Beruf & Bildung
17.02.2016

Michael Wagner: Australien erleben

Sehnsucht- wie kein anderes Gefühl zieht es uns aus dem Alltag fort. In fremde Länder bis ans andere Ende der Welt. Australien hat mich schon immer fasziniert. Zu erst war es nur ein Traum, in Australien unterwegs zu sein. Wenn man es wirklich will, werden Träume wahr. Letztes Jahr habe ich den Mut gepackt und mir einen Rucksack umgeschnallt. Dann stieg ich in ein Flugzeug und flog los.

Abflug in München am 05.10. 22:40 Uhr
Ankunft in Sydney am 07.10. 07:50 Uhr

Australien ist Freiheit. Nie zuvor war ich solange und fern von zu Hause fort, und zum ersten Mal lag mein Leben in meiner Hand. Das Ziel war der Weg. Auf meiner Reise sah ich die aufregendsten Dinge, die man sich nur vorstellen kann.

Mein Australien begann mit der Gepäckausgabe in Sydney. In Sydney wartete ich auf den Anruf von meinen Arbeitgeber, mit dem ich mich zuvor schon in Verbindung gesetzt hatte. Da die Erntekolonne bereits weitergezogen war, flog ich weiter nach Melbourne. Zunächst war mir unklar, wie es weitergeht, wo ich abgeholt werde und ob ich irgendwann richtig ankomme. Tatsächlich wurde ich in Melbourne schon erwartet und wurde in ein Hotel gebracht. Die erste Nacht in Australien war kurz, nach sechs Stunden Schlaf fing die Arbeit sofort an. Ich arbeitete mit einem neuen JCB Radlader mit 4 Meter Gabel zum Siloschieben.

Ich führte zunächst unterschiedliche Tätigkeiten durch.
Einen Tag fuhr ich Erdsilo mit Wänden, danach nur noch Silohaufen auf ebenen Flächen, die nicht befestigt waren. Am Ende des Tages wurden Häcksler und Radlader auf einen Tieflader verladen, um die Maschinen in das nächste Gebiet zu bringen. Wir sprechen hier von ca. 150 km (Cohuna).

In Cohuna erfolgte der 2. Schnitt für einen Farmer mit durchschnittlich 250-500 Milchkühen auf der Weide. Dort wurden Oz, Gras und Luzerne von Flutungs- und Beregnungsflächen gehäckselt, ca. 35 ha am Tag. Hier waren die Flächen sehr klein.
1-5 ha, aber meist zusammenhängend in 12 Std. Oft sind wir auch am späten Nach-mittag weitergefahren und haben bei einem anderen Kunden angefangen.

Gehäckselt wurde mit einem Claas 950 und in der Regel mit 2-4 Lkw (27 - 34 cbm).
Viele Kunden lassen die komplette Kette laufen vom Mähen bis zum Festfahren und der Organisation der Silofolie.

Die Flächen in Australien wurden oft nicht bewässert, sie sind sehr trocken und ha-ben einen deutlichen Unterschied zu unseren Gegebenheiten. Bei den Erntearbeiten haben wir fast keine Wildtiere gesehen, aber extrem viele Mücken!

Die Landschaft ist total eben, viele Wasserkanäle mit einer Wasserhöhe, die höher als die Flächen sind. Fast nur Weide und Steppe, kaum Ackerbau.

Arbeiten an Sonn- und Feiertagen ist hier gang und gäbe. Die erste Unterbrechung hatte ich nach  acht Tagen. Bereits in meinem ersten Monat in Australien besuchte ich schon einen befreundeten Lohnunternehmer mit meinem Chef, der 5 Groß-packenpressen besaß. Auch Zeit für Sightseeing war da.

Am 23.10 fing ich bei einem neuen Unternehmen ca. 500 km Richtung Küste an. Hier arbeiten drei Lohnunternehmen zusammen, um die Kunden des ansässigen Unternehmens abzuarbeiten. Ein Tag hatte ich Zeit, um mich mit einem Fendt mit einer Gabel vertraut zu machen. Dabei war auch Zeit für eine kleine Tour auf dem Betrieb, die Besichtigung der Häckselkette und der Wildnis.

Der Betrieb hatte ca. 320 ha Silage für 1.000 Angus Rinder, welche ganzjährig auf der Weide sind. Fast kein Maschinenpark, da nur Weideland. Selbst vom Silo hatte ich eine sehr schöne Aussicht.

Australien, ein Ort fern vom Alltag, an dem es so viel zu entdecken gibt, vor allem sich selbst. Das war mein erster Monat in Australien und meine Sehnsucht. Und eines Tages komme ich wieder. Nächster Bericht erfolgt in der März Ausgabe von LU aktuell.


Möchten Sie auch wie Michael Wagner für ein paar Monate im Ausland arbeiten?

Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, sich damit zu beschäftigen! Melden Sie sich unverbindlich mit dem Formular für die Praktikumsvermittlung an. In einem persönlichen Gespräch werden Ihre Vorstellungen, Interessen und Wünsche auf eine Vermittlung abgestimmt.

Diana Husse

Formular für die Praktikumsvermittlung
zur Übersicht
Michael Wagner Michael Wagner