Beruf & Bildung
29.04.2016

Wichtiges Projekt zur Zertifizierung in der Wirtschaftsdüngerlogistik

Seit vielen Jahren gefährden immense Nährstoffüberschüsse in viehstarken Regionen die  Umwelt. Insbesondere die Belastung des Grundwassers steht hier im Mittelpunkt der Problematik. Eine naheliegende Lösung stellt die Verbringung von Wirtschaftsdüngermengen aus der Veredelungsregion in die Ackerbaugebiete dar.

Das Land Niedersachsen fördert das Verbundprojekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“, um in dreijährigen Untersuchungen die Belange und Anforderungen der Land- und Bioenergiewirtschaft in den abgebenden bzw. aufnehmenden Regionen zu erarbeiten. Darüber hinaus wird der Aufbau eines Zertifizierungssystems für die Logistikbetriebe verfolgt, um wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige, umweltgerechte und nachvollziehbare Vermittlung und Verteilung von Wirtschaftsdüngern aller Art zu gewinnen.

In diese Aufgabenstellung ist auch der BLU involviert, um die Ausgestaltung des Zertifizierungsverfahrens direkt zu begleiten. Als Mitglied des Verbundes Nährstoffmanagement Niedersachsen (NMN) eG arbeitet der Lohnunternehmerverband gemeinsam mit dem Landesverband der Maschinenringe Niedersachsen e.V., den Landhandels- und Futtermittelunternehmen GS Agri e.G. und Raiffeisenbank Emsland Mitte eG sowie dem Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) an praxisgerechten Lösungen mit einem überschaubaren Aufwand.

Projekt bringt Lösungsansätze

In dem geplanten Projekt soll ein innovatives „Zertifizierungssystem zur Verbringung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten“ aufgebaut werden. Ziel ist ein verbindliches QS-Verfahren für Wirtschaftsdünger mit neutraler Zertifizierung, fortlaufender Kontrolle und hoher gesellschaftspolitischer Akzeptanz, welches in der Nährstoffkreislaufwirtschaft zum Standard einer „Gütegemeinschaft Wirtschaftsdünger“ wird und möglichst durch gesetzliche Grundlage gestützt wird. Diesbezüglich ist in einem Änderungsvorschlag zur Düngeverordnung bereits ein deutlicher Hinweis zu lesen.

Bis Ende 2018 sollen in verschiedenen Projektphasen die grundsätzlichen Probleme des  Nährstoffaustausches (insbesondere in Quantität und Qualität des Wirtschaftsdüngers), die Anforderungen eines Zertifizierungssystems seitens der Kontrollbehörden und Praxisbetriebe sowie eine praxisnaher, evtl. georeferenzierte Dokumentation aufgezeigt werden. Herauszustellen ist ebenfalls die Zielsetzung, dass in der Praxis verschiedene Verfahren zur Schnellbestimmung von Inhaltsstoffen getestet werden sollen.

Einbindung Lohnunternehmen

In einem ersten Treffen hat sich das geschäftsführende Präsidium der Landesgruppe Niedersachsen im BLU e.V. mit Tilmar Götz, Projektleiter des für Lohnunternehmen relevanten Teilprojekts II „Erprobung und Einführung eines Zertifizierungssystems für die Verbringung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten“ (kurz: Zertifizierte Logistikschiene) in Riehe getroffen, um sich über den Sachstand und die weiteren Verfahrensschritte auszutauschen. Für Lohnunternehmen ist es sehr wichtig, dass ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen den Praxisbetrieben, der Projektleitung und dem Verband aufgebaut wird.

Herr Götz ist vom Fach: als gelernter und studierter Agrarier hat er in früheren Jahren intensiven Kontakt zur organischen Düngung und Qualitätssicherungssysteme gehabt. Er wird in den kommenden Wochen auf einige Lohnunternehmen in den verschiedensten Regionen Niedersachsen zugehen, um diese auf Unterstützung des Projektes hin anzusprechen. Selbstverständlich ist die Teilnahme freiwillig.

Lohnunternehmen, die sich aktiv mit ihren Erfahrung als Praktiker einbringen wollen, sollten sich bei Herrn Götz (NMN-Projektleiter) unter 0511 / 374 734 - 81  oder 0151 / 122 876 02 melden. Bei Rückfragen steht das geschäftsführende Präsidium oder die BLU-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.

Dr. Martin Wesenberg


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