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10.01.2017

„New Deal“ für industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in der Landwirtschaft

Anfang November trafen sich Vertreter der Europäischen Bauern- und Lohnunternehmerverbände sowie des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission zu einer Konferenz mit dem Thema „Landmaschinen: Für eine neue europäische Agenda zur Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in der Landwirtschaft“. Organisiert von CEMA und FederUnacoma bildete diese Konferenz den Auftakt der 42. internationalen Landmaschinen-Ausstellung von Bologna (EIMA) in Bologna.

Agrarbranche und Landtechniksektor werden aktuell mit großen Herausforderungen konfrontiert: Der drastische Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe, die verhaltene Akzeptanz gegenüber innovativer Maschinen und die kurzfristigen, zyklischen Herausforderungen. Zusätzlich setzen EU-Auflagen für Landmaschinen, mit Emissionsgrenzwerten für Diesel und neuen Vorschriften über die Typengenehmigung, Hersteller und Anwender unter Druck. Vor diesem Hintergrund legten die Podiumsteilnehmer ihre Standpunkte zu einem „New Deal“ für die Landmaschinen-Industrie dar. Sie appellierten an die EU-Kommission, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, damit Europa die Chancen von Precision Farming und Digitalisierung nutzen könne.

CEETTAR-Präsident Klaus Pentzlin betonte, dass die Investitionen der Hersteller vor allem der allgemeinen Maschinenentwicklung zugutekommen müssten und nicht nur einigen spezifischen Aspekten. Damit bezog er sich auf die Schadstoffausstoß-Gesetzgebung des letzten Jahrzehnts. „Die Maschinenpreise sind erheblich gestiegen, ohne dass dies dem Kunden oder den landwirtschaftlichen Produktionsverfahren einen Vorteil gebracht hätte“, so Pentzlin. COPA-COGECA-Generalsekretär Pekka Pesonen unterstützte im Namen der europäischen Bauern diese Aussage und fügte hinzu, dass die Landwirte zwar an intelligenteren Maschinen und hochwertigen Dienstleistungen, nicht aber an einer Kostensteigerung interessiert seien.

Die Vertreter der EU-Kommission reagierten positiv auf den Vorschlag eines „neuen politischen Deals für den Landmaschinen-Sektor“. Die Kommission unterstrich außerdem ihre Bereitschaft, innovative Ansätze der europäischen Hersteller zu unterstützen. Weiter verpflichtete sie sich zu einem regelmäßigen Dialog mit anderen politischen Stellen, deren Entscheidungen sich unmittelbar auf die Landmaschinenindustrie auswirken. Die Zukunft von Landwirtschaft und Agrartechnik ist eng verknüpft. In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung bei der Förderung des Landmaschinensektors und der Agrarwelt eine Schlüsselrolle spielen. Aufgrund ihrer größeren Bereitschaft, in innovative Technologien zu investieren, kommt gerade den Lohnunternehmen bei dieser Entwicklung eine tragende Aufgabe zu. Deshalb haben sich CEETTAR und Technikherstellern auf die Notwendigkeit einer neuen europäischen Agenda verständigt. Benötigt wird ein „New Deal“ für Landmaschinen, der auf zwei Säulen aufbaut:
  • Eine EU-Industriepolitik, die auf der Angebotsseite das Innovationspotenzial und die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller steigert;
  • Und einer vorausschauenden EU-Agrarpolitik, die auf der Nachfrageseite alle Nutzer, nicht nur Landwirte, bei der Verwendung innovativer Maschinen unterstützt.
Eric Drésin, CEETTAR

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