Beruf & Bildung
13.11.2018

Dürre 2018

Extreme Hitze und fehlende Niederschläge haben in diesem Jahr in vielen Landesteilen zu massiven Ernteausfällen geführt.

Bundes- und Länderregierungen haben kürzlich eine Dürrehilfe vereinbart, für die auch die EU-Kommission in Brüssel „grünes Licht“ gegeben hat bzw. geben musste. Seitens der Bundesregierung wurden grundsätzlich 170 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, wobei diese Gelder nur dann abgerufen werden können, wenn die Länder die Hilfe mit Beiträgen in gleicher Höhe aufstocken. Ob sich alle Bundesländer an der Hilfsaktion beteiligen, bleibt abzuwarten.

Einzelheiten der Mittelvergabe werden derzeit zwischen den zuständigen Verwaltungsdienststellen ausgearbeitet. Nach bisherigen Informationen ist die Finanzhilfe an die konkrete Bedürftigkeit bzw. Notlage geknüpft. Dann können die Betriebe auch Abschlagzahlungen erhalten. Im Schwerpunkt werden über 40 % der Gelder den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zur Verfügung gestellt.

Auch der Bundesverband Lohnunternehmen hat die Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner darüber informiert, dass die angespannte finanzielle Situation der Landwirte auch Betroffenheit in  Lohnunternehmen auslöst. Diesbezüglich liegt dem BLU ein Schreiben der Ministerin vor, in dem zwar Verständnis gezeigt, aber finanzielle Hilfen ausgeschlossen werden.

Auch in dieser Krise zeigt sich deutlich, dass die „Liquidität“ gegenüber der „Rentabilität“ das größere Problem darstellt.

Die Umsatzrückgänge durch fehlende Aufträge sowie möglicher Zahlungsverzug und –ausfall belasten die Liquidität des Lohnunternehmens, auch wenn auf der anderen Seite die Kosten [insbesondere Diesel und Personal (Aushilfen und Überstunden)] geringer ausfallen. Ein einfacher innerbetrieblicher Vergleich mit normalen Jahren kann frühzeitig eine Entwicklungstendenz im Betriebsergebnis des Jahres 2018 zeigen.

Im Hinblick auf die Rentabilität führen die ausgefallen Umsätze (Hektar, Stunden, Ballen, Kubikmeter) dazu, dass die Maschinen „länger“ genutzt werden können. Eine Ersatzinvestition wird zu einem späteren Zeitpunkt notwendig oder die Maschine hat einen tendenziell höheren Zeitwert, weil sie im Lohnunternehmen weniger geleistet hat. Die jährliche Abschreibung als größter Bestandteil der festen Maschinenkosten fällt jeweils geringer aus.

Was ist zu tun, wenn es „eng wird“? Wenn Kapitaldienst, Leasingraten oder andere Verpflichtungen geschoben werden müssen, ist es auf jeden Fall wichtig und richtig, frühzeitig aktiv auf die Finanzierungsgesellschaften zuzugehen. Dieser Schritt ist sicherlich nicht immer einfach, aber trotzdem absolut notwendig, gemeinsam und vertrauensvoll nach Wegen aus der Misere zu suchen.





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