Beruf & Bildung
03.07.2018

Fachkraft Agrarservice und Agrarservicemeister

Eine Erfolgsgeschichte für die gesamte Branche:

Selten haben sich Initiative und Beharrlichkeit so ausgezahlt wie in den Bemühungen unseres Berufsverbands Lohnunternehmen (BLU) um die eigene Berufsausbildung. Fachkraft Agrarservice (FAS) und Agrarservicemeister (ASM) gehören heute zu den attraktivsten Qualifikationen für junge Menschen im ländlichen Raum. Neben der reinen Notwendigkeit unsere Branche, Betriebsleiter und Mitarbeiter optimal im Hinblick auf die Herausforderungen des Lohnunternehmerberufes auszubilden, hat der eigene Beruf einen erheblichen Imagegewinn für die Berufsgruppe mit sich gebracht.

Fachkraft Agrarservice (FAS)

Die Berufsausbildung Fachkraft Agrarservice ist durch die Schwerpunkte Pflanzenbau, Landtechnik und Dienstleistungen nach wie vor bei Auszubildenden sehr beliebt. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Schülerzahlen wider, die sich gegenüber dem Vorjahr stabilisiert haben. Im Jahr 2017 haben rund 270 Fachkräfte Agrarservice ihren Abschluss erworben. Die Jahrgangszahlen für 2020 werden sich mit Beginn des zweiten Ausbildungsjahres dieser Gruppe (ab August 2018) durch Absolventen aus Berufsfachschulen bzw. Berufsgrundbildungsjahren (BGJ), Abiturienten und junge Männer und Frauen mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung noch um etwa 5 % erhöhen.

Für den theoretischen Unterricht stehen bundesweit neun Berufsschulen zur Verfügung, die jeweils für die Auszubildenden des „eigenen“ Bundeslandes verpflichtend sind. In Bundesländern ohne eigene Berufsschule wird die Versorgung über entsprechende Vereinbarungen der zuständigen Kultusministerien geregelt. Die Ausbildungsplätze gehen mit der zahlenmäßigen Bedeutung der Lohnunternehmen in den Bundesländern einher. Für die Fachkraft Agrarservice hat Niedersachsen noch immer die Führungsrolle inne, die auch durch zwei Berufsschulstandorte zum Ausdruck kommt.

Der Anteil junger Frauen in der Ausbildung ist mit unter 2 % leider noch sehr gering. Dennoch ist der BLU zuversichtlich, auch bei den weiblichen Nachwuchskräften weitere Zuwächse zu erzielen. Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig und qualifizierte Fachkräfte Agrarservice werden auch in Management und Koordinierung wichtige Funktionen in den Lohnunternehmen übernehmen müssen. Mittelfristig wird es dem Berufsstand trotz großer Anstrengungen nicht gelingen, mehr als 30 % des Mitarbeiterbedarfs über die eigene Berufsausbildung zu decken.



Agrarservicemeister (ASM)

Aufbauend auf die Ausbildung können sich Betriebsleiter und Mitarbeiter in zwei Wintersemestern zum Agrarservicemeister fortbilden. Diese Fortbildung ist eine hervorragende Qualifikationsmaßnahme für Führungskräfte in Lohnunternehmen. Ziel der Meisterausbildung ist, dass sich die Meisteranwärter mit den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens auseinandersetzen und diese entsprechend auswerten können. Im Vordergrund stehen dabei die Analyse und entsprechende Einschätzung der unternehmerischen Zusammenhänge eines Betriebes.

Die Fortbildung zum Agrarservicemeister hat sich seit Veröffentlichung der Durchführungsverordnung im August 2010 an drei Standorten in Deutschland (Kleve, Loccum, Triesdorf) etabliert. Mittlerweile haben 225 junge Menschen an der anspruchsvollen Fortbildung teilgenommen. Zukünftig rechnet der BLU mit Zuwächsen von bis zu 50 Agrarservicemeistern jährlich.

„Diese Entwicklung ist erfreulich, wird aber auch außerhalb unserer Branche interessiert verfolgt. Aus jedem Jahrgang „verschwinden“ Agrarservicemeister in branchenfremde Unternehmen, die aber der Landtechnik sehr nahe stehen. Dieser Sachverhalt bestätigt offensichtlich unseren Eindruck, dass wir in der Aus- und Fortbildung nicht immer alles, so doch das Meiste und Entscheidende, richtig gemacht haben und wir mit unserer Fachkraft Agrarservice und unserem Agrarservicemeister auf dem richtigen Weg sind“, erläutert Dr. Martin Wesenberg, Geschäftsführer des BLU.

Insgesamt ist die Entwicklung der Ausund Fortbildung als äußerst positiv zu bewerten, es ist bereits viel für die Branche erreicht worden. Damit aber nicht genug; der BLU fördert kontinuierlich die Entwicklung des Berufes und setzt sich für zunehmende Bekanntheit bei Auszubildenden und  Ausbildungsbetrieben ein.





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Der 17-jährige Felix Miermeister absolviert seine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice beim Lohnunternehmen Dirk Gieschen und ist eine der Hauptpersonen in den neuen BLU-Imagefilmen Der 17-jährige Felix Miermeister absolviert seine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice beim Lohnunternehmen Dirk Gieschen und ist eine der Hauptpersonen in den neuen BLU-Imagefilmen "Agrarservice im Pofil".