Beruf & Bildung
14.10.2015

Irgendwann schon mal davon gehört …

Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsunterweisung in Unternehmen

In Deutschland gibt es eine Fülle von Regeln und Vorschriften, die einzuhalten sind. Schon im Bereich des Straßenverkehrs lässt sich kaum jemand finden, der auf jede Frage eine Antwort hat. Diese Fülle lässt sich in Sachen Arbeitsschutz fortführen. In diesem Bereich gelten sogenannte Unfallverhütungsvorschriften, die Vorgaben zu Verhalten, Schutzkleidung und Fortbildungen enthalten. Kontrolliert wird die Einhaltung der Vorschriften von ihrer Berufsgenossenschaft. Welche Vorschriften sind für Ihr Lohnunternehmen relevant, was ist zu beachten?

Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSG) – es geht auch einfacher

Die VSG machen Vorgaben zu unterschiedlichen Bereichen im Unternehmen, im Umgang mit technischen Ausrichtungen und Geräten, Gefahrstoffen oder bei bestimmten Arbeiten. Geregelt ist sowohl Allgemeines, wie Gesundheitsschutz, Lärmbelästigung am Arbeitsplatz, wie auch Erste-Hilfe, generelle Einrichtung von Arbeitsstätten, Umgang mit Leitern usw.

Relevant sind für Lohnunternehmer vor allem die Regeln zu technischen Arbeitsmitteln (VSG 3.1), worunter Geräte, Maschinen, Apparate, Werkzeuge, Anlagen und Fahrzeuge fallen. Dort ist u. a. auch das Verhalten bei Fremdkörpern im Maschineneinsatz geregelt. Hinsichtlich Reparatur und Werkstätten sind die VSG 4.6 maßgebend.

Die Vorschriften zu Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2) regeln u. a. gefährliche Baumarbeiten. Diese liegen bereits beim Arbeiten mit Motorsägen über 30 cm Schnittlänge vor. In diesen Fällen bedarf es des sogenannten Sägescheins „Baum I“ und für noch gefährlichere Arbeiten „Baum II“. Beide sind in den VSG 4.2 wiederzufinden. Für Lohnunternehmer, die Baumarbeiten vollbringen, sind diese VSG damit sehr wichtig. Für richtige Holzfällerarbeiten sind die Regeln „Forsten“ (VSG 4.3) zu beachten. Beim Umgang mit Gefahrstoffen gelten die VSG 4.5, bei Bauarbeiten die UVV 2.7.

Die Regelungen der VSG werden zumeist von selbst eingehalten. Bei den meisten Betrieben ist Erste-Hilfe-Material zu finden. Irgendwo hat man von der Pflicht des Sägescheins gehört, oder es ergibt sich von selbst, dass beispielsweise beim Schweißen oder auf der Baustelle Schutzkleidung getragen wird. Um die Sicherheitsvorschriften einfacher nachzuvollziehen, gibt es Broschüren und Merkblätter, die die Vorgaben der VSG nebst entsprechenden Anweisungen und Checklisten für den Unternehmer wiedergeben.

Wer sich einen Überblick über die Vorschriften verschaffen möchte, sei auf die Seite der SVLFG (Berufsgenossenschaft der Landwirtschaft) verwiesen (unter der Rubrik Prävention „Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz“). Bei weiteren Unklarheiten können Sie sich an die Rechtsberatung der Geschäftsstelle des BLU wenden.

Broschüren/Merkblätter, Arbeitsanweisungen und Flyer
Die Broschüren gewähren einen Kurzüberblick über bestimmte Bereiche, enthalten Checklisten zum Abhaken und Musterbetriebsanweisungen für die Mitarbeiter im Unternehmen. Einige sind als Flyer gestaltet. Hier lohnt sich ein Blick zur Selbstüberprüfung und bei Unklarheiten. Die Broschüren sind ebenfalls auf der Webseite der SVLFG unter der Rubrik Prävention „Broschüren/Merkblätter“ zu finden. Das Feld reicht vom „Arbeiten im Freien bei Hitze“ bis zum „Winterdienst“. Der eine oder andere dürfte derartige Broschüren schon aus dem Umgang mit Diesel und anderen Gefahrgütern kennen.

Persinski

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