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16.11.2016

Wirtschaftsdünger effizienter einsetzen

Projekt soll Nährstoffausgleich verbessern

Die Landesregierung Niedersachsen fördert seit diesem Frühjahr das Verbundprojekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“, um die Nährstoffkreisläufe in der Pflanzen-, Tier und Energieproduktion effizient zu schließen.
In einer gelungenen Auftaktveranstaltung Anfang Oktober im Kreishaus Cloppenburg wurde das dreijährige Verbundprojekt maßgeblichen Vertretern aus Politik, Fachbehörden und Verbänden vorgestellt.

Das Projekt soll grundlegende Informationen für den Rückfluss von Nährstoffen aus den Veredelungsregionen im Westen Niedersachsens zurück in die Ackerbaugebiete in den südlichen und östlichen Landesteilen liefern. Das Land investiert in das dreijährige Projekt insgesamt rund 900.000 Euro.
Laut aktuellen Schätzungen von Experten sind etwa „80.000 t Stickstoff und 40.000 t Phosphate zu viel im System“. Das heißt, die niedersächsischen Landwirte setzen unnötige Mengen Mineraldünger ein. Diese Mengen belasten das Oberflächen- und Grundwasser und mitunter auch den Geldbeutel des Landwirtes unnötig.

Das Verbundprojekt ist in drei Teilprojekte untergliedert, die sich relevanten Fragestellungen aller involvierter Betriebe und Unternehmen zuwenden:
  1. Teilprojekt I: Landwirtschaftliche Betriebe und Biogasanlagen aus den abgebenden Veredelungsregionen
  2. Teilprojekt II: Lohnunternehmen und Vermittler: Zertifizierte Logistik
  3. Teilprojekt III: Landwirtschaftliche Betriebe aus den aufnehmenden Ackerbauregionen.
Im Teilprojekt 2 sollen Grundlagen für den Aufbau eines Zertifizierungssystems für die gesamte Logistikschiene im Bereich Wirtschaftsdünger erarbeitet werden. Nur mit einem praxisgerechten System zur Dokumentation und Gütesicherung lassen sich Wirtschaftsdünger nachhaltig etablieren und vermarkten. Künftig zugelassene Logistikbetriebe sollen nach einheitlichen Standards arbeiten. Die Überwachung muss transparenter werden und Nährstoffgehalte sind sicher zu dokumentieren Mit der Durchführung des Projekts wurde die Nährstoff-Management Niedersachsen eG (NMN eG) beauftragt, in der auch der Bundesverband Lohnunternehmen Genossenschaftsmitglied ist.

Das neue Düngerecht – wann immer es Rechtskraft erlangt - wird die Maßstäbe für alle Akteure setzen und wichtige Beiträge zum Umweltschutz liefern. Momentan sind in Niedersachsen fast 50 % der Grundwasserkörper bzw. 60 % der Landesfläche zu stark mit Nitrat belastet.

Bemerkenswert ist aber, dass die Landesregierung einer häufig geäußerten Forderungen des Lohnunternehmerverbands Folge leisten will: Das Sozialministerium wird per Erlass den Kommunen die rechtliche Möglichkeit eröffnen, auch landwirtschaftlichen Ackerbaubetrieben ohne eigene Viehhaltung die Baugenehmigung für Wirtschaftsdüngerlagerstätten zu erteilen.

Dann können erhebliche Güllemengen im Herbst und Winter aus der Veredelungsregion heraus gefahren werden, damit diese dann zur Frühjahrsdüngung in den Ackerbauregionen zur Verfügung stehen.

Dr. Martin Wesenberg

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