Lohnunternehmer
- Aufgaben und Leistungen, Stellung im Markt
Insgesamt gibt es in Deutschland rund 3200 professionelle Lohnunternehmer. Hinzu kommt eine hohe Zahl von Nebenerwerbsbetrieben, die Dienstleitungen in Nachbarschaftshilfe oder in kleineren Gemeinschaften anbieten.
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Mit einem Umsatzanteil von etwa 70 Prozent liegen die Hauptaufgabenfelder der Branche nach wie vor in der Erledigung von Arbeiten für die Land- und Forstwirtschaft.
Im außerlandwirtschaftlichen Bereich haben sich viele Betriebe auf eine Vielzahl von Arbeitsbereichen spezialisiert. Dazu zählen Kommunalarbeiten, Wegebau, Landschaftsbau, Gewässerpflege, Transporte, Umweltschutz, Kompostierung, Grünflächenpflege, Rekultivierungen oder Erd- und Baggerarbeiten.
- Starke Lohnunternehmer in den Veredlungsregionen
Fast 60 Prozent aller Mitgliedsbetriebe sind in den drei norddeutschen Bundesländern (Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein) angesiedelt. Besonders stark vertreten ist die Branche in den Veredlungsregionen.
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Ein wesentlicher Faktor für die Nachfrage nach Lohnarbeiten ist die Verfügbarkeit von Arbeitskapazitäten in den landwirtschaftlichen Betrieben. Während die meisten Marktfruchtbetriebe über ausreichende Zeitreserven verfügen, ist in den Veredlungsbetrieben die Zeit der begrenzende Faktor. Diese Betriebe konzentrieren sich seit Jahren auf die Stallarbeiten und überlassen dem Lohnunternehmer die Felder.
- Lohnunternehmer als Investitionsträger
Pro Jahr investieren Lohnunternehmer rund 500 Mio. Euro in neue Technik. Sie stellen deshalb für die Landmaschinenindustrie insbesondere bei teuren Spezialmaschinen eine der wichtigsten Zielgruppen dar.
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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Innovationskraft dieser Betriebe. Lohnunternehmer sind Pioniere im Einsatz von Landtechnik und bestimmen die Marktanforderungen.
Zur Sicherstellung des technischen Standards ist ein Investitionsvolumen von ca. 25 Prozent der reinen Dienstleistungsumsätze notwendig. Insbesondere bei den Leitmaschinen unterliegen die Betriebe einem hohen Wettbewerbsdruck.
Häcksler werden heute zu über 90 Prozent von Lohnunternehmern gekauft. Bei der übrigen Erntetechnik oder bei Mähdreschern sind es etwa 60 Prozent. Eine deutlich steigende Tendenz zeigen die Marktanteile in den Bereichen Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, Düngung, Pressen von Stroh und Silage. Der Einsatz von Spezialmaschinen ist längst Sache der Lohnunternehmer.
Parallel zur eigentlichen Arbeitserledigung bauen Lohnunternehmer die Beratung aus. Vermehrt erfolgt die Beschaffung von Betriebsmitteln, wie z.B. der Pflanzenschutzmittel oder Saatgut durch den Lohnunternehmer. Der Trend in der Dienstleistung bewegt sich damit weg vom Brechen der Arbeitsspitzen hin zum kompletten Serviceunternehmen.