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12.08.2016

Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) für Hessen

In Hessen wurde am 20.06.2016 eine Richtlinie zu den Fördermitteln durch den Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) erlassen. Diese zusätzlichen Fördermittel sind für die Umsetzung von Vorhaben zu verwenden, die der nachhaltigen Verbesserung des Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutzes dienen.
Dies sind:
  • Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft, die zu einer deutlichen Minderung von aus der Landwirtschaft stammenden Emissionen oder Umweltbelastungen führen (AFP; bis zu 20% des Investitionsvolumens)
  • Bauliche Investitionen in landwirtschaftlichen Betrieben, die zu einer emissionsmindernden bzw. Umweltbelastungen vermeidenden Wirtschaftsweise beitragen, wie z.B. separate Lagerstätten für feste oder flüssige Wirtschaftsdünger, separate Fahrsiloanlagen oder stallbauintegrierte Abluftreinigungsanlagen (AFP; bis zu 40% des Investitionsvolumens).

Wer wird gefördert?
Landwirtschaftliche Unternehmen, die entweder
  • die Mindestgrößen nach § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte erreichen oder überschreiten
  • und deren Geschäftstätigkeit zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 Prozent der Umsatzerlöse) darin besteht, durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundene Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen
oder
  • wenn das Unternehmen einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet und unmittelbar kirchliche, gemeinnützige oder mildtätige Zwecke verfolgt.

Die Maschinen sollen eine Produktivitätssteigerung und Vorteile für den Umwelt- und Klimaschutz in der landwirtschaftlichen Praxis, im Obst- und Gartenbau, sowie im Weinbau bringen. Die förderfähigen Maschinen und Geräte müssen eine Mindestauslastung nachweisen, wobei eine überbetriebliche Auslastung möglich ist. Selbstfahrende Arbeitsmaschinen sind von einer Förderung ausgeschlossen.

Die Förderobergrenzen für Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft gemäß Anlage 5 der Richtlinie EFP betragen:

  1. Ausbringung von Wirtschaftsdüngern: 130.000 Euro (netto) mit maximal zwei Anbaugeräten.
  2. Anwendung von Pflanzenschutzmitteln: 100.000 €uro (netto).
Die Förderobergrenze darf im Zeitraum 2016 bis 2019 nur einmal ausgeschöpft werden.

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Hauptansprechpartner für die Förderung sind landwirtschaftliche Betriebe.
In der derzeit wirtschaftlich angespannten Situation stellt sich die Frage, ob nicht die Ausbringmethode, durch die in Lohnnunternehmen bereits vorhandener Technik, gefördert werden sollte. Die Anschaffungsförderung neuer Maschinen würde die finanzielle Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe wahrscheinlich noch weiter verschlechtern.


Sebastian Persinski

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