Beruf & Bildung
30.05.2016

5 Fragen zu 10 Punkten für Image & Akzeptanz

Ein Interview mit LU Werner Zöller

Das Lohnunternehmen Werner Zöller unterstützt die bundesweite Initiative für ein rücksichtsvolles Miteinander. Die zehn Punkte werden von Geschäftsführer Werner Zöller und seinen Mitarbeitern täglich umgesetzt. Eigentlich war es aber Petra Zöller, die die Initiative im Unternehmen einführte. Sie richtete den Imagefilm auf der eigenen Website ein und mit jeder Rechnung findet der Slogan "Profis mit Rücksicht – 10 Punkte für Image & Akzeptanz" seinen Weg zum Kunden.

Kurzportrait Lohnunternehmen Werner Zöller
  • Geschäftsführer: Werner Zöller
  • Unternehmenssitz: Bruchhausen-Vilsen/Süstedt
  • Langjährige Erfahrung als Lohnunternehmer
  • Unternehmensbereiche: Kommunale und Landwirtschaftliche Dienstleistungen
  • Mitarbeiter: 5 Festangestellte + 10 Saisonkräfte
  • Internet: www.lu-zoeller.de
Warum unterstützen Sie die Initiative?
Wir unterstützen die Initiative aus mehreren Gründen. Ein sensibles Thema ist zum Beispiel die Akzeptanz von großen Fahrzeugen und Maschinen in der Bevölkerung. Deswegen nehmen wir besondere Rücksicht auf Anwohner und Verkehrsteilnehmer.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es vor allem Personen ohne Bezug zur Landwirtschaft auffällt, wenn große Maschinen schnell unterwegs sind. Um negativen Eindrücken vorzubeugen, sind unsere Schlepper auf 40 km/h Höchstgeschwindigkeit gedrosselt. Das bedeutet einen reduzierten Geräuschpegel für Anwohner und für uns als Dienstleister weniger Dieselverbrauch und geringeren Reifenverschleiß.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Die Erfahrungen sind sehr unterschiedliche. Von unseren Kunden gibt es bislang wenig Feedback. Wenn, dann fällt das Urteil aber positiv aus. Ein Kunde meinte neulich, dass er sich mit jedem der 10 Punkte identifizieren könne. Auch für ihn sei es wichtig, über die Grenzen der Agrarbranche hinaus für mehr Rücksicht zu werben.   
Unsere Mitarbeiter sind in jedem Fall begeistert von dem Imagefilm. Wir setzen uns auch weiter dafür ein, die Botschaften der Kampagne zu verbreiten und das Bewusstsein zu schärfen.

Wie nutzen Ihnen die 10 Punkte im Alltag?
Die Mitarbeiter und wir haben einen ruhigeren und nicht so hektischen Tagesablauf. Wir versuchen in der Hauptsaison die Arbeitstage nicht zu lang werden zu lassen. Der letzte Hektar ist nicht immer entscheidend.

Auf welchen Punkt legen Sie besonderen Wert?
Wir sprechen mit unserem Team immer wieder alle Punkte durch. Am wichtigsten ist für uns, dass unsere Fahrer verunreinigte Straßen säubern und Ladung sichern. Das vermeidet Ärger mit den Anwohnern und gewährleistet Verkehrssicherheit.
Außerdem halten wir unser Team dazu an, auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten. Rückt eine Kolonne aus, dann starten die Fahrzeuge oft in einem zeitlichen Abstand. So bleiben Lücken zwischen den Maschinen und Autofahrer können leichter überholen.

Haben Sie noch einen Tipp für andere LU?
In unserem Unternehmen haben wir ein Team mit festen Saisonarbeitskräften. Das sorgt für Kontinuität. Die meisten unserer Mitarbeiter sind zwischen 25 und 45 Jahren alt. Wir können nur an die Kollegen appellieren, den Druck zu nehmen. Wir Dienstleister müssen aufpassen, dass Verordnungen und Gesetze nicht irgendwann verschärft und bspw. Fahrtenschreiber oder weitere Einschränkungen bei den Arbeitszeiten eingeführt werden.

Die Umsetzung der Kampagne „Profis mit Rücksicht“ kostet Zeit und Energie. Kurzfristig wird kaum ein Erfolg zu vermelden sein, aber langfristig zahlt es sich aus, vor allem in unseren dörflichen Strukturen in denen Anwohner, Mitarbeiter und Kunden untereinander bekannt sind.

Das Ehepaar Zöller stand gemeinsam für das Gespräch zur Verfügung. Herzlichen Dank!

Julia Guttulsröd

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