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10.07.2018

Mehr Geflügelmist in Biogasanlagen

Einige Betriebe sind durch die Düngeverordnung zum wirtschaftlicheren Nutzen ihrer
Wirtschaftsdünger aufgefordert. Neben der Separation von flüssigen Wirtschaftsdüngern zur besseren Verwertung gibt es nun auch eine Lösung für Geflügelmist.


Durch die hohe Konzentration an Stickstoff in Geflügelmist, kann dieser keinen höheren Anteil in Substraten für Biogasanlagen einnehmen. Mit einem neuen System ist es nun möglich ammoniumreichen Geflügelmist mit großen Anteilen in Substraten in Biogasanlagen einzusetzen. Der Geflügelmist wird dafür mit einem kleinen Feststoffdosierer zerkleinert, dazu wird ungelöschter Kalk gegeben. Danach geht das Gemisch in einen gasdichten, verschlossenen Aufbereiter. Dort wird das Ammoniak durch eine chemische Reaktion, die durch den Kalk ausgelöst wird, ausgetrieben. Je nach Wassergehalt des Mistes wird das Mist-Kalk-Gemisch erhitzt, weil der Kalk gelöscht wird. Dabei wird der Mist so auch getrocknet.

Über Ammoniakstripping-Säulen wird das Ammoniak in Schwefelsäure gelöst. So kann eine Ammoniumsulfatlösung aufgefangen werden. Dieser Stickstoffdünger kann dann ohne weitere Behandlung ausgebracht werden. Zwischen 70–90 % Ammoniak kann so aus dem Geflügelmist gelöst werden. Nach der Behandlung kann der Geflügelmist ohne weiteres in die Biogasanlage gefüttert werden, daraus entstehen dann ganz normal Gärreste. Ein Tonne des behandelten Geflügelmistes kann eine Tonne Mais als Substrat für die Biogasanlage ersetzen.

Durch die Behandlung und das Herauslösen von Ammoniak aus Geflügelmist kann deutlich mehr Geflügelmist als Substrat in Biogasanlagen gefüttert werden. Dadurch müssen die Fruchtfolgen nicht mehr so maishaltig sein, da der Mais 1:1 ersetzt werden kann. Dies spart Transportfahrten während der Maisernte, sowie den Unmut der Anwohner. Da Geflügelmist ein relativ günstiges Substrat ist werden zusätzlich Kosten gespart und die  Transportwürdigkeit gesteigert. Außerdem entsteht noch ein stickstoffreicher Flüssigdünger, der ohne weitere Behandlung weitervermarktet oder ausgebracht werden kann. Die Anlage kann direkt auf Biogasanlagen oder beim Lohnunternehmer aufgestellt werden.




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