Beruf & Bildung
23.10.2019

Bundesweite Demo „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“

In mehr als 17 Städten machten mehr als 100.000 Lohnunternehmer und Landwirte mit Traktorkonvois und Kundgebungen auf sich aufmerksam, darunter Bonn, Berlin, München, Stuttgart und Hannover.

Bundesweit organisierten sich Lohnunternehmer, Landwirte und Betroffene aus dem vor- und nachgelagerten Bereich der Agrarbranche, weil sie von der derzeitigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik die Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden im ländlichen Raum gefährdet sehen. Die Zentralveranstaltung fand am 22. Oktober 2019 auf dem Münsterplatz in Bonn statt. Aber auch an anderen Orten Deutschlands haben sich Landwirte und Lohnunternehmer mit ihren Landmaschinen auf den Weg in die großen Städte gemacht, um für Ihre Anliegen einzustehen:

  1. Das Agrarpaket gefährdet bäuerliche Familienbetriebe. Wir wollen sie erhalten.
  2. Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung. In den sogenannten roten Gebieten schadet das dem Boden und dem Wasser mehr, als es nützt.
  3. Buhmann der Politik und vieler NGOs: Die permanente negative Stimmungsmache, das Bauernbashing, führt zu Ärger und Frustration im Berufsstand.
  4. Das Mercosur-Handelsabkommen gefährdet durch Billigpreise importierter Waren, die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.

Auf den Plakaten, die auf den durch die Stadt rollenden Traktoren befestigt waren, konnte man Aufforderungen wie: „Wir sind noch da, bitte hört uns zu!“ oder „Liebe Politiker, wir brauchen Verlässlichkeit!“ lesen. Menschen aus allen Sparten, Verbänden und Parteien machten mit stundenlangem Hupkonzert und schrillenden Pfeifen auf die Belange der Branche aufmerksam.

Mehr als 2.000 Traktoren aus den verschiedensten Landkreisen rollten direkt neben dem Maschsee in Hannover und dazu ein Meer aus Demonstranten zu Fuß. Landwirte aus der Region beschrieben Ihren Unmut direkt an die anwesenden Politiker und bekamen lautstarken Zuspruch von ihren Berufskollegen. Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Landwirtschaftsministerin, betitelte die demonstrierende Menge als den Rückenwind, den sie für Ihre Arbeit gerne spürt und begrüßt den Wunsch der Demonstranten zum Gespräch.

„Wir rufen zu Tisch - miteinander reden, statt übereinander: Wir fordern Verhandlungsgespräche zwischen Landwirten, den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft sowie Umwelt, Julia Klöckner und Svenja Schulze, sowie den führenden und verantwortlichen NGO's.“ Diese Forderung der Veranstalter kam bei der friedlichen Demonstration deutlich rüber.



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