Beruf & Bildung
19.02.2018

Klageverfahren gegen Lkw-Kartell für Lohnunternehmer jetzt ohne Prozesskostenrisiko möglich

Registrierung bis 30.05.2018 / neun Informationsveranstaltungen in Deutschland

Sehr geehrte Mitglieder,
liebe Lohnunternehmer,

für Lohnunternehmer in Deutschland besteht aktuell die Möglichkeit, am Klageverfahren gegen Lkw-Hersteller wegen überteuerter Preise für Lkw durch das sogenannte „Lkw-Kartell“ teilzunehmen. Und dies, ohne ein Prozess- oder Kostenrisiko einzugehen.

Zum Hintergrund:
Im Juli 2016 und September 2017 hatte die Europäische Kommission Rekordgeldbußen von zusammen 3,7 Mrd. EUR gegen alle führenden Lkw-Hersteller wegen ihrer Beteiligung am sogenannten Lkw-Kartell verhängt. Dabei wies die Kommission darauf hin, dass Geschädigte dieses Kartells die Möglichkeit haben, Schadensersatzansprüche gegen die Kartellanten geltend zu machen.
Bereits im November 2017 hat der Deutsche Raiffeisenverband Klage in den Niederlande erhoben, an welcher auch einige Lohnunternehmer aus Deutschland beteiligt sind. Hier gab es im Dezember bereits einen ersten Verhandlungstermin. Bei Vorliegen neuer Informationen werden wir Sie hierzu unverzüglich informieren.
Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. hat in Zusammenarbeit mit dem Rechtsdienstleister financialright claims GmbH am 22.12.2017 eine Rekordklage gegen das sogenannte Lkw-Kartell für mehr als 3.200 Unternehmen mit mehr als 85.000 Lkw vor dem Landgericht München I erhoben. Der geschätzte Schaden beläuft sich dabei auf mindestens 500 Mio. Euro, wobei die Erfolgsaussichten als gut beurteilt werden.

Nunmehr besteht auch für betroffene Lohnunternehmer die Möglichkeit, an einer zweiten Sammelklage teilzunehmen und ihr zu viel gezahltes Geld zurück zu erhalten.
Hierbei ist davon auszugehen, dass ca. 10% des gezahlten Lkw-Kaufpreises (netto) bzw. 10% der gezahlten Leasingraten rückzahlbar sind.

Voraussetzungen:
Betroffene Unternehmer können sich noch bis zum 30.05.2018 auf der Online-Plattform www.truck-damages.com registrieren lassen.
Hierbei treten sie ihre Rechte an den Rechtsdienstleister ab (sogenanntes „Abtretungsmodell“), der auf Basis einer reinen Erfolgsprovision arbeitet. Kosten zulasten des Unternehmers fallen keine an. Im Erfolgsfall erfolgt eine Zahlung des Schadensersatzes an den Un-ternehmer; im Misserfolgsfall passiert nichts.

Die Ansprüche werden vom Rechtsdienstleister bei folgenden Kriterien durchgesetzt:
  • Lkw ab sechs Tonnen zulässiges Gesamtgewicht,
  • Erwerb von 2003 bis 2016. Ausgeschlossen sind reine Miet-Lkw und der Erwerb gebrauchter Lkw sowie Vorführfahrzeuge,
  • Lkw von Daimler, Volvo/Renault, MAN, Iveco, DAF und Scania,
  • Erwerb durch Kauf, Leasing und Mietkauf ist erfasst.

Zu Ihrer Information befinden sich als Anlagen zu diesem Artikel
  • das Anschreiben des BGL e. V. an den BLU e. V.,
  • die dazugehörige Pressemitteilung des BGL e. V.,
  • eine Liste mit Terminen von neun kostenlosen Informationsveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet, die ab dem 20.02.2018 stattfinden und zu denen sich auch Lohnunternehmer anmelden können sowie
  • wichtige (!) Informationen zum Ablauf des Verfahrens.

Bitte lesen Sie sich diese Anlagen – vor allem die wichtigen Informationen zum Ablauf des Verfahrens – genau und sorgfältig durch. Die Anlagen befinden sich im Übrigen auch im Mit-gliederbereich der Homepage des BLU e. V. (www.lohnunternehmen.de).




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