Beruf & Bildung
07.05.2018

Mitfahrticket: Feldarbeit hautnah erleben

Wer kennt es nicht: es ist Ernte, die Zeit sitzt einem im Nacken, da das Zeitfenster für den optimalen Schnitt sehr eng bemessen ist und da stehen sie wieder, die Zuschauer am Feldrand und beobachten dich bei der Arbeit. Auf die meisten Menschen haben die großen und modernen Maschinen eine faszinierende Wirkung. In der hektischen Zeit bleibt aber oft kaum Zeit die Tätigkeiten auf dem Feld näher zu erklären.

Was liegt also näher, als dieser Zielgruppe einen Einblick in die Arbeit zu gewähren und der modernen Landwirtschaft ein sympathisches Gesicht zu geben?

Unter diesem Aspekt haben schon das Landvolk Göttingen, der Maschinenring Harburg und einige Lohnunternehmer unabhängig voneinander eine Aktion gestartet und „Mitfahrtickets“ verlost. Die Möglichkeiten potenzielle Kandidaten zu erreichen sind vielfältig. Betriebe könnten einen Hinweis direkt auf der firmeneigenen Webseite hinterlegen, einen Aufruf in den sozialen Medien oder der Tageszeitung starten oder interessierte Personen direkt ansprechen. Schon bei der Ankündigung sollte darauf hinweisen werden, dass die Teilnehmer zeitlich flexibel sein müssen, denn das Erntewetter lässt oft nur spontane Mitfahrten zu. Bei der Auswahl der Mitfahrer ist es ratsam darauf zu achten nur ernsthaft interessierte Personen auszuwählen. Bevor allerdings Gäste mitfahren, sollte mit dem eigenen Versicherungsvertreter gesprochen werden, damit Risiken abgedeckt sind.

Auch die Auswahl der Maschinisten ist von besonderer Bedeutung. Diese sollten die ihnen gestellten Fragen kompetent beantworten können und Lust auf einen solchen Austausch haben. Nach den Fahrten bietet sich für den Lohnunternehmer selbst die Möglichkeit für einen Informationsaustausch mit den Gästen. Dabei könnte man ihnen die ganze Erntekette bis hin zur Einlagerung zeigen oder die Unterschiede zwischen den Getreidearten und die Verwendungsmöglichkeiten von Raps erklären.

Dass dieses Programm mehrere Stunden in Anspruch nehmen könnte, muss jedem Ausrichter bewusst sein. Daher bietet es sich an, die Aktion auch medienwirksam zu verarbeiten, ganz in dem Sinne der BLU-Initiative Profis mit Rücksicht; 10 Punkte für Image und Akzeptanz. Die Teilnehmer könnten nach den Fahrten einen Post auf Facebook veröffentlichen und die Erfahrungen des Tages schildern, denn diese haben mit Sicherheit einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Spannend wäre es, Journalisten zum Mitfahren einzuladen. Gut gemachte Beiträge können viele Zeitungsleser, Radiohörer oder Fernsehzuschauer erreichen und zu einer gelungenen Öffentlichkeitsarbeit beitragen.



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