Beruf & Bildung
05.07.2018

Einsatz von pneumatischen Sägeräten nur noch eingeschränkt möglich?

Durch die Neuzulassung der Insektizid-Beize Force 20 CS Anfang 2017 kann es ab 2019 zu Einschränkungen bei der Aussaat von Zuckerrübensaatgut kommen. Die Force-Beize ist vor allem für die Bekämpfung von Moosknopfkäfern und Schnellkäfern (Drahtwurm) gedacht und somit für ein homogenes Auflaufen der Zuckerrüben sehr wichtig. Allerdings steht in den Anwendungsbestimmungen der Beize unter NH685: „Die Aussaat des behandelten Saatgutes darf nur mit mechanischen Sägeräten erfolgen.“ Dies bedeutet, dass eine Aussaat mit einer pneumatischen Sämaschine nicht mehr möglich ist. In den letzten Jahren wurden aber viele pneumatische Kombigeräte verkauft, die sowohl für die Rübenaussaat als auch für die Aussaat von Mais, Sonnenblumen und anderen Reihenkulturen geeignet sind. Ein Teileinsatzgebiet, welches bei manchem Käufer auch mit Kaufgrund war, fällt somit ab 2019 weg.

Momentan gilt, da das zur Rübenaussaat 2018 verkaufte Saatgut noch komplett mit der Beize der alten Zulassung gebeizt wurde, darf dieses noch mit pneumatischen Sägeräten ausgesät werden. Für die Aussaat 2019 wird das Saatgut dann komplett mit der Beize mit neuer Zulassung pilliert und darf nicht mehr mit pneumatischen Sägeräten gesät werden.

Allerdings darf Rübensaatgut, das in europäischen Nachbarländern pilliert wurde und nicht die Auflage NH685 hat, weiterhin mit mechanischen oder pneumatischen Sägeräten ausgebracht
werden. Für eine Vereinheitlichung setzen sich die deutschen Pillierer aber ein.

Außerdem steht auch noch ein Verbot von Neonicotinoiden der EU im Raum. Eine Abstimmung aller EU-Mitgliedssaaten soll darüber demnächst entscheiden. Ein Verbot würde dann weitere Einschränkungen im Pflanzenschutz und bei Saatgutbeizen mit sich bringen. Der BLU wird Sie über das weitere Geschehen informieren und auf dem Laufenden halten.




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Foto: Kuhn Foto: Kuhn