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17.05.2018

Transparente Wege zu nachhaltigen Nährstoffkreisläufen sind das Ziel

Ende März wurde der Nährstoffbericht Niedersachsen 2016/2017 in Hannover veröffentlicht. Das novellierte Düngerecht hat die zulässigen Nährstoffobergrenzen reduziert und die überregionale Nährstoffverbringung aus der Region Weser-Ems ist weiter angestiegen.

Trotzdem sind es im Ergebnis sieben Landkreise, die laut der Wirtschaftsdüngerbilanz im Nährstoffbericht die Obergrenzen für Stickstoff und zukünftig auch für Phosphat überschreiten. Bei der Betrachtung von ganz Niedersachsen haben sich der Nährstoffanfall aus Wirtschaftsdüngern und der N-Mineraldüngereinsatz weiter erhöht. In den hiesigen Nährstoffkreisläufen befindet sich zu viel Stickstoff und Phosphat. Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast sieht darin einen klaren Handlungsauftrag.

Zusätzlich hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Mitte April ein Positionspapier veröffentlicht, mit welchen Strategien ein effizienterer Nährstoffeinsatz verfolgt wird. Die beschriebenen Lösungsansätze sind vielfältig. Diese Strategien nehmen dabei nicht nur die abgebende Region in die Pflicht. Sondern es sind Ackerbauregionen ebenso gefordert, die vorhandenen Nährstoffe bestmöglich zu nutzen. Dazu zählen natürlich weiterhin die Verbringung von Nährstoffen und die Substitution von Mineraldüngern. Voraussetzung dafür sind neben der Schaffung von zusätzlichem Lagerraum, die Arbeit in engen Kooperationen mit einem gegenseitigen Verständnis über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Bei der Betrachtung der vorgestellten Lösungsansätze kommt den Lohnunternehmen eine große Bedeutung zu. Die Verbringung ist und bleibt ein essentielles Instrument, indem die Lohnunternehmen nicht wegzudenken sind. Diesen Stellenwert hat sich die Branche mit ihren schlagkräftigen Transportlösungen zwar erarbeitet. Doch zukünftig sind es die Aufbereitungslösungen die weiter an Bedeutung gewinnen. Für den Export kann zusätzlich zum Festmist die technisch aufbereitete Gülle einen großen Beitrag leisten. Die Aufkonzentration und Rückgewinnungstechniken sind hier wichtige Ansätze. Über eine Aufbereitungslösung für Geflügelmiste berichteten wir bereits in der April-Ausgabe der “LU-aktuell“.

Für einen nachhaltigen Nährstoffkreislauf gibt es keine Patentlösung. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel der verschiedensten Maßnahmen. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Aspekten ist die Transparenz der Nährstoffströme unerlässlich. Mit der Einführung der Stoffstrombilanz ist hier in den nächsten Jahren mit deutlich transparenteren Verläufen zu rechnen.

*mit Material der LWK Niedersachsen


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