Beruf & Bildung
05.01.2018

Ein Jahr für das Geschichtsbuch

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lohnunternehmerinnen und Lohnunternehmer,

zum Ende 2017 werden nicht wenige in unserer Berufsgruppe zu dem Schluss kommen: So ein Jahr brauchen wir nicht wieder! Nach einem weitgehend normalen, hier und da zu trockenen Frühjahr, folgte eine Phase mit extremen Witterungsbedingungen. Sehr hohe Niederschlagsmengen und orkanartiger Wind haben die Arbeiten seit Sommer massiv behindert und stellenweise Totalausfälle hervorgerufen. Trotz eines bespiellosen Einsatzes von Technik und Personal konnte auf einzelnen Standorten die Ernte von Mais, Rüben und Kartoffeln nicht durchgeführt werden.

Außerdem hat das Jahr Geld gekostet! Die schwierigen Bedingungen gehen Maschinen und Menschen an die Substanz und äußern sich in hohen Dieselverbräuchen und Materialverschleiß sowie in vielen, vielen Überstunden.

Auch 2017 kommen die Lohnunternehmen wieder pünktlich zum Fest zur Ruhe und besinnen sich der zurückliegenden Monate – hoffentlich in der Erkenntnis, wieder einmal und mit Abstand der wichtigste Partner des Landwirtes zu sein. Letzten Endes haben Leistungswille, Einsatzbereitschaft und Kreativität der Dienstleistungsbetriebe deutlichere Ausfälle bei den Kunden verhindert.

Nicht zu verhindern war hingegen die durch Politik motivierte und durch Witterung potenzierte Problematik Wirtschaftsdüngung in vielen viehhaltenden Kundenbetrieben. Die Düngeverordnung hat Anfang Juli neue Regelungen hinsichtlich Ausbringungsmengen und -termine definiert. Der damit verbundene Bedarf an Lagerraum insbesondere für Gülle konnte kurzfristig nicht gedeckt werden und die fehlende Befahrbarkeit der Flächen führt in der Sperrfrist unweigerlich zum „Überlaufen der Pötte“. Notgedrungen rücken der Behelfslagerbau und die Ausbringung auf gefrorene bzw. trockene Flächen mit Pflanzenbewuchs in den Fokus der Diskussionen zwischen Behörden und Praxis. In entsprechenden Gesprächen zeigt sich wiederholt und deutlich, dass praktikable Lösungen ohne die Einbindung von Lohnunternehmen nicht realistisch erscheinen. Aus genannten Gründen sollten wir uns gerade nach diesem Jahr überzeugt und selbstbewusst an unsere Stärken und auch an unsere Bedeutung für die Agrarwirtschaft erinnern.

Erfreulicherweise geht es in der Landwirtschaft nach den letzten schwächeren Jahren finanziell wieder aufwärts. Dennoch werden sich Krisen auch in Zukunft nicht verhindern lassen - schon gar nicht durch eine unrealistische, nicht kostendeckende Abrechnung von hochwertigen Dienstleistungen heute. Die Landwirte schätzen gerade in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit dem starken Dienstleistungspartner und wissen, dass eine „teure“ Ernte immer noch besser ist als gar keine Ernte!

Diesbezüglich gehört das Jahr 2017 ins Geschichtsbuch der Landwirtschaft und sollte exemplarisch für Herausforderungen stehen, denen auch Lohnunternehmen durch äußere Einflüsse ausgesetzt sein können und die unweigerlich höhere Arbeitspreise nach sich ziehen müssen. Lassen Sie sich auf jeden Fall Ihren persönlichen Einsatz angemessen entlohnen, damit 2017 zumindest von der finanziellen Betrachtung in besserer Erinnerung bleibt als vom Wetter her gesehen!



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