahrt ohne ordentliches Programm? Selbstverständlich gibt es keine Fahrt ins Blaue sondern wir besuchten ganz unterschiedliche Firmen & Orte.

So starteten wir in Bad Dürkheim mit der ersten Station beim Weingut Zumstein. Uns erwartete ein bestens gelaunter Dirk Renzelmann mit seinem Planwagen, um erst einmal seine Weinberge zu begutachten. Die obligatorische Weinprobe mit lecker Flammkuchen stimmte uns schnell in allerbeste Laune.

Am nächsten Tag ging es am frühen Morgen weiter zum John Deere Traktorenwerk nach Mannheim. Eine äußerst interessante Werkstour erwartete uns. Mitarbeiter von John Deere erläuterten uns an diversen Stationen in der Fabrik, welche Maßnahmen rund um Qualitätssicherung ergriffen wurden um das Produkt „John Deere“ noch besser zu machen. Die starke Verbundenheit gegenüber dem Betrieb machten uns alle anwesenden Mitarbeiter sehr deutlich. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an John Deere für die sehr, sehr nette und umfangreiche Gastfreundschaft.

Und dann meisterte unser erfahrener Busfahrer Rainer Weerda (Business Development der Firma Krone) die folgenden 310 Kilometer zum Schweizer LU Haller. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Rainer, der sich natürlich auch jeden Morgen darüber freute, ein Teil unserer Gruppe zu sein.

Monika & Rolf Haller sowie deren Söhne Thomas & Adrian erwarteten uns bereits und sogar einige Kolleginnen und Kollegen vom Berufsverband der Schweiz inkl. Fritz Hirter waren anwesend.

Es war ein Wiedersehen unter Freunden.

Thomas & Adrian Haller erklärten in einer sehr guten Präsentation den Werdegang und verschiedene Dienstleistungen dieses Betriebes sowie die Rahmenbedingungen in ihrer Region.

Wenn wir in Deutschland schon denken, dass Bauen im Außenbereich ein Thema zum Verzweifeln ist, so ist es in der Schweiz mindestens genauso schwierig, den Firmensitz zu erweitern. So sind Genehmigungsverfahren mit einer Zeit von ca. 10 Jahren bis zur Genehmigung (wenn sie denn erteilt wird) absolut üblich. Hallers haben es geschafft: So wurde gerade eine große Maschinenhalle am Dorfrand in kurzer Entfernung zur jetzigen Betriebsstätte errichtet.

Weitere Gesprächsthemen waren natürlich die stark unterschiedlichen Lohnstrukturen Schweiz/Deutschland und weitere Rahmenbedingungen rund um die Landwirtschaft. Es droht momentan beispielsweise eine Volksumfrage zum Thema Pflanzenschutz. Sollte diese Volksumfrage wirklich durchgeführt werden, so sind sich die meisten Praktiker sicher dass ein Verbot von Herbiziden das Ergebnis sein wird.

Ein riesiger Pluspunkt in der Schweiz ist das flächendeckend verfügbare GPS-Netz, wovon wir oft noch träumen können. Bei den Bewirtschaftungen ist die Flächenstruktur eher kleinstrukturiert, die durchschnittliche Größe eines ldw. Betriebes liegt bei rund 20 ha.

Weitere Programmpunkte waren ein Stadtrundgang durch Zürich, ein Besuch bei der Swiss Future Farm inkl. kurzem Besuch der dortigen Oldtimersammlung sowie Besuch der Firma Agrar Landtechnik.

Auch hier wurden wir sehr, sehr herzlich empfangen. Bei Agrar Landtechnik, der u.a. auch Krone-Händler ist, staunten wir über die kleinen Ladewagen, die speziell für Bedürfnisse in der Schweiz und Österreich dort gebaut werden. Im Durchschnitt werden 80-100 Ladewagen jährlich verkauft.

Auf dem Versuchsbetrieb der Swiss Future Farm in Tänikon, der seit letztem Jahr gemeinsam von AGCO, GVS Agrar und dem Kanton Thurgau geführt wird, werden neueste Technologien getestet und weiterentwickelt. Marco Landis erzählte uns kenntnisreich und mit Begeisterung von seiner Arbeit.

Das Programm in der Schweiz rundete der Besuch beim früheren Präsidiumsmitglied Albert Brack ab: In Unterstammheim betreibt der sympathische und einfallsreiche Albert Brack seit 1970 sein Lohnunternehmen. Wie beim LU Haller spielt auch hier die Gemüseernte eine sehr große Rolle.

Im Jahr 2012 wurde der Betrieb um das Standbein „Landtechnik“ erweitert, wo sein Sohn Stefan Brack die Federführung übernahm. Mit einem Dieselverbrauch von 250000 Liter im Jahr, einem Einsatzgebiet von 30 km Radius sowie 10 feste Mitarbeiter und einigen Aushilfen führt er erfolgreich seine Dienstleistungen aus.

Als Albert Brack uns dann auch noch seine ganz besondere Oldtimersammlung zeigte, schlugen ganz sichtbar etliche Herzen unserer Reiseteilnehmer schneller.

Doch auch hier mussten wir irgendwann einmal unseren Besuch zu Ende gehen lassen und über den Rheinfall Neuhausen ging es nach Heidelberg. Ein geselliges Abendessen in der wunderschönen Altstadt Heidelberg sowie eine Führung bei der Zeche Zollverein in Essen waren die letzten Programmpunkte unserer gemeinsamen Fahrt.

Wir hätten noch einige Tage länger in der Schweiz verbringen können, ohne dass uns langweilig geworden wäre. Die wunderschöne Landschaft gepaart mit einer unglaublichen Herzlichkeit: Das sind Faktoren wobei man wirklich Lust auf das Wiederkommen hat.

Eines ist sicher: Wir kommen wieder und wir wissen, dass bei den Schweizer Berufskollegen immer die Tür für einen Klönschnack offen steht.

Immer sehr wertvoll sind die Gespräche am Rande vom eigentlichen Programm. Man tauscht sich aus und man möchte auch einfach einige schöne Tage miteinander verbringen. Egal, wie gemischt das Alter auch ist: Die Interessen bleiben gleich und man „tickt“ auf Wellenlänge.
Immer wieder schön sind außerdem die vielen Köstlichkeiten für die Picknicks, die zwischendurch eingeplant wurden.

Denn auch das gehört zum Programm: Bei Fingerfood und Wein einfach nur eine Pause genießen.

Andrea van Eijden

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