Beruf & Bildung
04.10.2018

Nährstofftransfer in Niedersachsen

Das Projekt Zertifizierte Logistik in der Wirtschaftsdüngung (Zertlog) geht in die Schlussphase. Innerhalb eines Gesamtprojekts, deren Leitung die LWK Niedersachsen übernommen hat, wurde das Projekt ZERTLOG als Teilprojekt II zwischen das Teilprojekt I
„abgebende Region“ und Teilprojekt III „aufnehmende Region“ installiert. Der BLU arbeitet als Mitglied der Nährstoffmanagement Niedersachsen eG an der Projektdurchführung aktiv mit. Für die Branche Lohnunternehmen ist es wichtig, die praxisnahen Ergebnisse auch aus den vielen Gesprächen mit Praktikern und Fachbehörden zusammenzutragen und an die Landesregierung im Sinne tatsächlich praktikabler, heißt durchführbarer Wirtschaftsdüngerprozesse weiterzugeben. Eine kritische Auseinandersetzung mit den
verschiedenen Aspekten ist zwingend erforderlich.

Im Frühjahr 2018 hat sich die Arbeitsgruppe der Vermittler intensiv mit der inhaltlichen Differenzierung der gesetzlichen Grundlagen, der Mindeststandards und den Anforderungen von Gütegemeinschaften auseinandergesetzt.

Diese Arbeit war wichtig auch im Hinblick auf die Berichterstattung gegenüber der Landesregierung:
  1. Die gesetzlichen Regelungen sind definiert und ohnehin einzuhalten.
  2. In den Mindeststandards sind zusätzliche Kriterien für die Gütesicherung und Nachvollziehbarkeit im Wirtschaftsdüngertransfer für alle zukünftig am Markt tätigen QS-Systeme definiert. Die Mindeststandards werden mit Landkreisen diskutiert und abgestimmt. Ziel ist und bleibt eine einheitliche Regelung für Wirtschaftsdünger in ganz Niedersachsen.
  3. QS-Systeme /  Gütesicherungsgemeinschaften können dann nach eigenem Ermessen weitere Merkmale zu relevanten Kriterien in den Handbüchern festlegen und den finanziellen und bürokratischen Aufwand dadurch entsprechen erhöhen. So kann in einem NMN-Handbuch beispielsweise der Einsatz von GPS-Systemen definiert werden. Die  Anerkennung von  Schnellbestimmungsverfahren wird derzeit noch mit der Fachbehörde diskutiert.
Diese drei Levels sind die Grundlage für die weitere Diskussion mit dem Landwirtschafts-
bzw. Umweltministerium in Hannover. Neben dem Für und Wider jeder Maßnahme sind auch die für eine effiziente Umsetzung zu erfüllenden Voraussetzungen deutlich zu beschreiben.

Das Düngegesetz eröffnet über den § 13a die Möglichkeit, Gütegemeinschaften innerhalb der Bundesländer über eine Länderermächtigung zuzulassen. Sollte von dieser Option Gebrauch gemacht werden, wären die definierten Mindeststandards die maßgebende
Bezugsgröße für die niedersächsische Landesregierung. Weitere Verpflichtungen können sich Gütegemeinschaften individuell unterwerfen. Ein höherer Aufwand (wie z.B. eine freiwillige Dokumentation durch GPS) kann durch entsprechendes Entgegenkommen bei
Überprüfungen durch die Bau- bzw. Düngebehörde gerechtfertigt sein. Diesbezüglich hat es aber noch keine Zusage gegeben.





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