Pflanzenöl - Fachtagung NRW

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Das Thema des Lohnunternehmer-Fachtages „Wegfall der Agrardieselrückerstattung - Ein-satz alternativer Kraftstoffe als Reaktionsmöglichkeit anhand des Beispiels von kalt gepress-tem Rapsöl“ schien den Nerv der Lohnunternehmer getroffen zu haben, was anhand der großen Teilnehmerzahl von knapp 200 Gästen (und damit mehr Gäste als bei der Jahres-hauptversammlung 2005 NRW) deutlich wurde.
Nachdem Herr Milte als gastgebender Lohnunternehmer die Anwesenden kurz begrüßt und ihnen über die wesentlichen Eckdaten seines Betriebes berichtet hatte, führte er die Teil-nehmer per Rundgang über sein Betriebsgelände. Hierbei verstand es Herr Milte, den Alltag der Lohnunternehmer anschaulich und mit einer Portion Witz darzustellen.

Nach dem Rundgang gab es ein gemeinsames Mittagessen, das Frau Milte mitsamt ihren Helfer(innen) perfekt organisiert hatte.

Herr Plogmaker eröffnete danach den Vortragsteil mit einem Grußwort an die Gäste. Nach-dem Herr Plogmaker dann dem gastgebenden Ehepaar Milte für die Organisation und Aus-richtung der Veranstaltung Dank ausgesprochen und ihnen Geschenke überreicht hatte, be-gann der eigentliche Vortragsteil mit Herrn Fischer von der Ölmühle Hamm, der über die Funktionsweise der Ölmühle berichtete.

Herr Fischer brachte zudem einen auf kalt gepresstes Rapsöl umgerüsteten Lkw mit, der den Lohnunternehmern zur Besichtigung zur Verfügung stand. Insgesamt stünde die Güte des produzierten Rapsöls im Vordergrund, wobei der sog. „Weihenstephaner Qualitätsstandard“ als Maßstab diene.

Daraufhin berichtete Herr Leo Thiesgen als Umrüster, der mit der Firma Rapstruck zusam-menarbeitet (= ebenfalls Umrüster), über den Vorgang der eigentlichen Umrüstung, die ver-schiedenen Umrüstarten und über die wesentlichen Kriterien, die bei der Umrüstung von Dieselmotoren auf kalt gepresstes Rapsöl zu beachten seien.

Herr Hermann von der Firma Rapstruck, der ebenfalls nur auf das 2-Tank-System umrüstet, griff den Vortrag von Herrn Thiesgen auf und ergänzte diesen in punkto der eigentlichen Um-rüstung bzw. deren Ablauf. Der Einbau des zweiten Tanks verursache bei einem Schlepper Kosten von etwa 2.500,- ¤, wobei Motor und Einspritzanlage unverändert bleiben würden.

Herr Drönner, Lohnunternehmer aus Rheinland-Pfalz, ergänzte die vorhergehenden Vorträ-ge als Mann der Praxis, der bereits seit einigen Jahren seinen gesamten Betrieb auf kalt ge-presstes Rapsöl umgestellt hat. Abgesehen von anfänglichen Schwierigkeiten, die auch mit der damals noch schlechteren Qualität des Rapsöls zusammenhingen, konnte Herr Drönner ausschließlich über positive Effekte berichten.

Daraufhin nahmen Herr Bok von der Firma Claas, Herr Wigger von der Firma John Deere, Herr Wöhrle von der Firma Fendt und Herr Dr. Horstmann von der Firma Krone jeweils kurz zum Thema Stellung. Die ersten drei mahnten in ihren Ausführungen eher zur Vorsicht im Umgang mit der neuen Technologie, verwiesen auf fehlende langfristige Erfahrungswerte im Umgang mit Rapsöl als Kraftstoff und zeigten Alternativen im Sektor der alternativen Kraft-stoffe auf. Zudem erklärten sie die Frage, warum für umgebaute Motoren keine Garantie ge-geben werden könnte, mit dem Umstand, dass durch die Anwender vor Ort viel an techni-schen Voraussetzungen zu beachten sei, was im Zweifelsfall im Nachhinein nicht kontrollier-bar wäre und insofern zu unüberschaubaren Haftungsrisiken führe.
Demgegenüber gab Herr Dr. Horstmann von der Firma Krone bekannt (wie bereits beim LU-Fachtag in Niedersachsen am 09.06.05), dass bei Neumaschinen, die statt mit Diesel mit Rapsöl betrieben werden, alle gewährten Garantien aufrecht erhalten bleiben. Dies sei aller-dings an einige Vorgaben geknüpft.


Insgesamt war der LU-Fachtag NRW vollauf gelungen, führte er doch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema und zugleich zu einem umfangreichen Erfahrungsaus-tausch. Zwar blieb bei manchem Beteiligten aufgrund der vorangegangenen Kontroversen ein Gefühl der Unsicherheit, ob die Umstellung auf Pflanzenöl der richtige Weg ist. Mehrheit-lich entstand jedoch der Eindruck, dass die Umrüster die meisten Lohnunternehmer von der „neuen“ Technik überzeugen konnten.


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